Pressemitteilung

Gemeinsame europäische Wege in der Pflege und Migration / Bis zu 200.000 osteuropäische Pflegekräfte in deutschen Haushalten - Caritas-Symposium mit Teilnehmern aus 18 Staaten

2011-06-21 16:13:46

Freiburg (ots) - Ein besseres europäisches Miteinander bei der Gestaltung der Pflegemigration in Ost und West, die Berücksichtigung der Folgen für die Entsendeländer sowie gerechtere gesetzliche und politische Rahmenbedingungen - diese Forderungen erhoben Fachleute aus 18 europäischen Staaten zum Abschluss des Symposiums "Pflege und Migration" in Freiburg. Die Tagung wurde veranstaltet von Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas, in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg und der Fortbildungsakademie des Deutschen Caritasverbandes.

Pflegemigration hat in Europa in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. In westeuropäischen Ländern fehlt es an Pflegekräften, daher wird zunehmend Personal aus Osteuropa angeworben. Bis zu 200.000 Pflegerinnen arbeiten allein in deutschen Haushalten, um pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sind oftmals schlecht. Zudem fehlen sie in ihren Herkunftsländern - als Fachkräfte, aber auch ihren Kindern und Familienangehörigen.

"Es ist ganz deutlich: Mit nationalen Alleingängen wird es keine gerechten Lösungen für grenzüberschreitende soziale Probleme geben", so Andrea Hitzemann, Leiterin des Referats Europa bei Caritas international. "Wir können nicht europäische Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik betreiben und gleichzeitig im sozialen nationalen Rahmen verharren. Wir müssen europäische Caritas-Partner in Ost und West stärker zusammenbringen, damit grenzüberschreitende Kooperationen entstehen können."

Die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums aus 18 ost-, südost- und mitteleuropäischen Staaten haben dazu an zwei Tagen viele Ideen entwickelt und Konzepte diskutiert: Dazu gehörte ein Blick auf Erfahrungen mit dem Aufbau der Hauskrankenpflege in zwölf Ländern Osteuropas durch Caritas international. Bei der Problematik der "verwaisten" Kinder, deren Eltern in Westeuropa arbeiten, ging es auch um Bewältigungsstrategien der Mütter, die ihre Familien zurücklassen müssen.

"Uns ist es wichtig", so Hitzemann, "dass es um einen wirklichen Austausch, um einen Wissens- und Erfahrungstransfer in alle Richtungen geht. Denn unsere osteuropäischen Partner haben oftmals lange Erfahrungen im Umgang mit den Folgen von Migration in den Entsendeländern und den Erfahrungen, die Migrantinnen in den Aufnahmeländern machen. Wir wollen dazu Anstöße geben, gemeinsame Konzepte zu entwickeln."

Pressekontakt:

Hrsg.: Deutscher Caritasverband, Caritas international, 
Öffentlichkeitsarbeit, Karlstr. 40, 79104 Freiburg. Telefon 0761 /
200-0. Michael Brücker (verantwortlich, Durchwahl -293),
Achim Reinke (Durchwahl -515) www.caritas-international.de

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