Pressemitteilung

Uniklinik-Ärzte stimmen für Streik - Arbeitsniederlegungen beginnen am 7. November

2011-10-21 11:20:45

Berlin (ots) - Vom 7. bis 20. Oktober konnten die Mitglieder des Marburger Bundes an den Universitätskliniken im Tarifbereich TdL über einen Ärztestreik abstimmen. Das Votum der Urabstimmung ist eindeutig: 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte haben für die Aufnahme von Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft hat daraufhin beschlossen, Vorbereitungen für einen unbefristeten Vollstreik an den 23 Universitätskliniken im Tarifbereich der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu treffen, der ab 7. November beginnen wird.

"Die Ärztinnen und Ärzte in den Unikliniken haben vor fünf Jahren den ersten Arzt-Tarifvertrag an den Kliniken erkämpft. Auch jetzt sind sie entschlossen, für die Durchsetzung ihrer Forderungen notfalls einen langen Weg zu gehen. Das Votum zeigt sehr eindrücklich, wie groß der Unmut der Ärzte über das Verhalten der TdL ist, die während der Tarifverhandlungen zu keinerlei Kompromissen bereit war", sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes. Für die Eskalation des Tarifkonflikts sei einzig und allein die TdL verantwortlich. "Die TdL will uns ein Tarifdiktat aufzwingen, das der hohen Leistungsbereitschaft der Uniklinik-Ärzte in Spitzenmedizin, Forschung und Lehre Hohn spricht. In den fünf Verhandlungsrunden hat die TdL noch nicht einmal einen vollen Inflationsausgleich in Aussicht gestellt. Selbst minimale Verbesserungen sollten die Ärzte durch Urlaubsverzicht oder längere Arbeitszeiten selbst finanzieren. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Nicht mit uns!"

Der Marburger Bund sei gut gerüstet für den Arbeitskampf. "Die Ärzte haben 2006 bewiesen, dass sie auch einen langen Streik erfolgreich durchstehen. Der Streik wird solange andauern, bis die TdL ein zustimmungsfähiges Angebot vorlegt", sagte Botzlar. Vom ersten Streiktag an werde es zu tagelangen Verzögerungen in den nicht notfallmäßigen Behandlungsabläufen kommen. Viele Patientenaufnahmen müssten dann verschoben und sogenannte elektive, planbare Eingriffe neu terminiert werden. In solchen Fällen kämen auch kommunale, private oder kirchliche Krankenhäuser als Alternativen in Betracht.

Botzlar betonte, dass der Streik eine Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern sei und sich nicht gegen die Patienten richte. "Wir wollen nicht die Patienten treffen, sondern auf die TdL einwirken. Die Arbeitgeber haben es in der Hand, die Dauer dieses Konfliktes zu bestimmen." Botzlar appellierte auch an die Vorstände der Unikliniken, dem "Ärzte-Abwanderungsprogramm" der TdL nicht länger schweigend zuzusehen.

Im Anhang zu dieser Pressemitteilung finden Sie eine Hintergrundinformation zur Situation der Ärztinnen und Ärzte an den Unikliniken. Weitere Informationen zum Tarifkonflikt mit der TdL sind unter www.tdl-tarifrunde.de abrufbar.

Pressekontakt:

Marburger Bund Bundesverband, Hans-Jörg Freese (Pressesprecher), Tel.
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