POL-LG: +++ Fernfahrerstammtisch berichtet über Schlafkrankheit +++
Sittensen (ots) - Viele Informationen zum Thema "Schlafkrankheit bei Berufskraftfahrern" bekamen die Teilnehmer des 94. Fernfahrerstammtisches gestern auf dem Autohof in Sittensen. Referent war Holger Steder von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe aus Seevetal. Steder führte in seinem Vortrag an, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung an Schlafstörungen leide, die sich teilweise so massiv auswirken, dass man von einer Krankheit spricht - der so genannten Schlafapnoe. Die Krankheit sei in fast jeder Altersgruppe zu finden. Jeder Zehnte sei demnach betroffen. Geschlechterspezifisch gesehen leiden 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen an Schlafstörungen. Holger Steder, der selbst von der Schlafapnoe betroffen war, wies darauf hin, dass die Krankheit nicht gleich ersichtlich sei. Es handele sich hierbei um einen schleichenden Prozess, welcher zu einem Schlaganfall führen kann. In den meisten Fällen erfahren die Patienten erst im Nachhinein, dass die Krankheit ursächlich für diesen war. Die Folgen der Schlafapnoe können sich darüber hinaus unter anderem in einem erhöhten Bluthochdruck oder einem Herzinfarkt niederschlagen. Neben dem Referat wurde den rund 25 interessierten Teilnehmern, darunter Fernfahrer und Unternehmer, ein Film des führenden Schlafmediziners, Dr. Hein, gezeigt, der die Thematik nochmals wiedergab und weiterhin deutlich zeigte, wie sich die Krankheit im Körper, zum Beispiel im Bereich des Rachens, abspielt. Ergänzend wies Steder darauf hin, dass neben einer Selbsthilfegruppe der Besuch eines Schlaflabors als Behandlungsmaßnahme in Frage kommen könnte. Nach der Behandlung in einem solchen Labor werden den Patienten oftmals individuell eingestellte Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt.
Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sei kostenlos, fügte Steder hinzu.
Aufgrund des gestörten Schlafrhythmusses nehme die Gefahr der Tagesschläfrigkeit, beispielsweise beim Sekundenschlaf, zu, was eine besondere Gefahr für die Teilnahme am Straßenverkehr darstelle.
Studien ergaben, dass durch diese eingeschränkte Fahrtauglichkeit das Unfallrisiko um das 2,5-fache ansteigt. Eine weitere Studie aus dem Jahre 2008, bei der 134 Lkw-Fahrer an der A7 untersucht wurden, ergab, dass 23 Prozent der Fahrer schläfrig waren und 56 Prozent Schlafepisoden aufwiesen.
Somit wird deutlich, dass bei chronischen Schlafstörungen eine stark erhöhte Verkehrsunfallgefahr besteht und eine Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Schlafapnoe-Syndrom lebensgefährlich ist. Sollte es infolge einer Übermüdung zu einer Gefährdung von Leib oder Leben eines anderen Menschen oder einer fremden Sache von bedeutendem Wert kommen, befinde man sich im Bereich einer Straftat, wobei auch der Führerschein schnell auf dem Spiel stehen könne, hieß es.
Der Bekanntheitsgrad der Krankheit ist steigend und die rund 250 Selbsthilfegruppen im Bundesgebiet finden stetigen Zuwachs. Abschließend lässt sich sagen, dass jedermann sowohl sein Schlafverhalten als auch körperliche Veränderungen beobachten sollte, so dass eine mögliche Krankheit frühzeitig erkannt werden kann.
Im Anschluss stellte Polizeikommissar Jens Platen den Pupillographen vor, ein Gerät, mittels dessen man die Schläfrigkeit von Personen messen kann. Mit einer an einem Laptop verbundenen Brille, die dem Probanden aufgesetzt wird, werden durch eine integrierten Infrarotstrahl die Lidschläge und der Pupillenunruheindex beider Augen für einen festgelegten Zeitraum gemessen. Anhand medizinischer Parameter wird somit die Schläfrigkeit der Person zur Messzeit ermittelt. Der Pupillograph fand unter den Teilnehmern großen Anklang, so dass sich einige Freiwillige einer Messung unterzogen.
Abschließend luden die Stammtischmoderatoren zum 95. Fernfahrerstammtisch ein. Dieser findet am 7. Dezember 2011 ab 18.30 Uhr in Sittensen statt. Das Moderatorenteam wird gemeinsam mit den Stammtischlern auf das Jahr 2011 zurückblicken und die aktuelle Baustellensituation der BAB 1 sowie das Themenfeld "Eis und Schnee" im Bezug auf den Schwerlastverkehr vorstellen.
Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Lüneburg Janina Schäfer Auf der Hude 2 21339 Lüneburg Telefon: 04131/29 1051 E-Mail: janina.schaefer@polizei.niedersachsen.de http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/pd_lueneburg/


