Pressemitteilung

Ärztemangel: Akuter Handlungsbedarf, aber nicht so! / Nur wenige deutsche Mediziner halten das geplante Versorgungsgesetz für geeignet, um dem aktuellen Ärztemangel zu begegnen

2011-04-08 09:43:26

Koblenz (ots) - Der Ärzteschwund in Deutschland könnte unzureichende Formen annehmen. Statistiken zufolge wird es im Jahr 2020 bis zu 7.000 Hausärzte weniger geben. Schon jetzt beobachtet jeder zweite Mediziner (46,8 Prozent) einen Ärztemangel, ein Viertel (26,8 Prozent) rechnet künftig damit. Mehr als die Hälfte der Befragten (50,5 Prozent) beklagt die dadurch entstehenden langen Wartezeiten für ihre Patienten. Was die Maßnahmen der Bundesregierung betrifft, sind sich die meisten Ärzte einig: 90,5 Prozent halten die derzeitige Strategie für falsch. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des CGM-GesundheitsMONITORs.

Schon heute fehlen Ärzte

Die Situation, vor der Ärzteverbände schon lange gewarnt haben, ist offensichtlich eingetreten: Der Arztberuf wird in Deutschland immer unattraktiver und viele junge Ärzte wandern ins Ausland ab. Gehen niedergelassene Mediziner in den Ruhestand, fehlt oftmals ein Nachfolger. Dieser Trend ist mittlerweile so stark, dass es bei der ärztlichen Versorgung zu Engpässen kommt - vor allem in ländlichen Gebieten, aber auch in zahlreichen Kliniken.

Laut einer Studie von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) vom Herbst 2010 werden 2020 bis zu 7.000 Hausärzte fehlen. Zudem seien in Kliniken bereits heute etwa 5.000 Stellen unbesetzt. 46,8 Prozent der befragten Ärzte bestätigen, dass diese Entwicklung schon jetzt einen Medizinermangel nach sich zieht. Ein Viertel der Mediziner (26,8 Prozent) sieht diese Situation derzeit noch nicht, rechnet aber bald damit. 26,4 Prozent haben den Eindruck, dass es nicht zu wenige Ärzte gibt.

Trend zur Wartelistenmedizin

Der Ärztemangel hat konkrete Folgen für den Praxisalltag. Die Leidtragenden sind vor allem die Patienten. Das machen Ärzte deutlich, die bereits jetzt Versorgungsdefizite verzeichnen: Hier beklagt jeder zweite Mediziner (50,5 Prozent), dass Patienten zu lange auf Facharzt-Termine warten müssen - Verzögerungen, die eine effektive Therapie erschweren. Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) spürt deutlich, dass es zu wenige Kollegen der gleichen Fachrichtung gibt und sagt, dass das eigene Wartezimmer überfüllt ist. Lediglich 16,5 Prozent der Mediziner können diese Situation nicht bestätigen und bekunden, dass weder Patienten noch Ärzte unter einem Ärztemangel leiden.

Bessere Honorare, vor allem auf dem Land

Die Ursachen für den Negativtrend werden von Ärzteverbänden, Kassenvertretern und Politikern zurzeit diskutiert - ebenso wie die Maßnahmen, die dem entgegenwirken sollen. Fest steht, dass die momentane Situation in Deutschland von den meisten Medizinern als unbefriedigend empfunden wird. Ein Problem ist auch die ungleiche Verteilung der Praxen: Die Unterversorgung herrscht besonders auf dem Land.

Hier sieht die Hälfte der befragten Ärzte (47,7 Prozent) Handlungsbedarf und fordert, die Arbeitsbedingungen in ländlichen Gebieten zu verbessern. Jeder dritte Arzt (34,5 Prozent) ist der Ansicht, dass sich das Problem 'Ärztemangel' lösen ließe, wenn Mediziner besser bezahlt würden. Eine deutliche Kritik, die unter anderem auf die als ungerecht empfundene Budgetierung und die starre Vergütung nach dem Punktesystem abzielt. Jeder zehnte Arzt (11,8 Prozent) ist zudem der Meinung, dass die Honorare angepasst werden sollten, damit die Landärzte nicht länger schlechter vergütet werden als ihre 'Stadt-Kollegen'.

Versorgungsgesetz nicht ausreichend

Um dem Ärztemangel in ländlichen Gegenden entgegenzuwirken, bringt FDP-Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler derzeit ein Versorgungsgesetz auf den Weg. Ziel ist es, die medizinische Versorgung flexibler und kleinräumiger zu gestalten, sektorenübergreifend zu planen und den ambulanten und stationären Bereich stärker zu verknüpfen. Dieses Gesetz soll zum 1. Januar 2012 in Kraft treten, allerdings sehen es fast alle befragten Ärzte als nicht ausreichend an. Nur 2,7 Prozent halten es für sinnvoll, die starren Grenzen zwischen Ambulant und Stationär aufzubrechen. Neun von zehn Befragten (90,5 Prozent) betonen hingegen, dass die geplante gesetzliche Neuregelung nicht die richtige Strategie gegen den Ärztemangel sein wird.

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Der CGM GesundheitsMONITOR ist eine gemeinsame Initiative der CompuGroup Medical, der Medical Tribune sowie der Rhein-Zeitung. Monatlich werden repräsentative Umfragen unter 440 Allgemeinmedizinern, Internisten, Kinderärzten und Gynäkologen zu aktuellen Fragestellungen im Gesundheitssystem durchgeführt. Grafiken zum Download und kostenlosem Abdruck, Veröffentlichung sowie Informationen zur repräsentativen Umfrage finden Sie unter www.cgm-gesundheitsmonitor.de

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