FW-HEI: Die Feuerwehr warnt: Brandgefahr durch feuchtes Heu

Dithmarschen (ots) - Auch wenn die weitgehende Umstellung der Futtergrundlage auf Silage das Problem in weiten Teilen entschärft hat: Zu feucht eingelagertes Stroh oder Heu zählt auch heute noch zu den großen Brandgefahren im landwirtschaftlichen Bereich. Was zunächst paradox klingen mag - Feuchtigkeit als Brandursache -, ist in der Landwirtschaft seit Jahrhunderten als Problem bekannt. Denn durch feuchtigkeitsbedingte Gär- und Zersetzungsprozesse wird Energie in Form von Wärme freigesetzt. Dies kann zu einer stetig steigenden Temperaturerhöhung im Lagergut führen - bis, im schlimmsten Fall, zur Selbstentzündung.

Deshalb mahnt der Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen auch in diesem Herbst wieder zu besonderer Vor- und Umsicht. Heumessungen sind unabdingbar. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang auf die Pflicht zur ordnungsgemäßen Lagerung hin, die bei Nichteinhaltung zu Problemen mit der Versicherung führen kann.

Grundsätzlich gilt: Die Restfeuchtigkeit des Heus soll bei Einlagerung 20 Prozent nicht übersteigen - je weniger, desto besser. Nach dem Schnitt sollten möglichst vier regenfreie Tage für die Trocknung auf dem Feld eingeplant werden. Auch sollte das Heu nur bei trockenem Wetter nach Abtrocknung des Taus eingefahren werden. Druckzonen sind bei der Lagerung zu vermeiden, ebenso Verunreinigungen und Verschmutzungen, beispielsweise durch Grassoden, Steine oder Erde. Denn diese bringen zusätzliche Feuchte und Mikroorganismen in den Heustock, womit die mikrobiologischen Prozesse begünstigt werden.

Eine regelmäßige Temperaturkontrolle des Lagerguts mit speziellen Heumesssonden und Wärmebildkameras der Feuerwehren, die von den Landwirten bzw. Heubesitzern anzufordern sind, ist schließlich unabdingbar. In den ersten vier Wochen sollte diese Kontrolle in einem Abstand von maximal drei Tagen erfolgen. Empfohlen ist ein Abstandsraster von 1,5 Metern. Bis 45 Grad Celsius ist alles im grünen Bereich. Wird dieser Wert überschritten, sollten die Messungen in einem engeren Zeitfenster (möglichst ein- bis zweimal am Tag) erfolgen. Sinnvoll ist, die Temperaturentwicklung in einem Heumess-Kalender festzuhalten. Wird die 60-Grad-Marke überschritten, sollte die Feuerwehr benachrichtigt werden.

Verdächtige Anzeichen für akute Brandgefahr sind das Einsinken des Heulagers, aufsteigender Wasserdampf oder ein Geruch, der frischem Brot oder faulen Äpfeln nahekommt. Akute Brandgefahr herrscht bei Werten über 70 Grad Celsius: Jetzt heißt es, schleunigst die 112 zu rufen! Keinesfalls sollte der Heustock selbst abgetragen werden, denn die Verbindung von Luftsauerstoff und Hitze-/Glutnestern führt unweigerlich zum Brand.

Gerne informieren die örtlichen Feuerwehren und unterstützen im Bedarfsfall mit Heumessungen. Kontaktdaten finden sich auf der Internetseite des Kreisfeuerwehrverbands unter www.kfv-hei.de im Menüpunkt "Feuerwehren".

Rückfragen bitte an:

Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen
Fachwart Öffentlichkeitsarbeit
Michael Behrendt
Telefon: 0151/15682157
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