Pressemitteilung

7-10 Mrd. EUR/Jahr kostet mangelnde Therapietreue in Deutschland

2011-10-14 13:58:34

Berlin (ots) - Der Bundesverband Patientenindividueller Arzneimittelverblisterer e.V. (BPAV) sieht erhebliche Verbesserungspotentiale bei der regelmäßigen und sachgemäßen Einnahme von Medikamenten durch die Patienten. Jährlich entstehen durch mangelnde Therapietreue ("Non-Compliance/Non-Adherence") und den daraus resultierenden Gesundheitsschäden Kosten zwischen sieben und zehn Milliarden Euro für das Gesundheitssystem.

In einer Vorabveröffentlichung der Bertelsmann Stiftung (Newsletter gesundheitsmonitor 2|2011), werden verschiedene Studien besprochen, die untersuchen, was die unsachgemäße Einnahme von rezeptpflichtigen Medikamenten verursacht: z.B. Erkrankungen, die im Vorfeld der Therapie nicht bekannt waren. Bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland entstünden durch Klinikaufenthalte und Pflegeleistungen jährliche Kosten in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro. Hier sind die indirekten Kosten (Fehlzeiten, Produktivitätsverluste, Rehamaßnahmen etc.) noch gar nicht berücksichtigt. "Das kann und darf kein verantwortlicher Politiker oder Kostenträger im deutschen Gesundheitswesen ignorieren", ist der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann überzeugt.

Die wesentlichen Gründe für die fehlerhafte Einnahme von Medikamenten sind einerseits in der mangelhaften Information der Patienten zu suchen. Neben Problemen der Medikation bei mehreren Erkrankungen, spielt auch die oft altersbedingte Vergesslichkeit eine zentrale Rolle. So geben in einer aktuellen Erhebung vom Frühjahr 2011 20% der Befragten an, in den letzten 12 Monaten drei- oder mehrmals die Einnahme eines verschreibungspflichtigen Medikaments vergessen zu haben.

"Hier setzt die patientenindividuelle Verblisterung an: besseres Medikationsmanagment durch die Dienstleistungsgemeinschaft Apotheker/Blisterzentrum sowie eine klare und einfache Handhabung ", betont Holdermann am Rande eines Fachgesprächs in Berlin. "Gerade für multimorbide Patienten wird die Einnahme der Medikation vereinfacht, was nachweislich die Therapietreue verbessert und entsprechende Folgekosten verringert. In Deutschland gibt es mittlerweile die entscheidenden Hilfen, um dieses Problem zu lösen. Allerdings werden diese durch veraltete Vergütungsstrukturen nach dem Gießkannenprinzip und wie erst neulich durch die Apotheker-/Ärztekammer in Brandenburg dokumentiert, durch Kammeregoismen und Besitzstandswahrung verhindert", so Holdermann weiter.

Der BPAV wurde Ende 2009 gegründet. Dem Verband gehören Unternehmen an, die nach deutschem Recht (§ 13 AMG) patientenindividuelle pharmazeutische Blister herstellen dürfen, also eine Herstellererlaubnis führen. Aktuell hat der Verband neun Blisterzentren und sechs fördernde bzw. assoziierte Partner als Mitglieder.

Pressekontakt:

Udo Sonnenberg, BPAV Geschäftsstelle, Tel.: 030 - 847 122 68-15,  
Email: presse@blisterverband.de
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BPAV Bundesverband Patientenindividueller Arzneimittelverblisterer e.V.



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