Pressemitteilung

Kosten für MMR-Impfung werden übernommen / Neue Schutzimpfungsrichtlinie zur empfohlenen Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln tritt in Kraft - Krankenkassen übernehmen Kosten (mit Bild)

2011-03-25 09:00:02

München (ots) - Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Aktualisierung der Schutzimpfungsrichtlinie ist offiziell und folgt damit jetzt der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom August 2010: Impflücken gegen Masern zu schließen, bevorzugt unter Einsatz eines Kombinationsimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln. Die Schutzimpfungsrichtlinie regelt den Erstattungsanspruch der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gegenüber ihren Krankenkassen. Bis dato wurden aber nur die Kosten für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung bis zum 18. Lebensjahr übernommen. Mit diesem Beschluss können jetzt auch alle nach 1970 geborenen Erwachsenen diese Kassenleistung in Anspruch nehmen, wenn der Impfstatus unklar ist, oder sie bisher keine Impfung erhalten hatten bzw. nur einmal in der Kindheit geimpft wurden.

Masern sind kein Kinderspiel

Seit 2006 wird eine Verschiebung der Erkrankungshäufigkeit in höhere Altersklassen beobachtet. Bei Erwachsenen kann eine Maserninfektion, neben den üblichen Symptomen wie Halsschmerzen, hohem Fieber und dem typischen Hautausschlag, häufiger als bei Kindern zu Komplikationen und Folgeerkrankungen führen, wie beispielsweise zu einer Mittelohr- oder Lungenentzündung sowie zu einer Hirnentzündung (Enzephalitis), die in Einzelfällen auch tödlich enden kann. 1.000 Maserninfektionen führen im Durchschnitt zu ein bis drei Todesfällen. Eine ursächliche Therapie der Masern ist nicht bekannt, so dass sich nur die Symptome behandeln lassen.

Im Jahr 2010 wurden dem Robert-Koch-Institut 777 Maserninfektionen allein in Deutschland gemeldet. Damit hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihr Ziel, die Masern bis zum Jahr 2010 weltweit ausgerottet zu haben, nicht erreicht. Nach diesem Fehlschlag soll das jetzt bis 2015 gelingen.

Alle Frauen im gebärfähigen Alter auch gegen Röteln impfen

Eine Infektion mit dem Rötelnvirus verläuft zwar in der Regel komplikationslos, kann aber bei einer Schwangerschaft gefährlich werden: Wenn sich eine ungeschützte Schwangere infiziert, können für das ungeborene Baby schwere Fehlbildungen wie Taubheit, Linsentrübung und Herzfehler die Folge sein. Daher sollen laut der neuen STIKO-Empfehlung jetzt nicht mehr nur Frauen mit explizitem Kinderwunsch, sondern sogar alle gebärfähigen Frauen zweimal gegen Röteln geimpft sein. Die Empfehlung richtet sich sowohl an ungeimpfte Frauen als auch an Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter. Denn leider treten immer wieder vereinzelt Rötelninfektionen in der Schwangerschaft auf.

Impfpass checken lassen

Impfpass verloren, seit Jahren nicht mehr daran gedacht? Das Thema Impfen gerät bei vielen Erwachsenen leicht in Vergessenheit. Dabei ist ein kompletter Impfschutz für Erwachsene nicht weniger wichtig als für Kinder. Sowohl Hausärzte als auch Frauenärzte können beraten und die Impfung vornehmen. Am besten beim nächsten Arztbesuch einfach nachfragen oder den Impfpass mitnehmen. Wer nur zum Impfen in die Arztpraxis geht, für den entfällt auch die Praxisgebühr von zehn Euro.

Die neuen STIKO-Empfehlungen auf einen Blick 2010 hat die STIKO ihre Impfempfehlungen aktualisiert. Wichtige Neuerungen gab es dabei für Erwachsene, unter anderem in Bezug auf Masern und Röteln:

   -Masern: Für alle nach 1970 Geborenen mit unklarem 
    Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in 
    der Kindheit einmalig eine Impfung mit dem 
    Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR). 
   -Röteln: Für alle Frauen im gebärfähigen Alter ohne Impfung bzw. 
    mit unklarem Impfstatus zwei Dosen; für bisher nur einmalig 
    geimpfte gebärfähige Frauen eine Dosis. Die kompletten 
    STIKO-Empfehlungen sowie weitere Informationen zum Thema Impfen 
    können auf der Webseite des Robert Koch-Instituts unter 
 www.rki.de unter dem Menüpunkt "Infektionsschutz" und hier unter 
    "Impfen" abgerufen werden. 

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