Pressemitteilung

Management-Weltstar Michael E. Porter im stern Mehr Qualität im Gesundheitssystem hilft Milliarden zu sparen

2012-02-29 11:00:21

Hamburg (ots) - Der amerikanische Management-Guru Michael E. Porter geht mit dem deutschen Gesundheitssystem hart ins Gericht. In der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern fordert er ein "radikales Umdenken" hin zu mehr Qualität und Orientierung am Patienten. "Das jetzige System ist um die Ärzte herum organisiert. Der Patient mit seinen Problemen geht in diesem System verloren, er wird nicht einbezogen, wenn es um seine Gesundheit geht", so Porter.

"In kaum einem Land der Welt stehen pro Kopf der Bevölkerung mehr Krankenhäuser als in Deutschland. Und zu keiner Zeit haben die Deutschen mehr medizinische Behandlung in Anspruch genommen als heute - zumindest, was die Zahl der Arztbesuche betrifft. Aber die Qualität der Behandlung ist bestenfalls mittelmäßig", urteilt der Ökonom von der Harvard University. Dies betreffe weitverbreitete Krankheiten wie Diabetes, Asthma und Herzerkrankungen, aber auch einige Krebsarten. In der Qualität der Versorgung liege Deutschland weit hinter einem Land wie etwa Schweden zurück. "Insgesamt werde geschätzt, dass in deutschen Kliniken jedes Jahr über 40.000 Menschen sterben, weil sie nicht angemessen behandelt werden", so Porter im stern weiter.

Porter, der sich in den vergangenen Jahren auch mit seinen Vorschlägen zur Reform von Gesundheitssystemen einen Namen gemacht hat, fordert angesichts dessen die Hinwendung zum Patientennutzen: Behandlung und Versorgung müssten sich am Krankheitsbild des Patienten orientieren. "Dazu gehören etwa integrierte Behandlungseinheiten, also spezialisierte, interdisziplinäre Teams, die eine Krankheit gemeinsam behandeln und die Behandlungsergebnisse messen."

Denn nur "die konsequente Ausrichtung auf Qualität wird auf Dauer die Kosten eindämmen. Wer immer nur Kosten sparen will, macht es in Wahrheit nur teurer. Es mag verrückt klingen, aber für das deutsche Gesundheitswesen gilt: Mehr Qualität kostet nichts." Es gäbe dabei eigentlich nur eine wesentliche Entscheidung zu fällen, meint Porter: "Krankenhäuser und Ärzte müssten gesetzlich dazu verpflichtet werden, die Ergebnisse ihrer Arbeit und die Kosten zu messen. Und diese Ergebnisse müssen veröffentlicht werden. Denn dann wissen wir, wer wirklich gute Arbeit leistet und wer nicht." Durch die dauerhafte Ausrichtung auf mehr Qualität könnten im deutschen Gesundheitssystem jedes Jahr mindestens 50 Milliarden Euro gespart werden.

Kritik übt der Harvard-Professor aber auch an den Patienten: "Auch die Patienten haben sich bislang nicht kritisch genug mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Da vergleichen wir Qualität und Preise bei jedem Fernsehkauf. Aber bei Ärzten glauben wir offenbar immer noch, es handle sich um Alleskönner."

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Katja Gloger
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