Pressemitteilung

BPI: Morgen kommt der neue AVR: Vorsicht geboten! - Ein Rückblick auf den AVR 2010

2011-09-13 10:39:38

Berlin (ots) - Im Vorfeld der Veröffentlichung des Arzneiverordnungsreportes (AVR) 2011 hat der BPI anhand der vom AVR selbst publizierten Daten Berechnungen des letzen Jahres überprüft. Das Ergebnis ist: trau keiner Schlussfolgerung aus einer Statistik, die man nicht selbst erstellt hat. Zwar wurden im AVR 2010 die Apothekenverkaufspreise sauber gerechnet. Nur sagen diese inzwischen wenig über die Belastung der Kassen aus. Denn dabei werden wesentliche Dinge einfach außer Acht gelassen - und nur so konnte der AVR auf seine plakativen Aussagen zu den angeblich überhöhten Preisen im Vergleich Deutschland Schweden kommen. "Der AVR vergleicht die Apothekenverkaufspreise und kommt zum Schluss, dass diese in Deutschland 48 Prozent höher liegen. Verantwortlich macht er plakativ die Hersteller, ohne beispielsweise die Handelsstufen, die Zwangsabschläge von Herstellern und Apothekern oder das geltende Preismoratorium zu berücksichtigen. Einzig die Mehrwertsteuerunterschiede rechnet er ein. Wenn man die Hersteller verantwortlich macht, muss man vergleichen, was die Hersteller für die gleichen Arzneimittel in Deutschland und Schweden wirklich erhalten. Und da liegt der Vergleich nach den eigenen Zahlen des AVR bei 4,5 Prozent mehr - und nach aktuellem Wechselkurs sogar 2 Prozent weniger als in Schweden" erklärte Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BPI.

Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass von den 50 verglichenen umsatzstärksten Arzneimitteln für 60 Prozent auch Rabattverträge existieren. Da diese Rabattverträge nicht offen liegen, ist ein abschließender Preisvergleich mit Schweden unzulässig: es ist nur sicher, dass die Einnahmen der Hersteller erheblich niedriger liegen, als vom AVR angegeben. Zudem muss klargestellt werden, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des AVR die Hersteller schon einen 16 prozentigen Zwangsabschlag hinnehmen mussten, den der AVR verschweigt und nicht einberechnet hat. Auch das seit August 2010 geltende Preismoratorium wurde weggelassen. Ebenfalls unter den Tisch lässt der AVR Wechselkursschwankungen fallen. All dies macht deutlich, dass die Berechnungen zum Apothekenverkaufspreis zwar zahlenmäßig richtig sind, die daraus gezogenen Schlussfolgerungen aber mit großer Vorsicht zu genießen sind. "Wir sind gespannt, welche Zahlen dieses Jahr vorgelegt werden und wir werden uns erneut die Mühe machen, nachzuvollziehen, ob die Zahlen überhaupt eine Grundlage für die gezogenen Schlussfolgerungen bieten. Wer evidenzbasierte Medizin fordert, muss auch Evidenz liefern", so Gerbsch.

Eine Präsentation zum Thema und die vollständigen Berechnungen finden Sie unter www.bpi.de.

Pressekontakt:

Joachim Odenbach
Tel. 030/27909-131
jodenbach@bpi.de

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