Pressemitteilung

Europäische Arzneimittelagentur akzeptiert einreichung des zulassungsantrags für das epilepsie-medikament perampanel von Eisai

2011-06-28 01:02:04

Hatfield, England (ots/PRNewswire) - Eisai gab heute bekannt, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Zulassungsantrag (MAA, Marketing Authorisation Application) für Perampanel zur Behandlung von partiellen (fokalen) Anfällen bei Epilepsie-Patienten zur Prüfung zugelassen hat. Perampanel ist der erste hochselektive, nicht kompetitive AMPA-Glutamatrezeptor-Antagonist.

Epilepsie ist eine der weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen; geschätzte sechs Millionen Menschen in Europa sind von Epilepsie betroffen.[1] Die erfolgreiche Behandlung fokaler Anfälle (der häufigsten Form epileptischer Anfälle) stellt nach wie vor eine Herausforderung dar. Bis zu 30% der Patienten mit fokalen Anfällen erlangen trotz einer geeigneten Therapie mit Antiepileptika keine Anfallsfreiheit.[2]

"Die Annahme dieses Antrags durch die EMA ist ein positiver Schritt hin zur Bereitstellung dieses wichtigen Medikaments für Epilepsie-Patienten mit nicht kontrollierten fokalen Anfällen", kommentierte Professor Bernhard Steinhoff, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Epilepsiezentrums Kork, Deutschland. "Nicht kontrollierte Anfälle haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und alltäglichen Abläufe der Patienten; daher freuen wir uns auf die Möglichkeit, Epilepsiepatienten in naher Zukunft eine neue Behandlungsoption anbieten zu können."

Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Perampanel wurde anhand von drei globalen, randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Phase-III-Studien mit Dosis-Eskalation an 1480 Epilepsiepatienten nachgewiesen. Die primären und sekundären Endpunkte waren in allen drei Studien gleich: 50% Responderrate, standardisierte mediane prozentuale Anfallsreduktion, prozentuale Reduktion komplex-fokaler und sekundär generalisierter Anfälle und Evaluation der Dosis-Wirkungsbeziehung.

Jede der Studien zeigte konsistente Ergebnisse in Bezug auf Wirksamkeit und Verträglichkeit von Perampanel bei Patienten mit fokalen Anfällen.

"Als forschungsbasierter Pharmakonzern mit einem besonderen Schwerpunkt im Bereich Epilepsie setzen wir uns dafür ein, neue, innovative Epilepsietherapeutika auf den Markt zu bringen, die den Patienten die Möglichkeit einer besseren Anfallskontrolle bieten", so Dr. Lynn D. Kramer, M.D., FAAN, Vorsitzender der Eisai Neuroscience Product Creation Unit. "Perampanel ist eine aufregende neue Substanz, die über das Potential verfügt, dem hohen therapeutischen Bedarf bei Epilepsiepatienten gerecht zu werden, und die völlig im Einklang mit der Eisai-Unternehmensphilosophie der human health care steht."

Die Entwicklung von Perampanel ist ein gutes Beispiel für die Eisai-Unternehmensphilosophie der human health care, dem Einsatz des Unternehmens für innovative Lösungen in der Krankheitsprävention und -behandlung sowie der Fürsorge für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen in der ganzen Welt.

Eisai hat zur gleichen Zeit einen Arzneimittelzulassungsantrag (NDA, New Drug Application) für Perampanel als Zusatztherapie zur Behandlung von fokalen epileptischen Anfällen bei der US-amerikanischen Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (FDA) eingereicht.

Über Perampanel

Perampanel ist ein hochselektiver, nicht-kompetitiver AMPA-Rezeptor-Antagonist ( alpha-amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolepropionic acid), der in Studien der Phase II und III ein breites Spektrum an anfallshemmenden Wirkungen demonstriert hat. AMPA-Rezeptoren als Subtypus von Glutamatrezeptoren, welche in fast allen exzitatorischen Neuronen in grosser Anzahl vorkommen, übertragen Signale, die vom exzitatorischen Neurotransmitter Glutamat innerhalb des Gehirns angeregt werden. Man geht davon aus, dass sie eine Rolle bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems spielen, die sich durch übermässige neuroexzitatorische Signalbildung auszeichnen, u.a. Epilepsie, neurodegenerative Erkrankungen, Bewegungsstörungen, Schmerz und psychiatrische Störungen.

Im Falle der Zulassung wird Perampanel das erste Medikament in dieser Kategorie sein.

Über die Perampanel Phase-III-Studien (Studie 306, 305 und 304)

Der klinische Entwicklungsplan für Perampanel bestand aus drei globalen Phase-III-Studien - Studie 306, 305 und 304 -, an denen insgesamt 1480 Patienten teilnahmen. Das Hauptziel von Studie 306 bestand in der Identifizierung der minimalen effektiven Dosis; die Studie schloss vier Behandlungsarme ein (Placebo, 2 mg, 4 mg und 8 mg). Die Studien 304 und 305 umfassten drei Behandlungsarme (Placebo, 8 mg und 12 mg) und dienten der Evaluation eines weiter gefassten Dosisbereichs.

Die Studien glichen sich im Design: globale, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte, Parallelgruppenstudien mit Dosis-Eskalation. Die primären und sekundären Endpunkte waren in allen drei Studien gleich: standardisierte mediane prozentuale Anfallsreduktion, 50% Responderrate, prozentuale Reduktion komplex-fokaler und sekundär generalisierter Anfälle und Evaluation der Dosis-Wirkungsbeziehung.

Studie 306[3]

Die Studie 306 zeigte, dass Perampanel gut verträglich und wirksam in Bezug auf die Senkung der medianen Anfallshäufigkeit und die Erreichung höherer Responderraten war. Die Ergebnisse zeigten insbesondere:

- Ergebnisse der gesamten ITT-Population für die mediane Anfallshäufigkeit: 2 mg = -13,6% (p=0,420), 4 mg = -23,3% (p=0,003), 8 mg = -30,8% (p<0,001). Signifikante Veränderung der medianen Anfallshäufigkeit der ITT-Population, die 4 und 8 mg Perampanel/Tag erhielt, gegenüber Placebo: -28,6% bei 4 mg (p=0,003) und -33,5% bei 8 mg (p<0,001) gegenüber -13,8% mit Placebo.

- Ergebnisse der gesamten ITT-Population für die Responderraten: 2 mg = 20,6% (p=0,486), 4 mg = 28,5% (p=0,013), 8 mg = 34,9 (p=0,0003). Höhere Responderraten der ITT-Population im Vergleich zu Placebo: 20,9% (p=ns), 28,6% (p=0,009) und 34,9% (p<0,001) in den mit 2, 4, bzw. 8 mg Perampanel/Tag behandelten Gruppen gegenüber 17,6% mit Placebo.

- Die am häufigsten während der Behandlung aufgetretenen unerwünschten Ereignisse waren Schwindel, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit.

Studie 305 - Europa, USA, Südafrika, Israel, Russland, Indien, Australien

Die vollständigen Ergebnisse der Studie 305 werden auf dem 29. Internationalen Epilepsie-Kongress vorgestellt werden, der vom 28. August bis 1. September 2011 in Rom stattfindet.

Studie 304[4] - USA, Kanada und Südamerika

Die Studie 304 zeigte konsistente Ergebnisse in Bezug auf Wirksamkeit und Verträglichkeit von Perampanel bei der Behandlung von Patienten mit fokalen Anfällen. Insbesondere wurde Folgendes beobachtet:

- Eine volle Intention-to-treat-Analyse ergab für die Placebo-Gruppe, die 8-mg-Gruppe und die 12-mg-Gruppe eine um 21,0%, 26,3% bzw. 34,5% reduzierte Anfallshäufigkeit.

- Die 50%-Responderraten in der Placebo-Gruppe, der 8-mg-Gruppe und der 12-mg-Gruppe betrugen 23,4%, 37,6% bzw. 36,1%.

- Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Schwindel, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Stürze und Ataxie.

Über Epilepsie

Epilepsie ist eine der weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen, von der schätzungsweise 0,8% der Menschen in Europa betroffen sind[5]. Etwa sechs Millionen Menschen in Europa1 und 50 Millionen Menschen weltweit leben mit Epilepsie.[6]

Epilepsie zeichnet sich durch abnorme neuronale Entladungen im Gehirn aus, die zu Krampfanfällen führen. Je nach Art des Anfalls können sich die Krampfanfälle auf einen Teil des Körpers beschränken oder als generalisierter Anfall den gesamten Körper betreffen.

Bei partiellen (fokalen) Anfällen treten diese elektrischen Entladungen zunächst konzentriert in bestimmten Bereichen des Gehirns auf, können sich jedoch zu stärker generalisierten Anfällen entwickeln; die Symptome variieren je nach den betroffenen Arealen.[7]

Die Patienten können auch abnorme Empfindungen, eine Veränderung des Verhaltens oder des Bewusstseins erfahren. Epilepsie ist eine Störung mit vielen möglichen Ursachen. Oftmals ist die Ursache der Epilepsie unbekannt, jedoch kann jede Störung der normalen Nervenzellenaktivität - beispielsweise durch Krankheit, eine Schädigung des Gehirns oder Tumoren - Anfälle hervorrufen.[8]

Die Behandlung fokaler Anfälle - der häufigsten Form epileptischer Anfälle - stellt eine dauernde Herausforderung dar. Bis zu 30% der Patienten mit fokalen Anfällen erlangen trotz einer geeigneten Therapie mit Antiepileptika keine Remission.

Darüber hinaus sind unerwünschte Ereignisse in Bezug auf das zentrale Nervensystem wie zum Beispiel Benommenheit (Schwindel), Somnolenz (Schläfrigkeit), kognitive Probleme (Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen) sowie Aggression bei bereits erhältlichen Antiepileptika häufig.[9,10,11] Daher besteht ein Bedarf an neuen Antiepileptika, die eine effektive Senkung der Anfallshäufigkeit in Verbindung mit einem günstigen Verträglichkeitsprofil bieten.

Über Eisai Europe in der Epilepsie

Eisai widmet sich der Entwicklung und Bereitstellung hochwirksamer neuer Behandlungsformen, um die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie zu verbessern. Die Entwicklung von Antiepileptika ist ein wichtiger strategischer Bereich für Eisai auf dem europäischen Markt.

Eisai vermarktet derzeit drei Antiepileptika in Europa:

- Zonegran(R) (Zonisamid) als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung.

- Zebinix(R) (Eslicarbazepinacetat) als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung. (Zebinix(R) ist unter Lizenz von BIAL)

- Inovelon(R) (Rufinamid) zur Zusatzbehandlung von Anfällen bei Lennox-Gastaut-Syndrom ab vier Jahren

Über Eisai

Eisai ist eines der weltweit führenden forschungsorientierten Pharmaunternehmen und hat seine Unternehmensphilosophie human health care (hhc) wie folgt definiert: "Zuerst an die Patienten und deren Familien denken und die Leistungen der Gesundheitsversorgung verbessern". Eisai konzentriert seine Forschungstätigkeiten auf drei Hauptbereiche:

- Integrative Neurowissenschaften einschliesslich: Epilepsie, Alzheimer-Krankheit, Multiple Sklerose, Neuropathischer Schmerz und Depression

- Integrative Onkologie einschliesslich: Krebstherapien; Tumorregression , Tumorsuppression, Antikörper und unterstützende Krebstherapien; Schmerzlinderung und Übelkeit

- Vaskuläre/immunologische Erkrankungen einschliesslich: Akutes Koronarsyndrom, atherothrombotische Erkrankung, Sepsis, rheumatoide Arthritis, Psoriasis und Morbus Crohn

In seinen Unternehmen in den USA, Asien, Europa und seinem Binnenmarkt Japan beschäftigt Eisai mehr als 11.000 Menschen weltweit.

In Europa unterhält Eisai Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten in über 20 Ländern, darunter Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweiz, Schweden, Irland, Österreich, Dänemark, Finnland, Norwegen, Portugal, Island, Tschechische Republik, die Niederlande, Ungarn und die Slowakei.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter http://www.eisai.com

Quellenangaben

1. ILAE/IBE/WHO, Epilepsy in the WHO European Region: Fostering Epilepsy Care in Europe 2010. Erhältlich unter: http://www.ilae-epilepsy.org/Visitors/Documents/EUROReport160510.pdf (Aufgerufen im April 2011)

2. Kwan P, Brodie MJ Early identification of refractory epilepsy. New England Journal of Medicine 2000; 342: 314-9.

3. G. L. Krauss, J. M. Serratosa, V. E. Villanueva, M. Endziniene, Z. Hong, J. French, H. Yang, D. Squillacote, J. Zhu, A. Laurenza, American Epilepsy Society Efficacy and safety of perampanel, an AMPA receptor antagonist, as an adjunctive therapy in a Phase III study of patients with refractory partial-onset seizures. Available at URL http://www.aesnet.org/go/publications/aes-abstracts/ abstract-search/mode/display/st/perampanel/sy/2010/sb/All/id/13437 (Accessed June 2011)

4. Perampanel Reduces Treatment-Resistant, Partial-Onset Seizures. Neurology Reviews 2011;19(6):1,26-29.

5. Pugliatti M et al. Estimating the cost of epilepsy in Europe: A review with economic modeling. Epilepsia 2007: 48(12) 2224 - 2233

6. Epilepsy Society UK: http://www.epilepsysociety.org.uk/AboutEp ilepsy/Whatisepilepsy/Epilepsy-didyouknow Zuletzt aufgerufen im Dezember 2010

7. NHS Choices. Symptoms of Epilepsy. Erhältlich unter URL http://www.nhs.uk/Conditions/Epilepsy/Pages/Symptoms.aspx (Aufgerufen am 16. März 2011)

8. Epilepsy Research UK. What is Epilepsy? Datenblatt. Erhältlich unter URL: http://www.epilepsyresearch.org.uk/about_us/leaflets/lflt1.htm (Aufgerufen am 16. März 2011)

9. Fachinformation Topamax(R), Stand Januar 2011

10. Fachinformation Tegretal(R), Stand Januar 2010

11. Fachinformation Trileptal(R), Stand August 2010

Pressekontakt:

Für Medienanfragen Eisai Europe Ltd, Cressida 
Robson,+44-7908-314-155, Cressida_Robson@eisai.net; Tonic Life
Communications,Benjamyn Tan / Helen Swift, +44(07747111217 /
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