Innenministerium: Milliarden-Schaden durch Wirtschaftsspionage

Düsseldorf (ots) - Deutsche Unternehmen werden im internationalen Vergleich besonders häufig ausspioniert. "Immerhin jeder fünfte Betrieb in Deutschland verfügt über international wettbewerbsfähige Produkte oder Dienstleistungen und ist damit ein potentielles Opfer", warnte Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (24. März) anlässlich des 2. Wirtschaftsschutztages im Innenministerium in Düsseldorf. Dabei werde der Know-how-Abfluss von den Unternehmen oft gar nicht bemerkt. Die Dunkelziffer ist nach Ansicht aller Fachleute hoch. "Ideen, Know-how, Forschung, Entwicklung und Produkte sind die Substanz eines jeden Unternehmens", betonte der Innenminister.

Von Wirtschaftsspionage werden besonders Branchenführer und Firmen mit herausragendem Know-how bedroht. Als "attraktive Ausforschungsziele" gelten Schlüsselsparten wie Maschinenanlagebau, Energie und Rüstung, aber auch Entwicklungsabteilungen von Pharma- und Softwarefirmen sowie der Verkehrssektor. "Die Angreifer verursachen zum Teil Existenz bedrohende Schäden", sagte der Innenminister. Allein der deutsche Zoll beschlagnahmte 2008 Plagiate im Wert von fast 436 Millionen Euro. Durch die Zollbeamten der europäischen Mitgliedstaaten sind 2007 fast 79 Millionen gefälschte Warenartikel sichergestellt worden. "Experten schätzen den Plagiat-Schaden für Hersteller in Deutschland auf jährlich 30 Milliarden Euro", sagte Wolf.

Auf dem Wirtschaftsschutztag klären Experten über die aktuelle und künftige Bedrohungslage auf und informieren über die Angriffsmethoden der Täter. Die Veranstaltung ist Bestandteil der Aktionswoche zur "Produkt- und Markenpiraterie" und findet nach ihrer Premiere im Jahr 2006 nun zum zweiten Mal statt. "Die Reaktionen auf unseren ersten Wirtschaftsschutztag haben deutlich gemacht, dass auch die Unternehmen erkannt haben, dass sie noch aktiver gegen Wirtschaftskriminalität und -spionage angehen müssen", unterstrich Wolf. "Nordrhein-Westfalen ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Die Spionageabwehr unseres Verfassungsschutzes trägt dazu bei, dass das auch so bleibt."

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