BPOLD-BBS: Bewährungsstrafe nach Brandstiftung und Betrugsversuch - Bundespolizei See ermittelte
Stralsund (ots) - Am 23. Januar 2012 verurteilte das Landgericht Stralsund einen Angeklagten wegen versuchten Betruges zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nach Auffassung des Gerichts hat der 44-Jährige seine Motoryacht vorsätzlich in Brand gesteckt, um die Versicherungssumme von rund 37.000 Euro zu kassieren. Er habe eine "erhebliche kriminelle Energie" bewiesen, sagte die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilbegründung. Motiv für die Tat seien Geldsorgen gewesen. Das Gericht schloss sich mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Neben der Bewährungsstrafe soll der Bootseigner 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und trägt die Kosten des Verfahrens. Die Verteidigung prüft eine Revision.
Im Frühjahr 2010 erreichte ein Notruf das Marine Rescue Center Bremen. Dieser kam wurde von einer brennenden Motoryacht 20sm nördöstlich Rügen. Die Motoryacht versank, die beiden Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Da es sich bei der Yacht um ein äußerst robustes, ursprünglich als kleines Fischerboot konzipierten Typ handelte, beauftragte die Staatsanwaltschaft Stralsund die Bundespolizei See, Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung sowie des möglichen Betruges aufzunehmen. Bereits während der ersten Vernehmung fielen den Ermittlern Widersprüche auf. Die Bergung und die anschließende Begutachtung des Wracks wurden somit von dem Ermittlungsteam als vorrangig angesehen.
Nach der schwierigen Bergung, an der sich eine Bergungsfirma, das Bundesamtes für Seefahrt und Hydrographie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Stralsund sowie die Bundespolizei See beteiligten, begannen eineinhalb Jahre andauernde Ermittlungen der Maritimen Ermittlungs- und Fahndungsgruppe der Bundespolizei See.
Diese Ermittlungen, an der auch Sachverständige für Skandinavische Boote und Brandsachverständige beteiligt waren führten letztendlich zur Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft zum Prozessbeginn im Dezember 2011 und zur Verurteilung. Der Angeklagte befand sich zudem seit Anfang Juli 2011 bereits in Untersuchungshaft.
Der Angeklagte hatte in dem Verfahren den versuchten Betrug eingeräumt, die vorsätzliche Brandstiftung aber bis zum Ende des Prozesses abgestritten. Seiner Darstellung zufolge war der Brand ein Unfall - verursacht von seinem Mitfahrer, der eine Petroleumlampe umgekippt haben soll. Gegen diesen ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.
Rückfragen bitte an: Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt Raaberg 6 24576 Bad Bramstedt Stefan Perschall Telefon: +49 (0)4192 502 1011 E-Mail: stefan.perschall@polizei.bund.de www.bundespolizei.de Die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt nimmt als Bundesbehörde ihre Aufgaben in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie in Nord- und Ostsee und anlassbezogen darüber hinaus wahr. Dazu sind ihr als operative Dienststellen die Bundespolizeiinspektionen in Flensburg, Kiel, Rostock, Stralsund und Pasewalk sowie die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock und eine Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit unterstellt. Mit den Bundespolizeiinspektionen See in Neustadt in Holstein, Warnemünde und Cuxhaven verfügt sie als einzige Bundespolizeidirektion über eine maritime Einsatzkomponente "Bundespolizei See", um die Seegrenze in der Nord- und Ostsee (Schengen-Außengrenze) zu überwachen. Die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt beschäftigt insgesamt ca. 2600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Polizeibeamte, Verwaltungsbeamte und Tarifbeschäftigte. Auf Grundlage des Bundespolizeigesetzes und anderer Gesetze nimmt sie umfangreiche und vielfältige Aufgaben wahr. Dazu gehören insbesondere: - der grenzpolizeiliche Schutz des Bundesgebietes, - die bahnpolizeilichen Aufgaben - die grenzpolizeilichen, schifffahrtspolizeilichen und umweltpolizeilichen Aufgaben in Nord- und Ostsee. Weitere Informationen zur Bundespolizei und zur Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt erhalten Sie unter www.bundespolizei.de.

