POL-LG: Großkontrolle des gewerblichen Güter- und Schwerlastverkehrs im Rahmen einer länderübergreifenden Schwerpunktkontrolle auf der BAB 1 (LK ROW)
Lüneburg (ots) - Fehlende Ladungssicherung, schlechter technischer Zustand der Fahrzeuge, zu schwere oder zu große Ladung und zu kurze Ruhezeiten der Fahrer. So kurz kann man das Resümee der heutigen Kontrolle auf zwei Rastplätzen an der BAB 1 im Landkreis Rotenburg zusammenfassen. Am heutigen Donnerstag, den 11.03.2010 kontrollierten 62 Beamtinnen und Beamte der Regionalen Kontrollgruppe Lüneburg gemeinsam mit Mitarbeitern von Zoll, Bundesamt für Güterverkehr und der Straßenverkehrsgenossenschaft Niedersachsen/Sachsen-Anhalt sowie einigen weiteren Behörden insgesamt 84 LKW, Busse und PKW. Die Kontrolle war eingebettet in das sogenannte TISPOL-Konzept. TISPOL (www.tispol.org) ist eine europäische Kooperation zur Erhöhung der Sicherheit in Straßenverkehr. Dabei wurden 32 der 54 deutschen und 22 der 31 ausländischen kontrollierten LKW beanstandet. Die Beanstandungsquote von rund 64% liegt damit etwa im Schnitt der letzten LKW-Kontrollen. Die Mängel teilen sich in die Bereiche der mangelnden Ladungssicherung, technische Mängel und Verstöße gegen die Sozialvorschriften. In 19 Fällen musste die Weiterfahrt aufgrund gravierender Verstöße vorübergehend -bis zur Behebung des Mangels- untersagt werden. Sofern sich die Möglichkeit bestand, die Mängel schon vor Ort beheben zu lassen, wurde diese Möglichkeit genutzt.
Einige besonders herausragende Fälle:
Zwei polnische Mitarbeiter eines skandinavischen Zirkusunternehmens waren mit Heizelementen für das Zirkuszelt auf dem Weg aus den Niederlanden nach Kopenhagen. Ihre Weiterfahrt endete auf dem Rastplatz bei KM 46, 8, da sie keinerlei Papiere dabei hatten. Führerschein, Fahrzeugschein, Urkunden und Pässe seien beim Chef in den Niederlanden, verkündeten die beiden. Außerdem fehlte eine Batterieabdeckung sowie das ABS-Kabel zum Auflieger und ein Reifen hatte Defekte. Hier waren 200 Euro Sicherheitsleistung neben einer vorübergehenden Untersagung der Weiterfahrt fällig.
Ein lettischer LKW war nicht ausreichend gesichert (siehe Bild). Die Ladung aus Stahlteilen war statt mit der notwenigen Anzahl von 60 Gurten lediglich mit 10 Gurten gesichert. Außerdem hatte er seine Tageslenkzeit um mehrere Stunde über- und die Tagesruhezeit unterschritten. Er musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 220 EUR hinterlegen und die Ladung nachsichern, bevor er seine Weiterfahrt antreten durfte. Da er mit der Untersagung der Weiterfahrt nicht einverstanden war, wurde er "an die Kette gelegt".
Bei einem niederländischen LKW Anhänger war die Aufhängung der Deichsel so stark abgenutzt, dass der Anhänger buchstäblich nur noch am seidenen Faden hing. Hier musste der Anhänger auf dem Kontrollplatz stehen bleiben.
Auch der Zoll landete Treffer. Kontrollierten die Kollegen der Polizei noch einen LKW-Fahrer aus Nordrhein-Westfalen, bei dem erhebliche Verstöße gegen die Sozialvorschriften festzustellen waren, er konnte für 26 Tage keine Schaublätter nachweisen, außerdem war sein LKW zu hoch, entpuppte sich dazu noch als Hartz IV-Empfänger. Hier wird es noch zu entsprechenden Nachkontrollen kommen.
Das besondere an einer sogenannten Vollkontrolle ist die Bandbreite in der kontrolliert wird. Auch zwei PKW's mussten den Kontrollfahrzeugen der Polizei folgen. In beiden Fällen waren Drogen im Spiel. Vier belgische Fußballfans erreichten das HSV-Stadion fast nicht mehr rechtzeitig, da ihr Fahrer unter Drogeneinfluss stand. Er gab zu, am Vorabend Marihuana geraucht zu haben. Nach einem positiven Drogenschnelltest wurde eine Blutprobe von ihm genommen. Da dies auch für seinen Beifahrer zutraf, musste -nachdem er ebenfalls einen Drogenschnelltest gemacht hatte- einer der Mitfahrer von der Rückbank weiterfahren. Zunächst wurde eine Blutprobe vom Fahrer genommen. In einem weiteren Fall wurde eine größere Menge an Amphetaminen im Kofferraum eines Fahrzeuges entdeckt.
Das Ergebnis der Kontrolle im Überblick: Kontrollierte Lkw 84 Beanstandete Fahrzeuge 54 Davon 53 Fahrzeuge aus Deutschland, von denen 32 beanstandet wurden Davon 31 Fahrzeuge aus der EU und Drittstatten von denen 22 beanstandet wurden. Dies entspricht einer Quote von rund 64 %. In 19 Fällen müsste vorübergehend die Weiterfahrt untersagt werden.
Fazit: Für den Leiter der Regionalen Kontrollgruppe, PHK Oliver Kues, zeigte sich wieder einmal, wie nötig die Kontrollen des gewerblichen Güterverkehrs sind. Denn obwohl immer wieder intensiv kontrolliert wird, lassen Spediteure, Disponenten und Fahrer leider immer wieder alle Vorsicht außer Acht. Fehlende Ladungssicherung, schlechter technischer Zustand der Fahrzeuge, zu schwere oder zu große Ladung und zu kurze Ruhezeiten der Fahrer sind immer wieder festzustellen. Deshalb wird die Regionale Kontrollgruppe sich auch künftig weiter intensiv fortbilden, um bei ihren Kontrollen in jeder Hinsicht auf dem neuesten Stand zu sein. Der Termin für die nächste Kontrolle steht übrigens schon fest!
Bilder der Kontrolle finden Sie in der digitalen Pressemappe.
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