Pressemitteilung

Fakir-Gen blockiert Schmerzen / Warum Schmerzen ein wichtiges Warnsignal sind und wie sie richtig behandelt werden (mit Bild)

2011-06-15 09:55:18

Leverkusen (ots) - Ashlyn weint nicht, wenn sie hingefallen ist, schreit nicht, wenn sie in eine Scherbe tritt und braucht beim Zahnarztbesuch keine Betäubung. Die 11-jährige Amerikanerin ist seit ihrer Geburt schmerzunempfindlich. Was zunächst positiv anmutet, ist bei genauerer Betrachtung lebensgefährlich, denn Schmerzen sind ein wichtiges Warnsignal des Körpers. Die Forschung liefert noch heute neue Erkenntnisse darüber, wie genau Schmerz funktioniert. Die jüngste Entdeckung: Wissenschaftler der Universität Florida fanden Genmutationen, die die Übertragung der Schmerzsignale ins Gehirn beeinflussen.(1)

Gen verantwortlich für Schmerzempfinden

Schmerzunempfindlichkeit ist eine sehr seltene Krankheit. Menschen, die davon betroffen sind, leben in ständiger Gefahr sich versehentlich zu verletzen oder Erkrankungen wie eine Blinddarmentzündung zu spät zu bemerken. Die meisten sterben jung.(1) Forscher fanden nun heraus, warum es dazu kommt: Die individuelle Schmerzwahrnehmung wird durch das Gen "SCN9A" beeinflusst.(1, 2, 3) Mutiert es zum sogenannten "Fakir-Gen", spüren die Betroffenen keine Schmerzen. Durch die Veränderung des Erbguts werden entweder gar keine Schmerzrezeptoren gebildet oder der Schmerzreiz wird nicht ins Gehirn weitergeleitet. Biologisch betrachtet sind Schmerzen aber sinnvoll, denn sie warnen vor Schäden. Diese Warnfunktion geht verloren, wenn sich durch wiederholte Schmerzreize ein Schmerzgedächtnis bildet und der Schmerz auch dann fortbesteht, wenn seine Ursache längst beseitigt ist.

Moderne Schmerzbehandlung

"Um Schmerzen optimal behandeln zu können, ist es elementar zu entschlüsseln, wie die Schmerzsignale ins Gehirn übertragen werden", so Professor Dr. Jens Kuhn. Die Forschung deckt zunehmend auf, wie Hyperalgesie, die übermäßige Schmerzempfindlichkeit auf einen Reiz, und Analgesie, also Schmerzlinderung, funktionieren: "Starke, immer wiederkehrende oder länger andauernde Schmerzen können zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnis führen", erklärt der Neurologe und Psychiater an der Universitätsklinik Köln. Die Folge: Der Schmerz wird chronisch und hat damit seine Warnfunktion verloren. Damit es gar nicht so weit kommt, sollten akute Schmerzen ernst genommen und behandelt werden. Dabei gehört der Aspirin-Wirkstoff, Acetylsalicylsäure, zu den wichtigsten rezeptfrei verfügbaren Substanzen.

Granulat gegen Schmerzen

Ähnlich bedeutend wie der Wirkstoff, ist die Galenik, also die Zubereitung des Arzneimittels. Bei einem Schmerzmittel zählt vor allem die Schnelligkeit. Deshalb entwickelte Bayer mit Aspirin Effect ein Granulat, das den Wirkstoff 30 Prozent schneller freisetzt als eine herkömmliche Schlucktablette. Wie das funktioniert, beschreibt Dr. Reinhard Walter, Entwicklungsgaleniker bei Bayer: "Das Mikrogranulat löst sich bereits im Mund auf, so dass der Wirkstoff gelöst in den Magen gelangt und schneller vom Körper aufgenommen wird." Experten empfehlen bei der Schmerzbehandlung mehrstufig vorzugehen. Dabei gilt der Grundsatz: Medikamente verantwortungsvoll einsetzen und durch unterstützende Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Stressabbau und Entspannung ergänzen.

Ein Interview zu diesem Thema finden Interessierte unter www.presse.aspirin.de und www.presse.bayerhealthcare.de .

Quellen: 
(1) Staud, R et al: Two novel mutations of SCN9A (Nav1.7) are 
associated with partial congenital insensitivity to pain. In: 
European Journal of Pain (2011): Volume 15, Issue 3: S. 223-230. 

(2) Woods, G et al: An SCN9A channelopathy causes congenital 
inability to experience pain. In: Nature 444 (2006): doi: 
10.1038/nature05413: S. 894-898. 

(3) Gardiner, M et al: SCN9A Mutations in Paroxysmal Extreme Pain 
Disorder: Allelic Variants Underlie Distinct Channel Defects and 
Phenotypes. In: Neuron (2006): Band 52, Issue 5: S. 743-749. 

Über Bayer Vital

Die Bayer Vital GmbH vertreibt in Deutschland die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care und Pharma. Bayer Vital konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.

Mehr über Bayer Vital steht im Internet: www.bayervital.de

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