POL-HR: Schwalmstadt-Treysa: Verdacht des Drogenhandels - offenbar auch Kinder unter den "Kunden" - Razzia in ehemaliger Molkerei - Hauptverdächtiger festgenommen
Homberg (ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Marburg und der Polizeidirektion Schwalm-Eder 05.10.2009
Schwalmstadt-Treysa Verdacht des Drogenhandels - offenbar auch Kinder unter den "Kunden" - Razzia in ehemaliger Molkerei - Hauptverdächtiger festgenommen
Am Samstag, 03.10.09, führte die Polizeidirektion Schwalm-Eder eine groß angelegte Durchsuchungsaktion in den Gebäuden der ehemaligen Molkerei in der Wierastraße in Treysa durch. Vorausgegangen war ein Hinweis, dass dort Drogen konsumiert und verkauft werden. Gezielte Ermittlungen der Polizei konkretisierten die Verdachtslage. Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen konnten die Beamten bei einem Hauptverdächtigen 50 Gramm Haschisch und eine geringe Menge einer weißen pulvrigen Substanz sicherstellen, bei der es sich wahrscheinlich um Amphetamin handelt. Der Hauptverdächtige, ein 40-jähriger Mann aus Schwalmstadt, wurde festgenommen. Aufgrund der ermittelten Verdachtslage war in dieser Sache bereits ein Haftbefehl erlassen worden. Der Mann ist bereits einschlägig in Erscheinung getreten. Erst Ende 2008 war er aus der Haft entlassen worden. Ferner wurden bei den Durchsuchungsmaßnahmen 4 Haschischpflanzen sowie Utensilien zum Drogenkonsum, z.B. Wasserpfeifen, vorgefunden. Offensichtlich waren auch Vorbereitungen zur Installation einer Haschischaufzuchtplantage in der ehemaligen Molkerei im Gange. Bei der Terminierung der Razzia hatten Gefahren abwehrende Überlegungen im Vordergrund gestanden. Wie die Ermittlungen bis dahin ergeben hatten, gehören offenbar auch Kinder zu den "Kunden". Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen wurden auch Erkenntnisse erlangt, die Hinweis darauf geben, dass der jüngste Besucher dieser Räumlichkeiten möglicherweise erst 11 Jahre alt war. Der Hauptverdächtige hatte nach bisherigen Erkenntnissen die Räumlichkeiten von dem ahnungslosen Vermieter angemietet, um dort eine Art Jugendclub einzurichten. Wer dem "Club" beitreten wollte, musste ein Schriftstück ausfüllen und unterzeichnen, welches eine Verschwiegenheitsklausel enthielt, d.h. zuhause nichts zu erzählen, was sich dort abspielt. Was sich dort abspielte, sollen z.B. auch "Kämpfe ohne Regeln" gewesen sein, die unter den Mitgliedern ausgetragen werden sollten. Weitere Ermittlungen, Vernehmungen sollen hierzu Aufschluss bringen. Das Ordnungsamt der Stadt Schwalmstadt und das Jugendamt wurden in die Maßnahmen einbezogen. Dem Hauptverdächtigen wird vorgeworfen Betäubungsmittel u.a. an Minderjährige verkauft, bzw. den Konsum/Erwerb ermöglicht zu haben. Dabei handelt es sich um einen Verbrechenstatbestand - die Strafandrohung dafür beträgt Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr.
Anlage: 4 Fotos aus dem durchsuchten Objekt
Mit freundlichen Grüßen Reinhard Giesa, KHK
ots Originaltext: Polizeipräsidium Nordhessen
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