Pressemitteilung

Viele Medikamente für Senioren werden zuvor nicht getestet

2012-05-23 10:00:00

Stuttgart (ots) - Magazin Reader's Digest analysiert, warum es nicht gesund sein kann, wenn ältere Menschen bis zu sechs verschiedene Medikamente pro Tag einnehmen

Wer Vater, Mutter oder andere Verwandte pflegt, der weiß: Viele ältere Menschen nehmen täglich zahlreiche Pillen, Kapseln oder andere Formen von Arzneien. Aber ist das noch gesund? Das Magazin Reader's Digest geht in seiner Juni-Ausgabe diesen Fragen nach und gibt unter dem Motto "Weniger ist mehr" wertvolle Tipps, auf was Sohn oder Tochter achten sollten, damit sich Eltern oder Großeltern nicht unnötig mit Tabletten voll pumpen. Dass Handlungsbedarf besteht, belegt die Statistik: Allein in Deutschland sind derzeit rund 2,34 Millionen Menschen pflegebedürftig, in Österreich sind es rund 540.000 Männer und Frauen.

"Guten Gewissens darf ein Arzt eigentlich nicht mehr als fünf Medikamente gleichzeitig verschreiben", sagt Clemens Grupp, Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie am Zentrum für Altersmedizin in Bamberg. Die Wahrheit sieht aber offenbar anders aus. "Zehn oder mehr Arzneimittel täglich sind für viele Senioren nichts Besonderes", sagt Ulrich Thiem, Altersmediziner am Klinikum der Universität Bochum in der neuen Ausgabe von Reader's Digest. Patienten, die älter als 70 Jahre seien, würden im Durchschnitt sechs verschiedene Medikamente pro Tag einnehmen. Ein Experiment der Medizin-Fakultät der Universität Christchurch (Neuseeland) mit 500 Männern und Frauen über 75 Jahren hat nun aber ergeben, dass viele der Tabletten offenbar entbehrlich sind. Denn die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie, welche Medikamente verzichtbar sind, ohne dass dem Patienten Nachteile daraus entsehen. Im Schnitt nahmen die Versuchsteilnehmer 4,4 Tabletten pro Tag weniger ein als sonst. In den folgenden 19 Monaten des Experiments mussten nur zwei Prozent der Versuchsteilnehmer das abgesetzte Medikament wieder einnehmen. "Ansonsten gab es keinerlei negative Auswirkungen. 88 Prozent der Testpersonen berichteten sogar, dass es ihnen gesundheitlich besser ging", sagt Dee Mangin, die in Christchurch in der medizinischen Grundversorgung forscht.

Wie aber kann es sein, dass ältere Menschen zwar viele Medikamente einnehmen, die Ärzte letztlich aber nicht sicher sein können, ob dies gesund für sie ist? "Die große Mehrheit der Mittel, die Senioren bekommen - beispielsweise gegen Osteoporose, Schmerzen, Entzündungen oder auch Cholesterinsenker - werden so gut wie nie am Menschen über 80 erprobt", beklagt der Bamberger Altersmediziner Grupp in der neuen Ausgabe von Reader's Digest. Die mögliche Erklärung: Ältere Menschen werden schneller krank, die Arzneimittelhersteller wollen aber positive Resultate bekommen. Söhne oder Töchter sollten deshalb das Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker suchen, wenn das Medikamentenpensum von Vater oder Mutter ein beängstigendes Ausmaß angenommen hat. Ziel müsse es sein, gemeinsam zu besprechen, wo der Schwerpunkt der Behandlung liegen soll. "Generell wollen ältere Leute vor allem die Beschwerden behandelt wissen, die sie im Alltag einschränken", sagt Altersmediziner Thiem. Ziel müsse es deshalb sein, die tägliche Arzneidosis so auszurichten, dass sich der ältere Mensch wohl fühlt, so Thiem und nennt als Beispiel den Fall eines 80-Jährigen, der unter Arthrose und Bluthochdruck leidet. "Er wünscht sich meist in erster Linie, seinen Alltag weiterhin alleine bewältigen zu können. Dafür braucht er vor allem Schmerzmittel. Ob sein Bluthochdruck über mehrere Jahre betrachtet sein Schlaganfallrisiko erhöht, ist ihm oft nicht so wichtig."

Im Zusammenhang mit der Frage, welche Prioritäten man bei der Einnahme von Medikamenten setzen sollte, gibt es in der neuen Ausgabe von Reader's Digest auch Tipps, was man alternativ tun kann. So rät Ökotrophologin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung älteren Menschen, auf die richtige, abwechslungsreiche Ernährung zu achten und dabei die Vitamine D, B 12, E, C und Folat sowie die Mineralstoffe Calcium und Magnesium zu sich zu nehmen. Das sei hilfreich, um den Verlust von Knochenmasse zu verhindern, das Risiko von Knochenbrüchen zu senken, das geistige Leistungsvermögen zu steigern und das Schlaganfallrisiko zu mindern.

Wer sich zusätzlich zur Auskunft des Arztes oder Apothekers kundig machen will,: Experten der Universität Witten-Herdecke haben eine Liste von 131 häufig verordneten Wirkstoffen zusammengestellt und wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gesammelt. Auf dieser Datengrundlage nennen sie unter der Internetadresse www.priscus.de insgesamt 83 Medikamente, auf die Ältere möglichst verzichten sollten.

Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest Deutschland ist ab Dienstag, 29. Mai an zentralen Kiosken erhältlich.

Artikel aus der Juni-Ausgabe zum Download: http://www.readersdigest.de Auf "Unternehmen" und dann auf "Service für Journalisten" klicken (Rubrik Magazin Reader's Digest).

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