POL-VIE: Lügen haben kurze Beine
Brüggen (ots) - Da hatte doch ein 16-jähriger Schwalmtaler die Polizei unterschätzt: Beamten des Einsatztrupps war der Junge am Mittwoch, gegen 11:30 Uhr, aufgefallen, als er mit einem Roller auf dem Radweg der Boisheimer Straße fuhr. Der Rollerfahrer wirkte so jung, dass die Beamten sich zu einer Überprüfung entschlossen. Dieser versuchte sich der Jugendliche durch Flucht auf seinem Mofa zu entziehen: Mehr als zwanzig Minuten lieferte sich der Junge eine wilde Verfolgungsfahrt mit der Polizei, in deren Verlauf der Rollerfahrer mehrere Verkehrsstraftaten beging und das verfolgende Polizeifahrzeug mehrfach zu Notbremsungen zwang, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Schließlich gelang es dem Jugendlichen nach Einfahrt in einen abgepollerten Weg, die Verfolger abzuschütteln. Obwohl immer wieder Spaziergänger den Beamten Hinweise auf den Flüchtigen gaben, gelang es der Polizei nicht mehr, den Jungen aufzuspüren. Trotz der halsbrecherischen Flucht hatte der junge Fahrer durchgehend versucht, das Versicherungskennzeichen mit seinem Schuh zu verdecken. Erstens war ihm dies misslungen, die Beamten konnten das Kennzeichen ablesen, und zweitens trug der auffällige Schuh auch noch zur eindeutigen Identifizierung des Fahrers bei. Als die Beamten den Halter des Rollers ermittelt hatten und am nächsten Tag zu Hause aufsuchten, gab der 16-jährige an, dass ihm sein Roller am Morgen gestohlen worden sei. Trotz eindringlicher Belehrung und Aufzeigen der strafrechtlichen Folgen beim Vortäuschen einer Straftat, blieb der Jugendliche bei dieser Aussage und bestand auf einer Anzeigenaufnahme. Er ließ sich auch nicht vom Gegenteil überzeugen, nachdem einer der verfolgenden Beamten ihn eindeutig als Fahrer identifiziert hatte und zudem sein auffälliges Schuhwerk anmerkte. Die Beamten nahmen zunächst die Aussagen des Jugendlichen zur Kenntnis und machten sich danach auf den Weg, ihm seine Schutzbehauptung zu widerlegen. Es gelang ihnen, mehrere Zeugen zu ermitteln, die den 16-jährigen noch mit dem Roller hatten fahren sehen, als dieser angeblich schon in den Händen von Zweiraddieben gewesen sein sollte. Mittlerweile hat der 16-jährige sein Fehlverhalten eingestanden und den versteckten Roller der Polizei übergeben. Diese stellte das Gefährt sicher, um zu schauen, ob vielleicht ein Tuning und damit verbunden das Fahren ohne Fahrerlaubnis der Grund für die Flucht des Jugendlichen gewesen sein könnte. Wegen der Vortäuschung sowie verschiedener anderer vorgeworfener Verkehrsstraftaten bei der Verfolgung wird der Jugendliche sich aber nun auf jeden Fall einem Strafverfahren stellen müssen. Die Ermittlungen dauern an./ah (319)
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