Pressemitteilung

Bundesweit einmaliges Forschungsprogramm in Grundschulen: 'fit und stark plus': Kinder sorgen selbst für ihr Wohlbefinden

2012-03-08 13:41:00

Lübeck/Kiel (ots) - Viele Kinder klagen in Schleswig-Holstein über Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen. Die Folgen sind häufig Arztbesuche und die Einnahme von Medikamenten. Wie diese künftig reduziert werden können, zeigt das bundesweit einmalige Forschungsprogramm 'fit und stark plus', das in den vergangenen fünf Jahren an Grundschulen in Schleswig-Holstein durchgeführt wurde. Das Programm überzeugt in mehrfacher Hinsicht: "Es fördert das Gesundheitsbewusstsein der Kinder, steigert ihr Wohlbefinden und führt zu einer geringeren Medikamenteneinnahme sowie weniger Arztbesuchen. Das sind gute Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder", erklärt Dr. Dieter Paffrath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Kernstück des Projekts "fit und stark plus" Programms ist die Vermittlung von Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit, und zwar durch geschulte Lehrkräfte im Rahmen des regulären Unterrichts. Auf spielerische Weise lernen die Kinder zum einen, sich mehr zu bewegen und zu entspannen sowie gesünder zu essen. Zum anderen lernen sie Möglichkeiten kennen, Probleme durch eigenes Handeln zu lösen. Die Sympathie-Figur "Wohli" begleitet die Kinder dabei. Einige von den aufeinander abgestimmten Methoden sind Rollen- und Bewegungsspiele, Fantasiereisen, Entspannungstechniken, das Probieren gesunder Speisen und die beliebten Wohlfühlkonferenzen. Hierbei lernen die Kinder, Probleme anzusprechen und gemeinsam Konflikte zu lösen. Auch die Familien der Kinder werden eingebunden.

Am Programm "fit und stark plus" nahmen insgesamt 386 Kinder an Grundschulen in Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg teil. Sie wurden verglichen mit 568 Kindern mit ausschließlichem Regelschulunterricht und 482 Kindern, die an einem anderen Präventionsprogramm teilgenommen haben. Diese Kinder kamen aus Schulen aus ganz Schleswig-Holstein. Das Ergebnis: "Die "fit und stark plus"-Kinder hatten mehr Handlungsideen, etwas für ihr Wohlbefinden zu tun und nahmen weniger Medikamente ein als die Kinder aus den Vergleichsgruppen", erklärte Prof. Dr. Inke König von der Universität zu Lübeck.

Bei der Befragung zum Abschluss des Programms berichteten etwa 22,5 % der Kinder mit Regelschulunterricht, dass sie in der letzten Woche wegen Schmerzen Medikamente eingenommen haben. In der "fit und stark plus"-Gruppe antworten dies nur 13 %. Außerdem gaben 10,4 % der Kinder in der "fit und stark plus"-Gruppe an, in der letzten Woche wegen Schmerzen einen Arzt aufgesucht zu haben. In der Kontrollgruppe waren es hingegen 12,7 %. Weiter gaben 85,2 Prozent der befragten "fit und stark plus"-Kinder an, dass sie täglich Sport benötigen, um sich wohl zu fühlen. Zu Beginn des Projekts waren es lediglich 72,3 Prozent. "Die Kinder wissen mehr über einen gesunden Lebensstil und haben mehr Ideen, wie sie ihr Wohlbefinden bewahren oder wiederherstellen können", sagt Projektleiterin Susanne Samelin, vom Gemeinnützigen Institut für Prävention und Gesundheitsforschung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Präventionsprogrammen wurden die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit und Faktoren wie gesunder Lebensstil, Bewegung, Entspannung und Schlaf in einem Programm vereint und die Wirksamkeit wissenschaftlich untersucht. Das Programm 'fit und stark plus' ist mit geringem Aufwand in jeden Grundschulunterricht integrierbar und hat auf die Kinder günstige Wirkungen in vielen Präventionsbereichen. Das Programm kostet 300 Euro pro Klasse und Schuljahr. Mehr Infos dazu gibt es im Internet unter www.fitundstarkplus.de oder bei Projektkoordinatorin Susanne Samelin unter Telefon 0451-69 33 36 30.

Das gemeinnützige Institut für angewandte Prävention und Gesundheitsforschung hat das Programm entwickelt, die Forschungsgruppe Schmerzen der Universität Lübeck hat seine Wirkung überprüft. Kooperationspartner sind die AOK NORDWEST und die Possehl-Stiftung Lübeck, die das Programm im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie finanzieren.

Pressekontakt:

Jens Kuschel

AOK NORDWEST
Die Gesundheitskasse.
Pressesprecher
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24145 Kiel

Telefon 0431 605-1171
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