Pressemitteilung

BPI: Wider besseres Wissen - Der von der AOK bezahlte Arzneimittelverordnungsreport ignoriert die Realität

2011-09-14 13:03:52

Berlin (ots) - Der Arzneimittelverordnungsreport (AVR) fordert in diesem Jahr verbesserte Transparenz im Arzneimittelmarkt und effektive Instrumente zur Preisregulierung von Arzneimitteln, um auch bei Nachahmerprodukten (Generika) europäische Marktverhältnisse zu erreichen. Gerade den letzten Punkt kann man nur unterstreichen, denn dann müssen die Rabattverträge endlich weg. In keinem anderen europäischen Land ist der Preisverfall bei Generika so extrem wie in Deutschland. "Der AVR will natürlich mit seiner Forderung die Preise senken. Doch die Forderung macht erneut deutlich, dass er die Systematik der Preisbildung in Deutschland und anderen europäischen Ländern nicht verstanden hat oder stillschweigend ignoriert. Von einem Arzneimittel, das in der Apotheke 11 Euro zu Lasten der GKV kostete, erhält der Hersteller nur rund 35 Cent. Der Rest geht in die Mehrwertsteuer und die Handelsstufen. Wer also die Hersteller angreift, sollte auch mit den Finanzen argumentieren, die die Hersteller erhalten. Alles andere ist Polemik und ramponiert einen wissenschaftlichen Ruf. Und wer deutsche Preise mit denen im Vereinigten Königreich vergleicht, sollte zudem auch an den Wechselkurs denken! Am 14. Februar 2011 gab es für 100 Euro 118,98 Britische Pfund, heute sind es 86,63 Pfund. Hat der AVR das bedacht?", erklärte Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BPI.

Zu der geforderten Transparenz im Arzneimittelmarkt muss auch gehören, dass die Arbeit des Unterausschusses Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses transparent wird. Transparenz ist keine Einbahnstraße, die nur die Hersteller betrifft. "Wir müssen unsere Studien in internationalen Datenbanken listen und im Rahmen der frühen Nutzenbewertung müssen wir vollständige Dossiers einreichen. Wer aber über unsere Produkte anhand welcher Unterlagen entscheidet, bleibt im Dunkel der Intransparenz", so Gerbsch.

Im vergangenen Jahr hatte der AVR bei seinem Ländervergleich Deutschland Schweden ebenfalls, wie jetzt bei den Generika, die Daten des Apothekenverkaufspreise verglichen und anhand dieser den Herstellern überhöhte Preise vorgeworfen. Auch da hatte er, wissenschaftlich mehr als fragwürdig, die Handelsstufen, Herstellerzwangsabschläge oder Wechselkursschwankungen völlig außer Acht gelassen.

Die Berechnungen des BPI zum AVR 2010 finden Sie unter www.bpi.de .

Pressekontakt:

Joachim Odenbach
Tel.: 030/27909-131
jodenbach@bpi.de

Permalink:


http://www.presseportal.de/pm/21085/2112387

BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie



Weiterführende Informationen

http://www.bpi.de


Das Presseportal ist ein Service von news aktuell und die Datenbank für Presseinformationen im deutschsprachigen Raum.
www.presseportal.de
Infobox anzeigen/verbergen


Alle Pressemitteilungen