Pressemitteilung

Paradigmenwechsel in der KV-Baden-Württemberg: Hausarztverträge werden ab sofort aktiv unterstützt / Zunehmender Zentralismus gefährdet innovative Versorgungsmodelle

2011-02-01 12:00:32

Stuttgart (ots) - Die seit dem Start der Hausarztverträge im Jahr 2008 währende Blockadehaltung der KV-Baden-Württemberg gegen Selektivverträge gehört der Vergangenheit an. Dies ist das Kernergebnis einer von der Ärzte Zeitung moderierten Diskussionsrunde zwischen Vertretern der KV, dem Hausärzteverband Baden-Württemberg, MEDI Baden-Württemberg sowie der AOK Baden-Württemberg am Rande des Kongresses "Medizin 2011" in Stuttgart. Der neue KV-Vorsitzende Dr. Norbert Metke betonte: "Selektivverträge, wie sie der Hausärzteverband und MEDI für Haus- und Fachärzte ausgehandelt haben, leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung und haben sich als festes Standbein in Baden-Württemberg etabliert. Wir freuen uns, dass hier eine Möglichkeit geschaffen wurde, alternative Versorgungskonzepte darzustellen, die der KV bislang verschlossen waren, wie etwa eine rationale Pharmakotherapie". Der Leitsatz der neuen KV lautet: "Gut ist, was dem Arzt und den Patienten nützt."

Der Chef des baden-württembergischen Hausärzteverbandes Dr. Berthold Dietsche sprach sich deshalb grundsätzlich dafür aus, Regelungen aus den innovativen Selektivverträgen ins Kollektivvertragssystem der KV und damit für alle gesetzlich Versicherten zu übernehmen; dies sei derzeit aber nur sehr begrenzt möglich. Charakteristisch für Baden-Württemberg, so betonte Dr. Werner Baumgärtner von MEDI, sei zudem die Kombination von Haus- und Facharztverträgen. Dies schaffe eine koordinierte ambulante Versorgung, die die richtigen Anreize zur Sparsamkeit setze und den Ärzten eine feste, kalkulierbare Vergütung biete.

Bei den Teilnehmern der Diskussionsrunde herrschte ebenso Einigkeit darüber, dass die Zunahme der zentralistischen Regelungen durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sowie den GKV-Spitzenverband Versorgungsinnovationen wie die Selektivverträge auf der regionalen Ebene blockierten. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Dr. Christopher Hermann: "Wir sind die Speerspitze gegen den Zentralismus aus Berlin". Dort gebe es eine Mentalität der Angst vor Veränderung." Den Versicherten und Ärzten sicherte Hermann Planungs- und Versorgungssicherheit zu, denn die von der AOK geschlossenen Verträge reichen mindestens bis Ende 2015 und können auch durch neue zentralistische Interventionen nicht ausgehebelt werden.

"Deshalb sind wir Ärzte auch der AOK Baden-Württemberg dankbar, weil sie - im Gegensatz zu den meisten Krankenkassen in ganz Deutschland - die praktische Umsetzung der seit Jahren geltenden gesetzlichen Vorgaben zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung nicht behindert, sondern aktiv und konsequent umsetzt," kommentierte Dr. Frank Braun, neu gewählter Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV-Baden-Württemberg.

Ansprechpartner:

Manfred King (Leiter Vertragskommunikation Hausärzteverband)
Tel.: 02203/57 56-10 41
Von-der-Wettern-Straße 27, 51149 Köln
manfred.king@hausaerzteverband.de, www.hausaerzteverband.de

Angelina Schütz (Pressesprecherin MEDI Baden-Württemberg)
Tel.: 0711/80 60 79-73
Industriestraße 2, 70565 Stuttgart
schuetz@medi-verbund.de, www.medi-verbund.de

Kurt Wesselsky (Pressesprecher AOK Baden-Württemberg)
Tel.: 0711/25 93-231
Heilbronner Straße 184, 70191 Stuttgart
kurt.wesselsky@bw.aok.de, www.aok-bw.de

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Deutscher Hausärzteverband, MEDI Verbund, AOK Baden-Württemberg



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