Pressemitteilung

Klimakonferenz Durban: Verantwortung statt Verhandlungspoker CARE: Extreme Wetterphänomene nehmen zu, Frauen in Entwicklungsländern müssen ins Zentrum der Anstrengungen gestellt werden

2011-11-28 09:32:44

Bonn (ots) - Bonn, 28. November 2011. Im Vorfeld der Klimakonferenz in Durban fordert CARE Deutschland-Luxemburg alle Verhandlungsparteien mit Nachdruck zu einer zukunftsweisenden Klimapolitik auf. "Die globalen Klimaverhandlungen werden durch einen Mangel an Engagement und Willen behindert", warnt Karin Kortmann, stellvertretende Generalsekretärin von CARE Deutschland-Luxemburg. Doch die Menschen in Entwicklungsländern, die schon heute die Auswirkungen des Klimawandels spürten, könnten nicht länger warten. "Es sind die ärmsten Menschen, die heute schon den Preis zahlen. Sie müssen in das Zentrum aller Anstrengungen gerückt werden müssen", so Kortmann.

Industrieländer, die historisch gesehen die größte Verantwortung für den Klimawandel tragen, sowie andere emissionsstarke Länder haben die Verhandlungen bislang blockiert. Zu den Neinsagern gehören unter anderem die USA, Japan, Russland und Saudi-Arabien. Länder mit hohen Emissionen müssten nun Führungsstärke zeigen und die Verhandlungen nicht länger blockieren, fordert Karin Kortmann. Die Regierungschefs dieser Länder könnten nicht weiterhin das Leben der Menschen aufs Spiel setzen und einen Klimadeal Jahr für Jahr aufschieben. "Denn was sich nach dem Ringen um Worte in Verhandlungstexten anhört, ist in Wahrheit nichts anderes als ein Poker mit dem Leben von Millionen Menschen."

CARE ruft daher alle Parteien dazu auf, ihr Engagement zu verstärken und sich auf eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zu einigen. Zudem muss ein langfristiges, rechtlich bindendes Rahmenabkommen zur Reduzierung globaler Treibhausgasemissionen abgeschlossen werden und neue, planbare und zusätzliche Mittel zur Klimafinanzierung bereitgestellt werden.

In diesem Jahr gab es zwar einige Fortschritte bei der Umsetzung einiger Schlüsselelemente des Cancún-Abkommens von 2010, unter anderem bei der Entwicklung des Komitees für Anpassung (Adaptation Committee), des Grünen Klimafonds und der Schutzklauseln beim Waldschutz. Doch weitere wichtige Elemente, wie die Schließung der sogenannten Gigatonnen-Lücke, die Ermittlung neuer, zusätzlicher, planbarer und nachhaltiger Finanzmittel und die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls wurden noch nicht beschlossen.

Während manche Verhandlungsparteien eine Einigung immer weiter hinauszögern, hat das Jahr 2011 einen neuen Rekord aufgestellt. Laut einem Bericht des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) haben extreme Wetterbedingungen die höchsten wirtschaftlichen Schäden gefordert. "Wir erleben gerade eine schlimme Dürre und Hungerkrise am Horn von Afrika und wir sahen ungewöhnlich starke Fluten in Südostasien und Zentralamerika", erinnert Karin Kortmann. Diese Katastrophen seien ein Ausblick darauf, was die Welt in der Zukunft erwarten könnte. In Borana, Äthiopien berichteten Bauern, dass Dürren heute alle ein bis zwei Jahre auftreten, während sie früher nur alle sechs bis acht Jahre kamen.

"Derzeit bewegen wir uns stark auf eine Erderwärmung von mehr als drei Grad zu und riskieren damit einen unabwendbaren Wandel des Erdklimas. Wir müssen jetzt handeln, um die globale Erwärmung unter einem akzeptablen Wert von zwei Grad zu halten", warnt die stellvertretende CARE-Generalsekretärin Kortmann. "Es ist an der Zeit, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die zum Klimawandel am stärksten beigetragen haben und am wenigsten dafür tun, ihn aufzuhalten."

Die Erfahrungen von CARE zeigen, dass Frauen in den betroffenen Ländern der Schlüssel zur erfolgreichen Anpassung an den Klimawandel sind. Dennoch seien sie meist unterrepräsentiert bei den Planungen und Verhandlungen, trotz ihres Wissens um traditionelle und innovative Anpassungsstrategien. "Unsere Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden in 34 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika zeigt uns, welche starke Rollen Frauen bei der Anpassung und Stärkung ihrer Lebensräume spielen", betont Kortmann. Deshalb müsse ein internationales Klimaabkommen lokale Gemeinden und vor allem Frauen in den Mittelpunkt stellen.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Die deutschsprachige CARE-Mitarbeiterin Sandra Bulling ist bis zum 10. Dezember bei der Klimakonferenz in Durban vor Ort und steht für die Vermittlung von Interviews und Informationen zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

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CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 97563 46
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