Pressemitteilung

Orphan Drugs eine Alternative zum auslaufenden Blockbustermodell? / Für viele seltene Krankheiten sind noch keine Medikamente in der Entwicklung / Große Pharmafirmen bereiten sich auf diesen Trend vor

2011-11-25 10:49:30

München (ots) - Bis zur Jahrtausendwende schien die Welt der großen Pharmafirmen noch in Ordnung. Bis zum Jahre 2002 wurden zweistellige Wachstumsraten von etwa 11% verzeichnet. Seitdem sank das jährliche Wachstum stetig auf jetzt nur noch ca. 4%. Die beeindruckenden Ergebnisse der Vergangenheit erreichte die Industrie vor allem durch ihren Fokus auf "Blockbuster Drugs" (Jahresumsatz > US$ 1 Mrd.).

Dabei lag der Schwerpunkt auf Krankheiten mit sehr hoher Prävalenz, wie z. B. Fettstoffwechselstörungen (Dys-, bzw. Hyperlipidämien), kardiovaskulären Erkrankungen oder Diabetes. Laut einer Analyse der Novumed Consultants erfüllten 120 Medikamente im Jahre 2010 die Definition eines Blockbusters. Diese Medikamente generierten US$ 302 Mrd. bzw. 35% des gesamten Pharmaumsatzes von US$ 850 Mrd.

In Zeiten der Blockbuster fanden "Orphan Krankheiten" wenig Beachtung. Dies sind Krankheiten, die nicht mehr als 200.000 Patienten in Amerika und nicht mehr als 50 Patienten pro 100.000 Einwohner in der EU betreffen. Man geht davon aus, dass es zwischen 5.000 und 7.000 dieser seltenen Krankheiten gibt und ca. 6% bis 8% der europäischen Bevölkerung davon betroffen sind.

Bereits seit einigen Jahren wurden in den USA und Europa Gesetze erlassen, die der pharmazeutischen Industrie Anreize schaffen, Medikamente für seltene Krankheiten zu entwickeln. Sind die Voraussetzungen niedriger Patientenzahlen erfüllt, winken attraktive Begünstigungen wie Marktexklusivität, wissenschaftliche Beratung, Hilfe bei der Erstellung des Studienprotokolls, Gebührennachlass, Steuervorteile und finanzielle Unterstützung.

Die Preisgestaltung ist ein wichtiges Kriterium der Profitabilität von "Orphan Arzneimitteln". Laut einer Studie des Forbes-Magazins können die jährlichen Behandlungskosten mit einem Medikament bis zu US$ 400.000 betragen. Pharmafirmen erzielen hier hohe Preise, da seltene Krankheiten nur wenige Patienten betreffen und der medizinische Bedarf sehr hoch ist, weil Behandlungsalternativen fehlen.

Die Akzeptanz von "Orphan Arzneimitteln" steigt kontinuierlich, wie die Anzahl der Anträge auf "Orphan Status" sowie die Anzahl der "Orphan Status Ausweisungen" der FDA zeigen. Beide erreichten Rekordwerte im Jahr 2010. Auch große Pharmaunternehmen haben die Attraktivität dieses Marktes erkannt - Pfizer, GlaxoSmithKline, Novartis und MSD haben Forschungszentren oder Forschungsprogramme etabliert, die auf "Orphan Arzneimittel" spezialisiert sind.

Novumed Life Science Consulting hat über 600 "Orphan Indikationen" analysiert, von denen 71 detailliert betrachtet wurden. Zunächst fiel auf, dass für 42 dieser 71 Erkrankungen keine Medikamente entwickelt werden. Damit gibt es offensichtlich gerade im Bereich "Orphan Krankheiten" noch ein hohes Potential für "First-in-Class" Medikamente. Die meisten Arzneimittel wurden für Atemwegserkrankungen (Mukoviszidose) und neurologische Indikationen (Chorea Huntington) entwickelt.

"Orphan Arzneimittel" bergen zwar ein hohes Marktpotential, die attraktivsten Segmente wurden bisher jedoch nicht identifiziert. Da dieser Markt fragmentiert und ungenügend charakterisiert ist, fehlt es an verlässlichen Marktdaten. Die Wachstumschancen können für diejenigen beträchtlich sein, die sich für einen Strategiewechsel entscheiden.

Die volle Publikation erhalten Sie gerne auf Anfrage unter www.novumed.com oder info@novumed.com.

Pressekontakt:

Dr. Jörn Leewe
Tel. 089666660010
E-Mail: joern.leewe@novumed.com

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