POL-HH: 090705-2. Ausschreitungen nach Schanzenviertelfest

    Hamburg (ots) - Zeit: 04.07.2009, ab ca. 21:45 Uhr Ort: Hamburg-Sternschanze, Schanzenviertel

    Nach dem Schanzenviertelfest am Samstag kam es am Abend zu Ausschreitungen. Bis zu 1.000 Personen haben Polizeibeamte angegriffen, Hindernisse bereitet, Feuer entzündet und randaliert.

    Gegen 21:45 Uhr wurden Polizeibeamte plötzlich im Bereich der Flora (Schulterblatt/Juliusstraße) massiv von einer größeren Gruppe mit Steinen beworfen und mit Signalmunition beschossen. Die Polizei musste Wasserwerfer und den Schlagstock einsetzen. Im Anschluss griffen Randalierer immer wieder Polizeibeamte an oder begingen Sachbeschädigungen durch Brandlegungen. Die Täter zündeten Mülleimer und Unrat an und griffen die eintreffenden Kräfte anschließend an. 27 Beamte haben Verletzungen erlitten, neun von ihnen sind derzeit nicht weiter dienstfähig.

    Die Polizei hatte sich für ein starkes Präsenzkonzept entschieden. Unmittelbar nach dem Fest hielten sich Polizeibeamte im Viertel auf. Dieses Konzept ermöglichte, dass es viele so genannte qualifizierte Festnahmen gab. Täter wurden bei der Begehung von Straftaten festgenommen. So gelang es Polizeibeamten, zwei aus Berlin angereiste Straftäter vorläufig festzunehmen. Die beiden Männer hatten einen Rucksack dabei, der mit einer zeitschaltuhrgesteuerten Brandvorrichtung ausgestattet war. Gegen die Männer wird jetzt u.a. wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.

    Gegen 22:30 Uhr hat ein Mann einen Funkstreifenwagen vor dem Polizeikommissariat 16 in der Lerchenstraße angezündet. Der Täter konnte ebenfalls festgenommen werden. Insgesamt hat die Polizei (Stand 04:25 Uhr) 67 Tatverdächtige nach Straftaten (Brandstiftungen, Flaschen- und Steinwürfe auf Polizeibeamte, Sachbeschädigungen und Widerstände) vorläufig festgenommen. Weitere 18 mussten in Gewahrsam genommen werden.

    Bis ca 04:15 Uhr haben Straftäter immer wieder Beamte angegriffen, Hindernisse bereitet sowie Brandstiftungen begangen.

    Die Polizei setzte knapp 1.800 Beamte ein. Die Anzahl verletzter Störer ist derzeit nicht bekannt.

    Ku.


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