Pressemitteilung

Erste zugelassene Netzhautprothese steht Patienten mit Retinitis Pigmentosa ab sofort zur Verfügung

2012-05-03 09:12:14

Lausanne/Los Angeles/Köln (ots) - Second Sight Medical Products, Inc. ist der Entwickler der weltweit ersten und einzigen zugelassenen Netzhautprothese (Argus® II Netzhautprothesen System) zur Behandlung von Retinitis Pigmentosa (RP) im Endstadium. Nachdem das System Ende letzten Jahres in Europa eingeführt wurde, gab das Unternehmen bekannt, dass das System nun bei den ersten zwei deutschen Patienten implantiert wurde.

"Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten klinischen Studie zur Netzhautprothese im Journal "Ophthalmology" sind für Patienten mit RP im Endstadium sehr ermutigend. Während eines Zeitraums von bis zu fünf Jahren hat sich die Netzhautprothese als sehr zuverlässig erwiesen und zur Verbesserung visueller Funktionen bei Patienten geführt", so Prof. Dr. Bernd Kirchhof, Direktor der Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie an der Uniklinik Köln.

RP ist eine seltene, vererbbare Erkrankung, bei der die lichtsensiblen Zellen der Retina langsam und stufenweise degenerieren, was letztendlich zu Blindheit führt. Allein in Deutschland gibt es etwa 2.000 Patienten mit RP im Endstadium.

Erste Patienten in Deutschland behandelt

Das erste Zentrum, das die Netzhautprothese angeboten hat, ist die Uniklinik Köln. Im Dezember 2011 implantierte Kirchhof dem ersten Patienten die Netzhautprothese. Der Experte erklärt: "Es ist äußerst wichtig sicherzustellen, dass der Patient den Vorgang sowie die Funktion des Gerätes versteht und weiß, was ihn nach der Operation erwartet. Das Gehirn muss lernen, wie es mit den neuen, künstlichen Seheindrücken umgehen und diese verarbeiten kann. Üblicherweise wird sich der Patient mit der Netzhautprothese räumlich orientieren und Hindernisse, Menschen und Türen wahrnehmen können. In den besten Fällen können Patienten groß abgedruckte Sätze lesen, wenn auch langsam."

RP-Patient Günter P. berichtet über seine Erfahrungen mit der Netzhautprothese: "Nach so vielen Jahren der Blindheit ist es sehr emotional, wieder etwas sehen zu können. Mein Gehirn reagiert wieder auf Licht. Zurzeit arbeite ich mit einer Rehabilitationsexpertin, um meine persönlichen Ziele für mein wiedererlangtes Sehvermögen zu erreichen." Dies sei beispielsweise, seine Mobilität zu verbessern: "Dass ich alleine spazieren gehen kann, den Weg zur Ampel finde und ohne Hilfe über einen Zebrastreifen gehen kann."

Die Netzhautprothese (Argus II), die Günter P. erhielt, ist die weltweit einzig zugelassene Netzhautprothese. Es ist klinisch erwiesen, dass diese auch langfristig verlässlich funktioniert - Patienten in der Zulassungsstudie haben das System vor drei bis fünf Jahren implantiert bekommen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil des Systems ist, dass die Kamera und der Bildprozessor sich außerhalb des Körpers des Patienten befinden. So ist eine technische Aufrüstung ohne zusätzliche Operation möglich. Jeder Patient, egal wann er das Implantat erhalten hat, kann somit stets über den neuesten, technischen Stand verfügen.

Im März 2012 wurde einem zweiten Patienten die Netzhautprothese im Städtischen Klinikum Karlsruhe erfolgreich implantiert.

Die Netzhautprothese funktioniert durch Konvertierung von Videoaufnahmen

Das System funktioniert, indem es Videobilder, die durch eine Miniatur-Videokamera in der Brille des Patienten erfasst werden, in eine Serie kleiner elektrischer Impulse konvertiert. Diese werden drahtlos an die Elektrodenmatrix auf der Oberfläche der Retina (epiretinal) übermittelt. Die verbleibenden Nervenzellen der Netzhaut werden durch diese Impulse stimuliert, wodurch entsprechende Lichtmuster vom Gehirn wahrgenommen werden. Die Patienten lernen, diese visuellen Muster zu interpretieren und erlangen dadurch einen gewissen Grad an funktionellem Sehvermögen. Eine klinische Studie, die vor kurzem in dem renommierten wissenschaftlichen Journal "Ophthalmology" veröffentlicht wurde, hat diesbezüglich beeindruckende Ergebnisse gezeigt.

Krankenversicherungen übernehmen die Kosten

In den meisten Fällen ist die Therapie für den Patienten kostenlos und sollte mit dem behandelnden Chirurgen abgestimmt werden.

Für Ärzte oder Patienten mit Fragen
Hotline zur persönlichen Beantwortung von Fragen: 
Tel. 0031-733 030 596 (deutschsprachig), 
weitere Informationen: www.2-sight.eu/de/home-de 
Patienten-Hotline der Uniklinik Köln: Tel. 0221-478 4313, 
via Email: retina-implantat@uk-koeln.de 

Pressekontakt:

komm.passion Hamburg GmbH 
Carolin Lembeck
Tel. + 49 40-42 32 40-52
carolin.lembeck@komm-passion.de

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Second Sight Medical Products Inc



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