Pressemitteilung

Neues Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zugelassen

2011-10-26 13:40:52

Ismaning (ots) - Einschränkungen der Gehfähigkeit gehören für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zu den belastendsten Aspekten ihrer Erkrankung - so das Ergebnis einer Umfrage unter betroffenen Patienten [1]. Wie lange werde ich noch mobil bleiben? Diese Frage steht für die Betroffenen - nach Schätzungen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ca. 130.000 Patienten in Deutschland - oft im Mittelpunkt. Bislang ließen sich nur die Symptome, die zur Gehbehinderung führen, behandeln [2]. Seit Juli dieses Jahres steht für MS-Patienten mit Gehbehinderungen nun eine Therapie zur gezielten Verbesserung der Gehfähigkeit zur Verfügung [3, 4].

Mobilität und damit verbunden Gehfähigkeit haben einen zentralen Stellenwert für MS-Patienten und sind eng mit der erlebten Lebensqualität verbunden. Viele der befragten MS-Patienten gaben an, dass die MS sie im Berufs- sowie Privatleben einschränkt. So haben viele MS-Patienten bereits private Ereignisse wie Urlaub oder Familienfeier auf Grund der Erkrankung abgesagt. Durch die Verbesserung der Mobilität können MS-Patienten mit Gehbehinderungen nun wieder selbstständiger und aktiver am Leben teilnehmen. Alltägliche Aufgaben, wie der Gang zum Supermarkt oder das Treppensteigen, können zum Beispiel wieder bewältigt werden.

MS ist eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems. Dabei greift das eigene Immunsystem die Schutzhülle der Nervenfasern (Myelin) in Gehirn und Rückenmark an. Ist die Schutzhülle beschädigt, liegen die Nervenstränge frei und Kalium kann unkontrolliert entweichen. Die Weiterleitung von Nervenimpulsen ist dadurch nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich. Je nach dem, welche Regionen im Gehirn und Rückenmark betroffen sind, kommt es zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Schmerzen, Müdigkeit oder Einschränkungen der Gehfähigkeit und Beweglichkeit.

Das neue Medikament kann die freiliegenden Kaliumkanäle verschließen und so die Weiterleitung der Nervenimpulse und die Gehfähigkeit verbessern [5]. Bereits nach ca. 2 Wochen profitieren die Patienten, die auf die Therapie ansprechen, von der gesteigerten Gehfähigkeit und zwar unabhängig von Dauer und Verlaufsform der MS. Gleichzeitig kann das neue Medikament zum Beispiel die Muskelkraft in den Beinen, die Gangart, den Gleichgewichtssinn und die Sicherheit beim Gehen verbessern. Mit der Folge, dass Aktivitäten, die mit der Mobilität verbunden sind, von den behandelten Patienten, nach eigener Aussage, als deutlich weniger belastend empfunden werden. Das neue Medikament wird zwei Mal täglich als Tablette eingenommen und kann mit allen gängigen MS-Basistherapeutika und der Antikörper-Infusionstherapie kombiniert werden.

Quellen:

   1. Heesen C, et al. Mult Scler. 2008;14:988-91 
   2. Goldman MD et al., Cleve Clin J Med. 2006; 73:177-186
   3. Goodman AD et al., Lancet 2009; 373: 732-738
   4. Goodman AD et al., Ann Neurol 2010; 68: 494-502 
   5. Sherratt RM et al., Nature1980; 283: 570-572 

Pressekontakt:

Martina Welters
Tel.: 02173/9769-84
E-Mail: martina.welters@medical-relations.de

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