Pressemitteilung

Studie: Paracetamol besser als sein Ruf

2012-04-18 11:03:50

München (ots) - Die Wissenschaftler der Acute Liver Failure Study Group Germany (ALFSGG) kommen in einer aktuellen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff Paracetamol seltener für medikamenteninduzierte Vergiftungen der Leber verantwortlich ist als andere Arzneimittel. Insgesamt hatten elf Universitätskliniken an der flächendeckenden Studie teilgenommen. Die Ergebnisse einer älteren Untersuchung der ALF Study Group, ausgehend von der Uniklinik Essen, die monozentrisch das Ruhrgebiet in den Blick nahm, stehen dazu in klarem Kontrast.

In der jetzt veröffentlichten Studie der Acute Liver Failure Study Group wurden Ursachen und Folgen von akutem Leberversagen untersucht, um zukünftig Prävention und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Denn die Gründe der zwar seltenen, jedoch dann häufig dramatisch verlaufenden Erkrankung sind bislang in Deutschland wenig erforscht.

Die Mediziner der ALF Study Group, einer auf Lebererkrankungen spezialisierten Expertengruppe, gingen auch gezielt der Frage nach, welche Rolle der Wirkstoff Paracetamol bei akutem Leberversagen spielt. Infolge der zurückliegenden monozentrischen Studie, in der retrospektiv Daten aus den Jahren 2002 bis 2008 herangezogen wurden, war der Wirkstoff besonders häufig mit tödlichen Vergiftungen in Verbindung gebracht oder als Suizidmittel dargestellt worden.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sprechen eine andere Sprache: Mit 32 Prozent waren Vergiftungen durch Medikamente (exklusive Paracetamol) die Hauptursache für akutes Leberversagen. Paracetamol war insgesamt nur in neun Prozent der gemeldeten Fälle involviert. Die Daten von 109 ALF-Patienten stammen aus den Jahren 2008 bis 2009 und wurden von den elf teilnehmenden Unikliniken für die aktuelle Studie dokumentiert.

In der früheren Studie waren die Wissenschaftler des Uniklinikums Essen zu dem Ergebnis gekommen, dass von den 39 Prozent medikamentenassoziierter Fälle akuten Leberversagens ganze 72 Prozent durch Paracetamol verursacht worden waren. Die retrospektive Untersuchung basierte auf Daten aus den Jahren 2002 bis 2008 und wurde monozentrisch im Ruhrgebiet erhoben. Aufgrund der geographischen Streuung sind die jetzt veröffentlichten Ergebnisse repräsentativer und valider als jene des Essener Teams.

Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes deutet in die gleiche Richtung. Für das Jahr 2010 listete die Institution 38 tödliche Vergiftungen durch Analgetika(-Missbrauch) in Deutschland auf. Dabei gab es vier Mal so viele Vergiftungen durch Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac als durch Paracetamol. Des Weiteren wurden doppelt so viele Vergiftungen (8) mit tödlichem Ausgang unter Salyzilaten (Acetylsalicylsäure) als bei Paracetamol (4) beschrieben.

Originalquelle: Hadem et al, Etiologies and Outcomes of Acute Liver Failure in Germany, Clin. Gastroenterol. Hepatol.,Feb 2012

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