Pressemitteilung

Trinkwasser: Neue Richtlinien sichern Qualität / TÜV Rheinland: Erhöhte Überwachungspflicht von Warmwasseranlagen / Legionellen-Bekämpfung im Fokus / Keime wegspülen

2012-05-22 10:00:00

Köln (ots) - Trinkwasser gehört zu den am besten überwachten Lebensmitteln in Deutschland. Mit der neu überarbeiteten Trinkwasserverordnung, die im November 2011 in Kraft getreten ist, hat die hygienische Kontrolle von Trinkwasseranlagen weiter an Bedeutung gewonnen. Umfangreichere Überwachungspflichten und verschärfte Richtwerte sind das Ergebnis, um Verbraucher künftig noch stärker vor Verunreinigungen und Krankheitserregern im Wasser zu schützen. "Bisher mussten nur Warmwasseranlagen in öffentlichen Gebäuden regelmäßig überprüft werden. Jetzt gilt dies auch für Mietshäuser oder sonstige gewerblich genutzte Immobilien", erklärt Dr. Walter Dormagen, Experte für Mikrobiologie bei TÜV Rheinland. Die neue Richtlinie besagt, dass Warmwasseranlagen mit einem Volumen von mehr als 400 Litern oder mehr als 3 Litern Leitungsvolumen zwischen Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle einer jährlichen Untersuchung unterzogen und außerdem dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen.

Neben der Überprüfung von chemischen und mikrobiologischen Belastungen im Trinkwasser kommt der Legionellen-Bekämpfung eine besondere Bedeutung zu. "Die Bakterien können über winzige Wassertropfen und Wassernebel zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden und unbemerkt bis in die Lunge vordringen", erklärt Dr. Dormagen. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 2.000 Menschen an Lungenentzündungen, die durch Legionellen verursacht wurden. Die hohe Belastung des Wassers bestätigte ein bundesweiter Test von TÜV Rheinland 2011, bei dem bundesweit in jeder zweiten Probe, die in zehn deutschen Großstädten in öffentlich zugänglichen Gebäuden genommen wurde, teilweise starke mikrobiologische Verkeimungen entdeckt wurden. Auch ist es wichtig, regionale oder bauliche Besonderheiten bei der Überprüfung des Trinkwassers zu berücksichtigen. Beispielsweise kann es je nach Alter des Baus oder in der Region erforderlich sein, den Bleigehalt zu prüfen und das Wasser auf weitere kritische Schwermetalle wie Uran und Cadmium zu testen. "Unsere Fachleute kennen nicht nur die Richtlinien ganz genau, sondern können auch individuell Tipps geben, wo die Trinkwasserproben zu entnehmen sind und welche möglichen Risiken bei einem Gebäude genauer untersucht werden sollten", sagt Dr. Dormagen.

Zur Verbesserung der Wasserhygiene kann aber auch der Verbraucher etwas tun. "Vor der Wasserentnahme aus dem Hahn das Wasser einen Moment lang laufen zu lassen. So wird ein Teil der im abgestandenen Wasser womöglich vorhandenen Keime direkt weggespült", empfiehlt TÜV Rheinland-Experte Dr. Dormagen.

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