Pressemitteilung

ots.Audio: Der moderne Arbeitsunfall heißt Burnout DEKRA stellt Arbeitssicherheitsbarometer 2011 vor MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

2011-10-06 13:30:00

Stuttgart (ots) - Anmoderation:

Wie gefährlich, glauben Sie, ist Ihr Arbeitsplatz? Nicht so besonders, denken Sie wahrscheinlich - wenn Sie nicht gerade am Hochofen, mit Starkstrom oder als Löwenbändiger arbeiten. Aber auf den zweiten Blick kann heutzutage praktisch jeder Arbeitsplatz gesundheitsgefährdend sein. Denn in den Unternehmen gehen von der Technik immer weniger Gefahren aus; an die Stelle des klassischen Unfalls bei der Arbeit treten zunehmend Burnout und innere Kündigung. Das ist das Ergebnis des aktuellen DEKRA-Arbeitssicherheitsbarometers, das die Expertenorganisation heute (6.10.) in Stuttgart vorgestellt hat. DEKRA-Vorstandsmitglied Mark Thomä zu den Ursachen von Burnout:

1. O-Ton Mark Thomä

Das hängt, glaube ich, sehr, sehr stark damit zusammen, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der Leistung, die von einem erwartet wird - oder was man meint, was erwartet wird - und was man denkt, tatsächlich leisten zu können. Das ist eigentlich oft das Moment, wo Burnout entsteht. Und das in allen möglichen Ecken des Berufslebens, wie wir es gerade in der Öffentlichkeit gehört haben. (0:23)

Nicht nur Prominente, die in der Öffentlichkeit stehen, wie Fußballtrainer Ralf Rangnick, können vom Burnout betroffen sein, sondern auch wir ganz normale Arbeitnehmer in den unterschiedlichsten Bereichen. Trotzdem, so die DEKRA-Experten, schenken die Unternehmen dem Thema psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter insgesamt noch viel zu wenig Beachtung. Dabei wäre das nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern auch der Unternehmen, rechnet Mark Thomä vor:

2. O-Ton Mark Thomä

Wenn man bedenkt, dass im Schnitt jeder Arbeitnehmer in Deutschland 13 Tage fehlt im Jahr, macht das ungefähr 43 Milliarden Euro pro Jahr aus. Das ist ein ganz wichtiger wirtschaftlicher Faktor auch. Also jeder Tag, der auf diese 13 Tage gewonnen ist, ist purer Gewinn für alle Firmen. (0:21)

Die Bedeutung von psychischen Erkrankungen bei diesen Fehlzeiten steigt seit Jahren. Im Vergleich zu 2004 haben sie sich nach Zahlen des AOK-Bundesverbandes verzehnfacht. Und tendenziell bedeuten langwierige Erkrankungen wie Burnout deutlich mehr Fehltage: Im Schnitt fehlt ein Beschäftigter etwa bei einer Atemwegserkrankung knapp sieben Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage, also mehr als drei Mal so viel. Trotzdem erkennt das Management oft nicht, welche Chancen darin stecken, durch entsprechende Prävention die Fehltage zu reduzieren. Sebastian Bartels, DEKRA-Konzernbeauftragter Arbeits- und Gesundheitsschutz:

3. O-Ton Sebastian Bartels

Bei den psychischen Belastungen sehen wir das A und O bei den Führungskräften, bei den Unternehmern. Die sind da gefragt, eine Kultur zu etablieren, in der gefördert wird, dass ein Mitarbeiter ernst genommen und in den Mittelpunkt gestellt wird. Ich will nicht sagen, dass es nirgendwo stattfindet, sondern es findet noch nicht häufig genug statt. Die Führungskraft ist A und O, sich in die Lage zu versetzen, Mitarbeiter so zu führen, dass man erkennt: wo sind die Bedürfnisse und wo sind vielleicht Alarmsignale, die man heute schon feststellt. Auch dafür müssen Führungskräfte geschult werden. Das findet auch noch zu selten statt. (0:33)

Über 600 Unternehmen bundesweit hat DEKRA für das aktuelle Arbeitssicherheitsbarometer per Online-Fragebogen befragt - Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung, Verwaltung und anderen Branchen. Eines der zentralen Ergebnisse: Viele Unternehmens-Chefs kümmern sich um Arbeits- und Gesundheitsschutz nur, weil Gesetze sie dazu zwingen.

4. O-Ton Sebastian Bartels

Das haben über 80 Prozent angegeben als Hauptgrund für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Da muss man sagen: Das ist ein Stück weit zu kurz gedacht. Alles das, was ich dort gut mache und auch mit Nachhaltigkeit umsetze, wird sich letztendlich auch in meinem Unternehmensergebnis widerspiegeln. Wir wissen alle, dass Unternehmen Geld verdienen müssen, das ist klar. Aber ich kann das noch besser, noch einfacher und mit noch zufriedeneren Mitarbeitern machen, wenn ich einen systematischen Arbeits- und Gesundheitsschutz eingeführt habe. Das werden mir die Mitarbeiter definitiv danken. (0:30)

Abmoderation:

Der moderne Arbeitsunfall heißt heutzutage Burnout - das ist das Ergebnis des aktuellen DEKRA-Arbeitssicherheitsbarometers, das die Expertenorganisation heute (6.10.) in Stuttgart vorgestellt hat.

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DEKRA, Tilman Vögele-Ebering, 0711 7861 2122
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