POL-HH: 080706-7. Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs nach Angriffen gegen Polizeibeamte
Hamburg (ots) - Tatzeit: 06.07.08, 05.30 Uhr Tatort: Hmb.-St.Pauli, Schulterblatt
Zur Tatzeit kam es im Bereich Schulterblatt zu einem Beziehungsstreit zwischem einem 23-jährigen Schwarzafrikaner und seiner Lebensgefährtin. Eine Gruppe von mehreren Personen, die sich vor dem Gebäude "Alte Flora" aufhielt, mischte sich in den Streit ein. Der 23-Jährige wurde nach eigenen Angaben von einem Mann mit Reizgas besprüht. Seine 18-jährige Lebensgefährtin wurde von mehreren Personen weg gerissen und in das Gebäude "Alte Flora" gebracht. Der 23-Jährige lief in seine Wohnung im Schulterblatt. Er wurde dabei von mehreren Personen verfolgt und weiterhin mit Reizgas besprüht.
In der Zwischenzeit war die Polizei alarmiert worden, weil angeblich ein Schwarzafrikaner im Bereich Schulterblatt mit einem Messer bewaffnet Personen bedrohen würde. Die Besatzungen der Funkstreifenwagen 16/2 und 16/3 nahmen diesen Einsatz wahr. Der 23-jährige Schwarzafrikaner wurde in seiner Wohnung angetroffen und zunächst festgenommen. Dieser konnte den eingesetzten Beamten jedoch plausibel machen, dass er nicht Täter sondern Opfer einer gefährlichen Körperverletzung durch Reizgas ist. U.a. konnten die Beamten noch den Geruch von Reizgas im Flur des Wohnhauses wahrnehmen.
Zeugen bezeichneten jetzt den Täter der gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil des 23-jährigen Schwarzafrikaners. Der Täter hielt sich an der Seite des Gebäudes "Alte Flora" auf. Als Polizeibeamte den Tatverdächtigen ergriffen, setzte dieser sich erheblich zur Wehr. Als die Beamten den Festgenommenen zum Funkstreifenwagen brachten, wurden sie aus einer größeren Personengruppe mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Gruppe ging auf die Beamten zu, wobei weiterhin geworfen wurde. Dabei konnte sich der Festgenommene befreien und fliehen. Als jetzt weitere Polizeibeamte eintrafen, flüchtete die Personengruppe, wobei ein größerer Teil in das Gebäude "Alte Flora" lief.
Durch den Angriff wurde eine Beamtin leicht verletzt. Die Seitenscheibe eines Funkstreifenwagens wurde durch Flaschenbewurf zerstört.
Die eingesetzten Polizeibeamten konnten den Tatverdächtigen nicht in das Gebäude "Alte Flora" folgen, da die Eingangstür verschlossen und gesichert war. Daher wurden Verstärkungskräfte und entsprechende Einsatztechnik für die notwendigen Durchsuchungsmaßnahmen angefordert.
Die Durchsuchung begann gegen 11.40 Uhr und führte zur Ergreifung von 13 Personen, gegen die u.a. der Tatverdacht des Landfriedensbruchs besteht. Die Tatverdächtigen wurden zur Identitätsfeststellung an nahe gelegene Polizeikommissariate gebracht.
Im Bereich Schulterblatt hielten sich zu diesem Zeitpunkt etwa 250 Personen auf. Die Polizei war insgesamt mit 370 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.
Die Ermittlungen der Abteilung Staatsschutzdelikte des Landeskriminalamtes dauern an.
ots Originaltext: Polizei Hamburg
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