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Superintendent Daub
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POL-ROW: "Zivilcourage hat viele Gesichter - Zeig Deins", Persönlichkeiten aus Rotenburg nehmen Stellung. (Fotos !)

    Rotenburg (ots) - "Zivilcourage hat viele Gesichter - Zeig Deins"

    Rotenburg. Wie bereits angekündigt, werden in sich in dieser Woche Persönlichkeiten unseres Landkreises zum Thema Zivilcourage äußern. "Jeden Tag ein anderer Beitrag zu diesem aktuellen Thema", so das Präventionsteam um Karin Stabbert-Flägel und Thomas Teuber." In Interviews wird durch persönliche und berufliche Erfahrungen jedes einzelnen deutlich, dass Zivilcourage viele Facetten und vor allem Gesichter hat," so die Kriminalhauptkommissarin. Den Anfang dieser Interviewreihe macht Superintendent Hans-Peter Daub, der dem Rotenburger Kirchenkreis vorsteht.

    Herr Daub

    1. Herr Daub, ist Zivilcourage in der Religion ein Thema?

    Ja, allerdings. Von Beginn an erforderte es auch Mut, ein Jünger Jesu zu sein. Es ist eine Minderheit, die versucht das Evangelium ernst zu nehmen und sich für andere Menschen einzusetzen auch dann, wenn es unbequem und vielleicht sogar gefährlich ist. Eine sehr prägende biblische Geschichte für den Mut, den Zivilcourage erfordert, ist eine Erzählung von Petrus, dem wichtigsten Jünger Jesu. Als er beim Prozess gegen Jesus von ganz Unbeteiligten gefragt wird, ob er nicht auch zu den Freunden des Angeklagten gehört, verleugnet er das aus Angst. Der Hahn kräht drei Mal und Petrus flieht voller Entsetzen. Heute erinnert jeder Hahn auf einem Kirchturm daran, dass es eine bleibende Herausforderung ist, für Menschlichkeit einzustehen, auch wenn die Mehrheit am Unrecht beteiligt ist oder schweigt und wegsieht.

    2. Wie konkret spiegelt sich Zivilcourage in der täglichen Arbeit des Kirchenkreises Rotenburg wieder?

    Zivilcourage ist ein Thema in der religionspädagogischen Arbeit im Kirchenkreis. Im Konfirmandenunterricht geht es darum, einen eigenen Standpunkt zu finden und ihn auch zu vertreten, wenn die Clique das anders sieht. Das Engagement für Menschen, die an den Rand gedrängt werden, ist auch ein Anliegen der evangelischen Jugend. Ganz grundsätzlich geht es in der Verkündigung der Kirche auch immer wieder um Ansichten, die nicht mehrheitsfähig sind und trotzdem dem Evangelium entsprechen, z.B. dass das Lebensrecht eines Menschen gerade nicht von seiner Leistungsfähigkeit abhängt. Die aktuelle Debatte, dass Leistungsträger mehr haben müssten als andere, verkennt vollkommen, dass die Fähigkeit, sich selbst zu helfen und geschickt und selbstbewusst zu agieren, ein Geschenk ist und von Voraussetzungen abhängt, die ein Mensch sich nicht selbst gemacht hat. Wer sich das selbst zuschreibt und daraus Vorteile gegen andere ableitet, verleugnet seinen Schöpfer und übersieht, wie veränderlich und zerbrechlich die Leistungsfähigkeit eines Menschen ist. Darum treten Christen für die Menschen ein, die in unserer Leistungsgesellschaft kein Ansehen haben und fordern auch für sie Respekt und Würde.

    3. Was verbinden Sie mit Zivilcourage? Haben Sie selbst schon einmal couragiertes Einschreiten erlebt?

    Zivilcourage ist in meinen Augen nicht erst das mutige Eintreten für andere Menschen, wenn sie akut bedroht, beleidigt oder gar geschlagen und verletzt werden. Zivilcourage beginnt viel früher: Wo ich mich um der Menschenwürde Einzelner willen gegen gesellschaftliche Trends und Normen wehre. Der Einsatz für Flüchtlinge ist ein bleibendes Thema für couragiertes Handeln. Kirchengemeinden, die Kirchenasyl gewährt haben und damit Konflikte und Bestrafung riskierten, um unmenschliche Konsequenzen der Ausländergesetze in unserem Land abzuwehren, sind für mich aktuelle Beispiele für Zivilcourage.

    ++ Fotos in digitaler Pressemappe: Portrait Hans-Peter Daub

    Für Rückfragen: PHK Thomas Teuber, 04261- 947 108

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Rotenburg
Pressestelle
Thomas Teuber
Telefon: 04261/947-104