POL-OLD: +++ Polizeipräsident Thurau und Hochschulpräsident Prof. Dr. Kreutz sagen Internet-Kriminellen den Kampf an +++ Polizei und Hochschule arbeiten zusammen +++

Polizeidirektion Oldenburg: POL-OLD: +++ Polizeipräsident Thurau und Hochschulpräsident Prof. Dr. Kreutz sagen Internet-Kriminellen den Kampf an +++ Polizei und Hochschule arbeiten zusammen +++
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Professor Dr. Kreutz und Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau (von ...

Oldenburg (ots) - Oldenburg. Internetkriminalität rückt immer weiter in den Focus der Öffentlichkeit: Viren, Trojaner, Phishing beim Onlinebanking, Angriffe auf persönliche Passwörter sind nur einige der neuen Phänomene krimineller Machenschaften.

Seit dem Jahr 2007 ist ein signifikanter Anstieg der Internetkriminalität zu verzeichnen. Aktuell müssen sich wiederholt zahlreiche Wirtschaftsunternehmen ver-schiedener Angriffe krimineller Hacker erwehren. Zu nennen wären hier u. a. Bot-Net-Angriffe und DDos-Attacken. Bei letzteren werden Rechner mit einem Programm infiziert, um einen oder mehrere bereitgestellte Webdienste und Internetpräsenzen arbeitsunfähig zu machen. Ist der Rechner erst infiziert, wird von den Geschädigten die Zahlung eines Lösegeldes verlangt, um den Rechner wieder betriebsfähig machen zu können. Weiterhin wird durch die Hacker der Abfluss von Kundendaten vorbereitet, um diese widerrechtlich zu nutzen.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) belaufen sich die Schäden durch Cybercrime auf rund 61,5 Millionen Euro. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 66 %. In rund 7 Millionen Fällen wurden Zugangsdaten ausspioniert.

Ein weiteres Phänomen ist das Phishing im Zusammenhang mit Online-banking. Für das Jahr 2010 ist niedersachsenweit eine Steigerung der Fallzahlen um 61% auf 1090 Fälle und eine Schadenshöhe von ca. 3,2 Millionen Euro (2009: ca. 2,5 Millionen Euro) zu verzeichnen. Im Jahr 2007 waren es noch 362 Fälle mit einer Schadenshöhe von ca. 1,1 Millionen Euro.

Die Polizeidirektion Oldenburg sagt den kreativen Internet-Kriminellen daher den Kampf an:

Am 14.09.2011 unterzeichneten der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg Hans-Jürgen Thurau und der Präsident der Hochschule Emden/Leer Prof. Dr. Gerhard Kreutz einen Kooperationsvertrag, in dem es um die enge Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch beider Institutionen im Bereich der IT-Sicherheit geht.

Ziel dieser Kooperation ist es u. a., Privatpersonen und mittelständische Betriebe, die nicht über eine eigene IT-Sicherheitsstruktur verfügen, durch gezielte Präventionsprogramme widerstandsfähiger gegen Hackerangriffe zu machen.

Für den ungewöhnlichen Schulterschluss der Polizeidirektion Oldenburg mit einem wissenschaftlichen Institut im Kampf gegen die sich immer weiter entwickelnde Internetkriminalität sprechen mehrere Gründe.

Die ebenfalls im Nordwesten beheimatete Hochschule Emden/Leer hat aktuell eine Studienvertiefung 'IT-Sicherheit' im Studiengang Informatik eingerichtet.

Der gegenseitige Austausch auf dem Feld der Internet-Kriminalität / IT-Sicherheit zwischen polizeilichen Ermittlern auf der einen und Forschern auf der anderen Seite soll für beide eine win-win Situation darstellen.

Die den Forschern zur Verfügung gestellten anonymisierten polizeilichen Sachverhalte aus der täglichen Praxis bieten der Hochschule Emden/Leer die notwendige Grundlage für die Erforschung aktueller, sach- und anlassbezogener Problemlösungen im Studiengang IT-Sicherheit.

Auf der anderen Seite sollen die Ermittler davon profitieren, dass ihnen als Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeiten an der Hochschule Emden/Leer neue Ermittlungsansätze im Bereich Beweisführung und -sicherung vermittelt werden.

Laut Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau besteht so die Möglichkeit, auf aktuelle neue Phänomene und Entwicklungen umgehend zu reagieren und hierfür Präventionsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer, ergänzt: "IT-Sicherheit wird für immer mehr Betriebe und Behörden zu ei-nem existenziellen Thema. Erfahrene Spezialisten für IT-Sicherheit sind aber schon heute schwer zu finden; dies gilt umso mehr, wenn man aus den Ballungszentren in die ländliche Region geht. Mit der Einrichtung einer Vertiefungsrichtung "IT-Sicherheit" und der heute unterzeichneten Kooperation mit der Polizei greift die Hochschule Emden/Leer dieses wichtige Thema auf und eröffnet den Absolventen des Informatik-Studiums die Möglichkeit in den zukunftsorientierten Arbeitsmarkt der IT-Sicherheit erfolgreich einzusteigen."

Ein erster Workshop mit Ermittlern und Wissenschaftlern ist bereits für die kommende Woche geplant. Daneben sind weitere Fachtagungen und die Entwicklung eines Präventionsprojektes für mittelständische Unternehmen konkret vorgeplant.

Rückfragen bitte an:
Britta Breuers
Polizeidirektion Oldenburg
Pressestelle
Theodor-Tantzen-Platz 8
26122 Oldenburg
Tel.: 0441/799-1041/-1042/-1044
E-Mail: pressestelle@pd-ol.polizei.niedersachsen.de
Homepage: www.polizei-oldenburg.de

oder an
Dipl. Ing. Wilfried Grunau
Hochschule Emden/Leer
Constantiaplatz 4
26723 Emden
Telefon: (04921) 807-1005
Telefax: (04921) 807-1000
E-Mail: info|at|hs-emden-leer.de