Pressemitteilung

Ein Jahr nach dem Beben: Haitianer sind Rückgrat des Wiederaufbaus / Markmiller: "Wir brauchen einen langen Atem."

2011-01-07 10:56:00

Bonn (ots) - Port-au-Prince, 7. Januar 2011. "Haitianer selbst waren es, die unmittelbar nach dem Beben als erste geholfen haben", so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. CARE will die lokalen Kräfte und Gemeinden noch stärker am Wiederaufbau beteiligen. "Es ist ihr Land, und sie sind das Rückgrat des Wiederaufbaus."

CARE ist bereits seit den 1950er Jahren mit einem eigenen Büro vor Ort tätig. "Allein in den ersten drei Monaten konnten wir fast 300.000 Menschen mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und anderer Hilfe versorgen", so Markmiller. Bei all diesen Nothilfemaßnahmen griff CARE immer wieder auf die Hilfe von Freiwilligen zurück. So entscheiden Gemeinden mit, welche Familien die Hilfe am dringendsten benötigen. Bisher wurden auf dieser Basis etwa 1.000 Übergangshäuser errichtet.

Auch in anderen Bereichen funktioniert dieser Ansatz: Komitees in den Flüchtlingscamps entwickeln eigenständige Aktionspläne gegen sexuelle Gewalt, und Kinder- und Mütterclubs helfen dabei, das Gemeinschaftsgefühl in den Camps zu stärken.

"Denn der Wiederaufbau betrifft nicht nur die Gebäude", sagt Markmiller. "Wir alle brauchen einen langen Atem. Nach einer Katastrophe solchen Ausmaßes kann der Wiederaufbau nicht nach einem Jahr abgeschlossen sein."

Die Wirbelsturmsaison und die Cholera-Epidemie haben Haiti dabei weiter zurückgeworfen, CARE musste erneute Nothilfe leisten. "Wir müssen realistisch sein, was wir innerhalb eines Jahres erreichen können. Es wird noch Jahre dauern, bis das Land besser und stabiler aufgebaut ist, als es vorher war."

Die Aufgaben für die kommenden Monate: Bau weiterer Übergangshäuser, Versorgung mit Wasser und sanitären Anlagen in den Lagern sowie Aufklärung und Behandlung von Cholera. CARE wird Schulen mit Möbeln und Fortbildungen unterstützen. Medizinische Einrichtungen werden dazu beitragen, weitere Ausbrüche von Krankheiten einzudämmen.

ACHTUNG REDAKTIONEN:

> In Haiti steht Ihnen CARE-Mitarbeiterin Sabine Wilke für Anfragen zur Verfügung. > Weitere Informationen und Berichte im Online-Dossier "Ein Jahr nach dem Erdbeben": http://www.care.de/dossier-haiti-ein-jahr-danach.html

CARE engagiert sich mit rund 15.000 meist lokalen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in 72 Ländern für die Überwindung von Armut, Hunger und Krankheit. CARE blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und hilft unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft. Für seine sorgfältige Verwendung von Spendengeldern trägt CARE Deutschland-Luxemburg das DZI-Spendensiegel und wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC)mit dem ersten Platz des Transparenzpreises 2008 ausgezeichnet.

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