BPOLD S: Bundespolizei warnt: Augen auf und Tasche zu
Böblingen (ots) - Offenburg / Karlsruhe / Freiburg. In der Vorweihnachtszeit haben Taschendiebe Hochkonjunktur. Besonders an Orten, an denen es vor Menschen nur so wimmelt, suchen sich Taschendiebe gezielt ihre Opfer aus. Hierzu gehören auch Bahnhöfe und Züge, in denen Taschendiebstahlsbanden ihr Unwesen treiben. Die Bundespolizeidirektion Stuttgart wird sich in der Adventszeit diesem Phänomen annehmen und auf der Rheintalstrecke zwischen Mannheim und Freiburg Reisende gezielt über die Tricks der Taschendiebe aufklären.
Thomas Gerbert von der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein erläutert die Präventionskampagne der Bundespolizei in den Zügen und betont, dass Taschendiebstahl kein Gelegenheitsdelikt ist, sondern meistens organisierte Kriminalität. Der Ideenreichtum der Langfinger kennt keine Grenzen. Ob Gepäckdiebstahl, Trickdiebstahl oder Taschendiebstahl, die Tricks der Langfinger werden immer raffinierter. Besonders auf Fernreisestrecken kommt es immer wieder zu Taschendiebstählen. Da viele Reisende sich zu unachtsam verhalten, bieten sich den Tätern beim Einstieg in den Zug oder im Zug gute Gelegenheiten Beute zu machen. Einige der Tricks stellt Thomas Gerbert dar:
Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Das Repertoire der Tätergruppen ist äußert umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Die Klassiker unter den Tricks sind:
Der Rempel-Trick:
Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen. Der Komplize bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer auf den Komplizen aufläuft und dadurch abgelenkt wird, entwendet der "Zieher" die Wertsachen der ahnungslosen Opfer. Bevorzugte Tatorte sind hierbei die öffentlichen Verkehrsmittel im Nah- und Fernverkehr. Auch Rolltreppen, Drehtüren, Fahrstühle oder andere Ein- und Ausgangsbereiche zählen zu den gefährdeten Bereichen.
Der Drängel-Trick:
In stark frequentierten Bussen oder Bahnen rückt der Taschendieb unangenehm dicht an das Opfer heran. Der Dieb drängelt so lange bis das Opfer ärgerlich seinen Rücken zuwendet und sich die mitgeführte Hand- oder Umhängetasche "griffbereit" darbietet.
Der Beschmutzer-Trick:
Insbesondere nach Geldabhebungen wird die Oberbekleidung vom Opfer unbemerkt mit einer Flüssigkeit wie Senf oder Ketchup beschmutzt. Der Täter und seine Komplizen zeigen sich "hilfsbereit". Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das zuvor abgehobene Geld.
Der Bettel-Trick:
Dieser Trick wird vorwiegend von osteuropäischen Kindern angewendet. Dabei wird dem Opfer ein Pappschild mit der Bitte um eine Spende vorgehalten. Während das Opfer bereitwillig nach Kleingeld im Münzfach der Geldbörse sucht, zieht der Täter abgedeckt durch das Pappschild die Banknoten aus dem Scheinfach. Auch der Griff in die offene Handtasche ist denkbar.
Der Stadtplan-Trick:
Der Taschendieb spricht sein potentielles Opfer an, zeigt sich ortsunkundig und fragt unter Vorhaltung eines Stadtplans nach dem Weg. Während das Opfer die Karte in die Hand nimmt und sich orientiert öffnet der Taschendieb unbemerkt die Hand- oder Bauchtasche.
Der Geldwechsel-Trick:
Der Taschendieb bittet das Opfer eine bestimmte Münze zu wechseln. Sobald das Opfer nach dem passenden Geldstück im Münzfach sucht, lenkt der Taschendieb das Opfer ab, indem er sein Geldstück in das Münzfach wirft. Beim wortreichen Gespräch wechseln die Banknoten seinen Besitzer.
Der Schlitzer - Trick:
Dabei führt der Taschendieb eine präparierte Rasierklinge oder einen ähnlich scharfen Gegenstand bei sich um seine Tat zu vollziehen. Dabei sucht der Taschendieb eine Person aus, die seine Geldbörse in der hinteren Hosentasche mitführt. Mit der Rasierklinge schlitzt der Täter die Gesäßtasche des Geschädigten auf. Abgedeckt durch z.B. seine Jacke fängt der Taschendieb die herausfallende Geldbörse auf und flüchtet unerkannt.
Auch in Zügen suchen sich Taschendiebe ihre Opfer gezielt aus. Thomas Gerbert warnt vor einem ganz besonderen Trick der Taschendiebe:
Der Klopfer - Trick:
Taschendiebe gehen den Bahnsteig bei haltenden Zügen ab. Der Komplize geht parallel in den Zügen und schaut nach geeigneten Opfern. Der Täter außerhalb des Zuges klopft bei dem Opfer an die Scheibe und bittet offensichtlich um Auskunftshilfe. Die Abgelenktheit nutzt der Komplize und entwendet die abgelegten Wertsachen.
Bei den aufgezeigten Tricks handelt es sich um Beispiele zur Vorgehensweise von Taschen- und Trickdieben. Da der Ideenreichtum der Täter keine Grenzen kennt, handelt es sich nicht um eine abschließende Aufzählung.
Die Bundespolizei gibt folgende Tipps zum Schutz vor Taschendieben:
Nehmen Sie nur soviel Bargeld mit, wie Sie benötigen. Bewahren Sie niemals EC-Karte und persönliche Pin-Nummer zusammen auf!
Führen Sie Geld, Papiere, Kreditkarten und andere Wertsachen dicht am Körper. Benutzen Sie dazu verschlossene Innentaschen!
Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sich diese unter dem Arm! Das Handtaschenschloss sollte möglichst zur Körperseite zeigen.
Lassen Sie ihr Gepäck und sonstige Wertgegenstände nie unbeaufsichtigt, und legen Sie Handtaschen oder Jacken mit Geldbörsen, wenn notwendig, nur achtsam beiseite!
Seien Sie misstrauisch, wenn Sie angerempelt werden, ihre Kleidung scheinbar unbeabsichtigt beschmutzt wird!
Sperrservice: 116116 Wenn Sie Opfer eines Trick- oder Taschendiebstahls geworden sind, sollten Sie, um weiteren finanziellen Schaden abzuwenden, folgende elektronische Berechtigungen sperren lassen:
- Bankkunden- und Maestrokarten - Kreditkarten - Mobilfunkkarten - elektronische Signaturen bzw. Trägermedien von Zertifikaten - Mitarbeiterausweise mit elektronischer Zugriffskontrolle - Kundenkarten mit Zahlungsfunktion - Online Banking- und E-Mail-Accounts - Remote Access Systeme - andere elektronische Berechtigungen
Der Sperr-Notruf ist täglich 24 Stunden erreichbar: in Deutschland gebührenfrei unter 116 116. Aus dem Ausland steht zusätzlich die Rufnummer +49 30 4050 4050 zur Verfügung.
Sollten Sie aufgrund einer Straftat in eine Notlage geraten sein oder eine Straftat beobachtet haben, steht Ihnen die kostenfreie Servicenummer 0800 6 888 000 der Bundespolizei zur Verfügung. Diese Nummer ist 24 Stunden erreichbar.
Hinweis an die Redaktionen für Rückfragen stehen Ihnen unsere Pressesprecher nachfolgender Bundespolizeiinspektionen zur Verfügung:
Bundespolizeiinspektion Offenburg
Freimut Lusch 0781 / 91 90 - 103
Bundespolizeiinspektion Karlsruhe
Bernd Herlan 0721 / 120 16 - 103
Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein
Helmut Mutter 07628 / 80 59 - 103
Rückfragen bitte an: Bundespolizeidirektion Stuttgart Cora Thiele Telefon: +49 (0)7031/2128 1011 E-Mail: cora.thiele@polizei.bund.de http://www.bundespolizei.de

