Pressemitteilung

BPI: Baustelle Gesundheitswesen: BPI fordert stärkere Mitwirkungsmöglichkeiten bei Arzneimittelfragen

2011-11-10 12:45:00

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert mehr Beteiligungsmöglichkeiten bei Entscheidungen zu Arzneimitteln. "Warum lässt man uns, die wir die Produkte erforschen, entwickeln, produzieren und ständig verbessern, nicht aktiver daran teilhaben, wie dieses Gesundheitswesen aussehen soll?", so Dr. Bernd Wegener, Vorstandvorsitzender des BPI im Rahmen des 18. BPI-Unternehmertages 2011 in Berlin. "Wer Mitverantwortung übernimmt, handelt auch mit Blick auf das Gemeininteresse".

Die pharmazeutische Industrie habe beim Abschluss der Rahmenvereinbarung zu den Erstattungspreisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband bewiesen, dass sie konstruktiv mit der Kassenseite zusammenarbeiten kann und gemeinsame Lösungen finden will. Dabei waren die Herstellerverbände auch zu schmerzlichen Kompromissen bereit. Ob sich die Konsensbereitschaft letztlich auszahle, sei aber noch völlig offen. "Wichtig werde es hier sein", so Dr. Wegener, "ob der Spitzenverband Bund als Monopolist auf der Kassenseite angemessen auf die Situation reagiert oder sich zum Ziel setzt, eine Lebenswirklichkeit für Unternehmen zu schaffen, die diesen die Luft zum Atmen nimmt."

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und der GKV-Spitzenverband hätten im Verfahren der frühen Nutzenbewertung und der Verhandlungen über Erstattungsbeträge viele Möglichkeiten und Stellschrauben, die Hersteller auf ein für sie unwirtschaftliches Preisniveau zu drücken oder aus dem Markt zu vertreiben: über die Bewertungsmethoden, durch die Festlegung der Vergleichstherapie, durch Therapiehinweise oder durch die Frage, welcher Zusatznutzen zugemessen wird. "Das wäre nicht akzeptabel", sagte Dr. Wegener und forderte die Kassenseite auf, bei den Erstattungspreisverhandlungen das Augenmaß an den Tag zu legen, das auf beiden Seiten Kompromisse bei der gemeinsamen Rahmenvereinbarung möglich gemacht habe: "Die Frage, was der Zusatznutzen in Euro wert ist, bleibt Verhandlungssache und lässt sich im Konsens nur mit Augenmaß beantworten", so Wegener.

Die pharmazeutische Industrie wolle auch in Zukunft mehr Mitsprachemöglichkeiten bekommen und das Gesundheitswesen stärker mitgestalten. Dazu gehöre auch, dass beim G-BA ein wissenschaftlicher Beirat in die Diskussionen um die Vergleichstherapie eingebunden werden solle und dass man eine Ombudsstelle einrichte, bei der gegen Entscheidungen des G-BA Beschwerde eingereicht werden kann. So bekäme der Ausschuss mehr gesellschaftliche Akzeptanz, so Dr. Wegener. Er forderte die Politik außerdem dazu auf, das SGB V dahingehend zu überprüfen, welche Stellen Entscheidungen zu Lasten der pharmazeutischen Industrie beinhalteten: "Bessern Sie nach! Geben Sie uns die Möglichkeit, unsere Konstruktivität, die wir im Jahr 2011 bewiesen haben, auch hier unter Beweis stellen zu können."

Pressekontakt:

Joachim Odenbach
Tel. 030/27909-131
jodenbach@bpi.de

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