Pressemitteilung

Chronische Schmerzen in Deutschland: Patienten im Abseits / 23. Deutscher interdisziplinärer Schmerz- und Palliativkongress: 14.-18.03.2012

2012-03-12 10:06:50

Hamburg (ots) - Knapp fünf Millionen Patienten mit Chronischen Schmerzen fühlen sich von ihren behandelnden Ärzten nicht ernst genommen und von ihrem sozialen Umfeld nicht verstanden, so die Ergebnisse einer repräsentativer Umfrage im Auftrag der Initiative "Wege aus dem Schmerz". Zudem fürchtet mehr als ein Drittel der Betroffenen um ihren Arbeitsplatz. Um ihnen und ihren Angehörigen in dieser Situation konkrete Unterstützung zu bieten, richtet die Deutsche Schmerzliga im Rahmen des Schmerz- und Palliativtages am 18. März 2012 in Frankfurt am Main einen Patiententag aus. Betroffene und Interessierte können an Workshops und Vorträgen teilnehmen.

"Das wird sich schon wieder geben", war der Kommentar der Ärzte im Krankenhaus, die Heike Norda zum wiederholten Male wegen ihrer großen Schmerzen um Hilfe bat. Nach einer Knieoperation in Folge eines Fahrradunfalls hatte die 51-Jährige monatelang Schmerzen. Obwohl sie mehrere Ärzte aufsuchte, blieb eine Diagnose lange Zeit aus. Auch weil einige der Ärzte ihre Schmerzen nicht ernst nahmen. Sogar an ihrem Arbeitsplatz und privat musste sie um Verständnis kämpfen. "Ich hörte oft: Aber man sieht ja gar nichts."

40 Prozent fühlen sich von ihrem behandelnden Arzt nicht ernst genommen

So ähnlich wie Heike Norda ergeht es vielen Patienten mit Chronischen Schmerzen. Studien- und Umfrageergebnissen zufolge mussten 40 Prozent aller Befragten schon einmal die Erfahrung machen, mit ihren Schmerzen von behandelnden Ärzten nicht ernst genommen zu werden. Häufig setzt sich diese für die Patienten unangenehme Situation im privaten Umfeld fort: 26 Prozent der Patienten fühlen sich bei der Therapie und der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten ihrer Erkrankung von Familie und Freunden allein gelassen. Und 36 Prozent der Betroffenen sind der Meinung, ihr Umfeld nehme ihre Beschwerden kaum oder überhaupt nicht als eine Erkrankung wahr, die therapiert werden muss.

Arbeitgeber haben oft kein Verständnis für die Erkrankung

Chronischer Schmerz Akzeptanzprobleme und daraus resultierende Existenzängste bedrohen Betroffene auch am Arbeitsplatz. 41 Prozent aller Patienten mit Chronischen Schmerzen beklagen, dass ihr Arbeitgeber kein oder kaum Verständnis für ihre Erkrankung hat. Zudem haben 34 Prozent Angst, aufgrund der Erkrankung ihren Job zu verlieren. Informationen und konkrete Hilfestellungen, die Patienten und ihren Angehörigen den Alltag erleichtern können, bietet der Patiententag am 18. März in Frankfurt.

Verständnis für ihre Situation und eine individuelle Behandlung hat Heike Norda erst in einer spezialisierten Schmerzklinik erhalten. "Der Chefarzt der Klinik hatte ein Schild in seinem Zimmer, auf dem stand: Schmerz ist das, was der Patient sagt." Während ihres mehrwöchigen Aufenthaltes wurde sie multimodal therapiert - dazu hatten Experten verschiedener Fachrichtungen einen auf ihre Bedürfnisse abgestimmten gemeinsamen Behandlungsplan erstellt. Neben medizinischen, medikamentösen und physikalischen Elementen war auch die psychologische Therapie Teil der Behandlung. "Sie hat mich unabhängiger gemacht und mir Wege aufgezeigt, meine Schmerzen zu managen."

Quellen:

forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative "Wege aus dem Schmerz", 2011 InSites Consulting. Pain Proposal Patient Survey. Aug./Sept. 2010

Über den Patiententag

Der Patiententag findet am 18. März 2012 von 9.00 bis 17.00 Uhr im Congress Center der Messe Frankfurt, Ludwig Erhard Anlage 1 in 60327 Frankfurt am Main statt. Eingeladen sind alle Betroffenen, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen wie Programmdetails erhalten Sie unter www.patienten-tag.de.

Über die Initiative "Wege aus dem Schmerz"

"Wege aus dem Schmerz" ist eine Initiative der Deutschen Schmerzliga (DSL), der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) und der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Ziel ist es, ein stärkeres Bewusstsein für Chronischen Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild in Deutschland zu etablieren. Pfizer unterstützt die Initiative. Weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter: www.wegeausdemschmerz.de

Pressekontakt:

Julia Schmidt
fischerAppelt, relations
Telefon: +49 (0)40 - 899 699 -574
E-Mail: js@fischerappelt.de

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Initiative "Wege aus dem Schmerz"



Weiterführende Informationen

http://wegeausdemschmerz.de/


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