Pressemitteilung

bpa: Baden-Württemberg braucht auch in Zukunft eine ausgewogene Pflegestruktur

2012-05-23 12:20:52

Stuttgart (ots) - Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) setzt auf den Ausbau der ambulanten Pflegeinfrastruktur, um auch in Zukunft eine angemessene Pflege sicherzustellen. Die Fördermittel für ambulante Angebote zur Entlastung pflegender Angehöriger seien daher in 2012 deutlich aufgestockt worden, teilte die Ministerin bei der gestrigen (22. Mai) Eröffnung der Messe "Pflege und Reha" in Stuttgart mit.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der in Baden-Württemberg rund 870 private Pflegeeinrichtungen vertritt, begrüßt das Engagement der Landesregierung im ambulanten Bereich grundsätzlich, kritisiert aber, dass private Anbieter von der Förderung weiterhin ausgeschlossen sind - auch wenn sie die Fördervoraussetzungen ansonsten erfüllen und z. B. eine Betreuungsgruppe für Demenzkranke eingerichtet haben.

"Diese Ungleichbehandlung ist bundesweit einmalig und sachlich nicht nachvollziehbar. Mit der Einbeziehung der privaten Pflegedienste in die Förderung könnte das Ziel, die niedrigschwelligen Betreuungsangebote auszubauen, weiter vorangetrieben werden", betont die stellvertretende Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Susanne Pletowski.

Aus Sicht des bpa benötigt Baden-Württemberg auch in Zukunft einen ausgewogenen Mix an ambulanten, teilstationären und vollstationären Angeboten, um die pflegerische Versorgung im Land sicherzustellen.

"Die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiterhin rasant steigen, die Zahl der pflegenden Angehörigen hingegen zurückgehen. Der Bedarf an Pflegeheimplätzen wird daher weiter zunehmen", so der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Baden-Württemberg Rainer Wiesner.

Dies bestätigt auch die von Ministerin Altpeter zitierte Modellrechnung des Statistischen Landesamtes, in der eine Zunahme der vollstationären Gepflegten bis 2030 um 54% von 84.000 auf 130.000 prognostiziert wird.

Vor diesem Hintergrund kritisiert Wiesner insbesondere den massiven Eingriff des Landes durch die Landesheimbauverordnung im stationären Pflegebereich: "Viele bestehende Einrichtungen, die seit Jahren die pflegerische Infrastruktur in unserem Land garantieren, sind durch diese Verordnung in ihrem Bestand gefährdet. Dadurch ist das Ziel einer ausreichenden und wohnortnahen Versorgung in Gefahr."

Die Kritik der Sozialministerin an der geplanten Pflegereform wird vom bpa geteilt. "In das von Frau Altpeter geforderte Gesamtkonzept müssen auch deutliche Leistungsverbesserungen für die in Pflegeheimen lebenden Menschen einfließen. Diese gehen in dem Gesetzesentwurf völlig leer aus", mahnt Wiesner an.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 7.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon über 850 in Baden-Württemberg, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 215.000 Arbeitsplätze und ca. 16.500 Ausbildungsplätze.

Pressekontakt:

Stefan Kraft, Leiter der Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 07 11 / 9 60 49-72.

Permalink:


http://www.presseportal.de/pm/17920/2258081

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.



Weiterführende Informationen

http://www.bpa.de


Das Presseportal ist ein Service von news aktuell und die Datenbank für Presseinformationen im deutschsprachigen Raum.
www.presseportal.de
Infobox anzeigen/verbergen


Alle Pressemitteilungen