LKA-HE: ~ "RASPAD" - Vier Tage für den Ernstfall Gemeinsame Großübung zur Abwehr nuklearspezifischer Gefahren in Hessen ~
Wiesbaden (ots) - In den vergangenen Tagen hat die hessische Polizei zusammen mit der "Zentralen Unterstützungsgruppe des Bundes für gravierende Fälle der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr" (ZUB), den hessischen Fachkräften für Strahlenschutz und dem hessischen Umweltministerium sowie der Feuerwehr und den Katastrophenschutzkräften der Stadt Offenbach die Zusammenarbeit im Rahmen einer großangelegten Übung geprobt.
Kommt es in Hessen zu Gefährdungen mit radioaktiven Stoffen, sind verschiedene Behörden des Innen- und Umweltressorts betroffen. Entsprechende Vorfälle gehen meist über reine Strahlenschutzangelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Hessi-schen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fallen, hinaus, gerade wenn unterschiedliche Gefahrenlagen zusammentreffen. Neben Feuerwehr und Polizei sind in erster Linie die Strahlenschutzfachkräfte des Landes Hessen, die beim Umweltministerium, den Regierungspräsidien sowie dem Hessi-schen Landesamt für Umwelt und Geologie verfügbar sind, für Angelegenheiten des Strahlenschutzes zuständig.
Unterstützt werden diese Kräfte durch eine Einheit des Bundes (ZUB), die sich aus Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA), der Bundespolizei (BPol) und des Bundesamtes für Strahlenschutzes (BfS) zusammensetzt und so Maßnahmen der polizeilichen Gefahrenabwehr mit den erforderlichen Maßnahmen des Strahlenschutzes verknüpft.
Die Übung mit dem Namen "RASPAD" (russisch für Zerfall) startete bereits am Samstag mit einem nachgestellten Verkehrsunfall in Offenbach, an dem ein Gefahrgutfahrzeug beteiligt war und bei dem fiktiv erheblicher Personen- und Sachschaden entstand. Noch an der Unfallstelle wurde durch Messungen der Feuerwehr und von Strahlenschutzfachkräften der Verdacht, dass in einem der Fahrzeuge radioaktive Substanzen transportiert wurden, ausgeräumt.
Gingen die Ermittler bei der Bewältigung des Übungsszenarios zunächst von einem drohenden terroristischen Anschlag aus, führten sie die Ermittlungen schließlich auf die Spur einer Gruppe mutmaßlicher Erpresser. Diese setzten die von ihnen entwendeten Geräte, in denen normalerweise radioaktive Stoffe enthalten sind, als Drohmittel für eine Erpressung ein. Nach der Observation der Tatverdächtigen durch Spezialeinheiten aus Hessen und der ZUB gelang es in einer ehemaligen Kaserne in Hanau schließlich, die Personen mit Hilfe besonders geschulter Kräfte der ZUB festzunehmen.
Das aufwändig geplante Szenario gab den mehr als 500 Akteuren der beteiligten Behörden und Organisationen die Gelegenheit, ihre speziellen Kenntnisse und Fähigkeiten während dieser viertägigen Übung unter Beweis zu stellen. Der Umgang mit speziellem technischem Gerät, etwa im Rahmen einer Aerogamma-Messung durch die ZUB, bei der die Suche nach Strahlungsquellen von einem Hubschrauber aus erfolgte, wurde intensiv geübt.
Wurde am ersten Übungstag das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte bei der Rettung von Menschenleben, der Versorgung Verletzter bis hin zur Bergung der verunglückten Fahrzeuge in der Öffentlichkeit geübt, stand in den folgenden Tagen das Zusammenwirken mit dem Landeskriminalamt und weiteren Fach-dienststellen sowie Landes- und Bundesbehörden unter kritischer Beobachtung ausgewählter Fachbesucher im Vordergrund.
Am Ende waren sich die Beteiligten einig: Die gemeinsame Übung hat gezeigt, dass das theoretisch inszenierte Zusammenspiel der Einsatzkräfte auch in der Praxis durchweg gut funktionierte. Nun gilt es, die gewonnenen Erfahrungen auszuwerten und entsprechende Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen.
Hessisches Landeskriminalamt Pressestelle Udo Bühler Telefon: (0611) 83-1020 oder -1021 Fax: (0611) 83-1025 oder -1026 E-Mail: pressestelle.hlka@polizei.hessen.de http://www.polizei.hessen.de


