POL-HH: 080907-1. Ausschreitungen nach Straßenfest im Schanzenviertel
Hamburg (ots) - Tatzeit: 06.09.2008, 06:00 bis 07.09.2008, 03:30 Uhr Tatort: Hamburg-Altstadt/ St.Pauli, Schanzenviertel
Im Schanzenviertel kam es im Anschluss an das so genannte Schanzenviertelfest zu Ausschreitungen. Mehrere Personen errichteten Barrikaden, legten Brände und griffen Polizisten an.
Am Samstag fand wie bereits in den Vorjahren das so genannte
Schanzenviertelfest statt. Ab dem frühen Morgen wurden sukzessive ca.
500 Stände sowie mehrere Musikbühnen aufgebaut. Die Straße
Schulterblatt wurde daraufhin teilweise für den Fahrzeugverkehr
gesperrt. Bis in die Abendstunden verlief das Straßenfest, das in der
Spitze von bis zu 8.000 Besuchern frequentiert wurde, friedlich.
Kurz nach 21:00 Uhr beschädigten unbekannte Täter mehrere Schaufenster in der Ludwig- und Schanzenstraße. Im weiteren Verlauf kam es zu mehreren Brandlegungen, u.a. wurden Müllcontainer und Barrikaden angezündet. Vor einem Geldinstitut im Schulterblatt wurde Unrat in Brand gesetzt, die Flammen schlugen über zwei Meter in die Höhe.
Die daraufhin einschreitenden Einsatzkräfte wurden massiv mit Gegenständen beworfen. Es mussten Wasserwerfer zum Löschen des Feuers eingesetzt werden. Gegen Mitternacht griffen 10 bis 15 Personen an der Kreuzung Altonaer Straße/Weidenallee Polizeibeamte an, die zur Verkehrsregelung eingesetzt waren und beschädigten den zur Sperrung eingesetzten Funkstreifenwagen. Die Täter konnten unerkannt flüchten. In der Max-Brauer-Allee warfen Unbekannte Gegenstände auf Passanten und vorbeifahrende Fahrzeuge. Die Heckscheibe eines Pkw BMW wurde eingeschlagen. Gegen 01:20 Uhr musste die Polizei in der Bartelsstraße ein größeres Feuer löschen. Auch hier wurden die Einsatzkräfte von ca. 100 Personen mit Flaschen und Steinen angegriffen.
Bis gegen 03:30 Uhr wurden wiederholt im gesamten Schanzenviertel Barrikaden errichtet und Feuer entzündet. Unter anderem wurden ein Fahrzeug (Hohe Weide), eine Telefonzelle und eine Dixi-Toilette (Thadenstraße) in Brand gesetzt.
Danach beruhigte sich die Lage. Die Personengruppen lösten sich auf und verließen den Einsatzraum. Die Stadtreinigung konnte mit den Aufräumarbeiten beginnen, Sperrungen wurden aufgehoben.
18 Personen (darunter 11 Polizisten) wurden verletzt; 38 Personen (überwiegend wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung) vorläufig fest- und 19 Personen in Gewahrsam genommen.
Die Polizei war mit rund 950 Beamten im Einsatz.
Sy.
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