POL-BN: Bonner Polizei richtet ihr Augenmerk verstärkt auf Raser
Bonn (ots) - Deutschland registriert jährlich 3600 Verkehrstote. In NRW starben in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 522 Menschen bei Verkehrsunfällen. Damit verzeichnet das Bundesland einen Anstieg um mehr als 13 Prozent gegenüber 2010. Gegen die besorgniserregende Entwicklung setzt die nordrhein-westfälische Polizei auf ein mehrstufiges Aktionsprogramm. Zum Auftakt der Anti-Raser-Kampagne für das Jahr 2012 erklärte Innenminister Ralf Jäger: "Unser Ziel ist, dass weniger Menschen im Straßenverkehr getötet oder verletzt werden." In Bonn und der Region starben im vergangenen Jahr 20 Menschen bei 19 Verkehrsunfällen. "Wir werden Raser und andere Verkehrssünder noch stärker in den Fokus nehmen. Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer 1!", kündigt die Bonner Polizeipräsidentin, Ursula Brohl-Sowa, eine Ausweitung der Geschwindigkeitskontrollen an. "Geblitzt wird noch häufiger in Bonn und der Region, und zwar überall, nicht mehr nur an Unfallschwerpunkten. Wir müssen die Geschwindigkeit insgesamt senken, denn sie entscheidet über Leben und Tod." So sterben bei einer Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern acht von zehn Fußgängern, die im Stadtverkehr angefahren werden. Bei 50 km/h überleben hingegen acht von zehn Fußgängern. "Es sind 15 Stundenkilometer Unterschied, die darüber entscheiden, wie viele Fußgänger überleben oder sterben", erläutert Polizeioberrat Jürgen Marten. Der Leiter der Direktion Verkehr im Bonner Polizeipräsidium führt weiter aus: "Wo Sie bei 30 km/h nach einer Vollbremsung bereits stehen, fangen Sie bei 50 km/h erst an zu bremsen. Durch richtiges Verhalten können schwere Unfälle leicht vermieden werden." Die Bonner Polizei wird ihre geplanten Geschwindigkeitskontrollen tagesaktuell hier im Internet veröffentlichen. Außerdem werden in Zukunft auch blau-silberne Streifenwagen zu Geschwindigkeitskontrollen eingesetzt. "Die Kontrollen sollen erkennbar sein. Wir sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen. Nicht mehr 'Knöllchen' sind unser Erfolg. Wir sind erfolgreich, wenn wir im Straßenverkehr weniger Tote und Verletzte haben", macht Ursula Brohl-Sowa deutlich.
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