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POL-ST: Rheine/Greven, Sexualdelikte Jugendherberge und Hemelter Straße (Foto)

Rheine/Greven, (ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt

"Ermittlungskommission Till" aufgelöst Nach den Sexualdelikten in der Jugendherberge und an der Hemelter Straße im Juni und April dieses Jahres setzte die Kreispolizeibehörde Steinfurt eine Ermittlungskommission ein. Die Mitglieder der "EK Till" arbeiteten über mehrere Monate mit großem Engagement ausschließlich an der Aufklärung dieser Straftaten. Die Kommission war teilweise mit 24 Kriminalisten, auch aus anderen Kreispolizeibehörden, besetzt. Schon frühzeitig wurde eine mögliche Verbindung zu ähnlichen Straftaten in Norddeutschland hergestellt. Eine enge Zusammenarbeit und ein intensiver Informationsaustausch mit der "SOKO Dennis" war Bestandteil der Ermittlungsarbeit. Durch eine offensive Medienarbeit in lokalen und überregionalen Medien wurden alle Möglichkeiten genutzt, verwertbare Zeugenhinweise zu erlangen. Eine bundesweite Fahndung in der Fernsehsendung "XY-ungelöst" brachte weitere Hinweise. Mittlerweile füllen die Unterlagen einige "Meter Akten". Die Papiere verdeutlichen, wie intensiv und akribisch alle kriminalpolizeilichen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. So überprüften die Ermittler 3.200 Personen und gingen 200 anderen Hinweisen nach. "Die Suche nach dem Täter war sehr schwierig, wie die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Wir haben alle möglichen Ermittlungsansätze in diesem Verfahren genutzt, leider ohne konkrete Hinweise auf den Täter," zieht Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer ein Fazit der sechsmonatigen Arbeit. "Alle Spuren sind abgearbeitet und es gibt derzeit keine weiteren Anknüpfungspunkte. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die Arbeit der EK Till in der jetzigen Form einzustellen." Das Verfahren wird jetzt in die Zuständigkeit des zentralen Kommissariats KK 11/21 (Sexualdelikte) in Greven verlagert. Auch zukünftig ist sichergestellt, dass neue, bislang nicht bekannt gewordene Informationen, mit dem Erkenntnisstand der EK Till abgeglichen werden. Falls erforderlich, werden die Ermittlungen unverzüglich wieder intensiviert, um den Täter zu ermitteln.

Auskünfte erteilt OStA Wolfgang Schweer, Telefon 0251/4942415.

Bisherige Presseveröffentlichungen:

----1. Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt Rheine, Unbekannter Mann trägt 10-Jährigen aus der Jugendherberge Polizei ermittelt mit Hochdruck Ein bislang unbekannter Mann hat am frühen Samstagmorgen (13. Juni), um 04.45 Uhr einen 10-jährigen Jungen aus seinem Zimmer in der Jugendherberge, Kopernikusstraße heraus getragen. Anschließend führte der Mann das Kind in den nahe gelegenen Stadtpark. Hier forderte er den 10-Jährigen auf, sich auszuziehen. Kurz darauf gelang dem Jungen die Flucht. Der Mann hat sich offensichtlich nicht an dem Kind vergangen. Die Mutter informierte später die Polizei. Die Fahndung nach dem Ungekannten verlief bislang erfolglos. "Wir nehmen den Fall sehr ernst", sagte Schweer. Es wird mit Hochdruck ermittelt. Der Junge war mit seinen Eltern und einer größeren Gruppe zu Gast in der Jugendherberge in der Kopernikusstraße. Zusammen mit anderen Kindern nahm er an einem Fußballturnier teil. "Wir haben keine konkreten Erkenntnisse, dass es sich um denselben Täter handeln könnte wie bei den Taten in Norddeutschland. Aufgrund der ähnlichen Begehungsweise findet ein intensiver Informationsaustausch mit den dortigen Behörden statt," erläutert Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer die weitere Vorgehensweise. Auskünfte erteilt OStA Wolfgang Schweer, Telefon 0251/4942415.----

2. Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt Rheine, Nachtragsmeldung zu den Sexualdelikten Jugendherberge und Hemelter Straße Staatsanwaltschaft setzt 1.500 Euro Belohnung aus Die Ermittlungen der Sonderkommission "Till" laufen auch drei Wochen nach den Vorfällen in der Jugendherberge und an der Hemelter Straße auf Hochtouren. Die Anzahl der Kommissionsmitglieder wurde aufgestockt. Zur Zeit arbeiten acht erfahrene Kriminalbeamte aus dem ganzen Kreis Steinfurt an der Aufklärung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Unbekannte, der die beiden Straftaten begangen hat, ein und dieselbe Person. Im Zuge der Recherchen ist ein Fall aus dem August 2008 mit in den Focus der Ermittler gelangt. Ein Mann war offensichtlich in die Jugendherberge eingedrungen. Er wurde von mehreren Herbergsbesuchern gesehen und auch angesprochen. Der Mann redete sich letztendlich heraus, indem er angab, ein Angestellter der Jugendherberge zu sein. Es kam zu keinem Kontakt mit einem Kind. Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet wegen Hausfriedensbruch, das noch zu keinem Ergebnis geführt hat. Im Licht der beiden Straftaten im Jahre 2009 prüft die Ermittlungskommission, ob es Zusammenhänge gibt. Die Zusammenarbeit mit der Sonderkommission Dennis in Norddeutschland verläuft auch weiterhin sehr intensiv. Alle Fälle werden abgeglichen. In einer gemeinsamen Besprechung brachten sich die Fahnder aus Verden und Greven in dieser Woche am Mittwoch gegenseitig auf den neuesten Stand. Bei der Beschreibung des tatverdächtigen Mannes hat es keine wesentlichen Neuerungen gegeben. Die Geschädigten konnten nur mitteilen, dass er groß gewesen sein soll. Hervorstechend ist die Beschreibung der Schuhe. Bei diesen soll es sich um weiße Turnschuhe mit auffallend dicken Schnürsenkeln gehandelt haben. Auffällig ist auch, dass im Gegensatz zu den ersten Taten in Norddeutschland vom Täter keine Maske getragen worden ist. Die Staatsanwaltschaft Münster hat eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ausgesetzt. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen). Die Polizei im Kreis Steinfurt sucht weiter nach Zeugen, die Hinweise zum Tatverdächtigen oder zu den Vorfällen in der Jugendherberge und an der Hemelter Straße geben können. Hinweise nimmt die Polizeiwache Rheine, 05971/9382515, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

3. Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt Rheine, Nachtragsmeldung zu den Sexualdelikten Jugendherberge und Hemelter Straße Auf Videoband mögliche Zeugen aufgenommen Die Ermittlungskommission "Till" arbeitet nach wie vor mit Hochdruck an der Aufklärung der Sexualdelikte in Rheine. Mittlerweile wurde die Kommission auf insgesamt 14 Beamtinnen und Beamte aufgestockt. Im Zuge der Recherchen haben die Kriminalisten ein Videoband ausgewertet. Die Kamera, mit der die Aufnahmen gemacht worden sind, ist am Stadtparkrestaurant installiert. Damit wird der hintere Bereich des Gastronomiebetriebes überwacht. Am Rande ist aber auch ein Weg zu erkennen, der aus dem Stadtpark herausführt. In der Tatnacht, Samstag, 13. Juni 2009, sind gegen 04.40 Uhr einige Personen auf dem genannten Weg aus dem Stadtpark heraus gekommen. Die Gruppe bestand aus ungefähr fünf Personen, von denen drei ein Fahrrad geschoben haben. Eine weitergehende Beschreibung ist nur dahingehend möglich, dass eine Person eine weiße Hose und dunkle Schuhe trug; zwei trugen dunkle Hosen und helle Schuhe. Die beschriebenen Passanten könnten für die Ermittlungskommission äußerst wichtige Zeugen sein. Es besteht die Möglichkeit, dass sie genau zur Tatzeit an der Jugendherberge vorbei gekommen sind. Sie haben vielleicht den Täter vor oder nach der der Tat gesehen. Es kann darüber hinaus nicht ausgeschlossen werden, dass der Unbekannte in der Nähe der Jugenherberge oder des Stadtparks ein Fahrzeug abgestellt hatte. Die Polizei bittet die Personen dringend, sich bei der Polizeiwache Rheine (05971/9382515) oder einer anderen Polizeidienststelle zu melden. Jeder noch so kleine Hinweis kann eine entscheidende Spur für die Kriminalpolizei sein und helfen, den Fall aufzuklären.

4. Rheine, Sexualdelikte Jugendherberge und Hemelter Straße Die Fälle um die Jugendherberge bei "Aktenzeichen XY - ungelöst" Die Fälle um die Jugendherberge werden in der nächsten Woche am Mittwochabend (5. August), um 20.15 Uhr, in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY - ungelöst" vorgestellt. Der Leiter der "EK Dennis", Martin Erftenbeck aus Verden, und der Leiter des Kommissariates für Sexualdelikte, Klaus Burandt aus Greven, werden im Studio in München Einzelheiten zu den Taten und zum Fortgang der Ermittlungen bekannt geben. Durch die bundesweite Ausstrahlung hoffen die Mitarbeiter der Ermittlungskommissionen "Dennis" und "Till" auf konkrete Hinweise aus der Bevölkerung. Die Zusammenarbeit zwischen den Kommissionen und dem Landeskriminalamt Düsseldorf ist sehr intensiv. Regelmäßige Arbeitstreffen werden genutzt, um einen lückenlosen Informationsaustausch zu gewährleisten. Es wird nach wie vor mit Hochdruck an der Aufklärung der Fälle gearbeitet. Mittlerweile wurde die Kommission "Till" auf insgesamt 14 Beamtinnen und Beamte aufgestockt. Der Zeugenaufruf aufgrund der Videoaufzeichnung am Stadtparkrestaurant hat bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es haben sich bislang noch keine weiteren Zeugen oder die angesprochenen Personen gemeldet. Die eingehenden Hinweise aus der Bevölkerung sind eher spärlich. Es werden alle Beobachtungen von verdächtigen Fahrzeugen oder Personen intensiv überprüft und abgeklopft. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen und sind vielfältigster Art. Im Zuge der Recherchen gerieten zwei Vorfälle aus dem Jahre 2001 in den Focus der Ermittler. Ein unbekannter Mann war jeweils im März und April in zwei Wohnungen in Rheine, rechts der Ems, eingedrungen. Der Täter hatte die 10-jährigen Jungen angesprochen und sie aufgefordert, mit ihm aus dem Zimmer zu gehen. Als die Kinder sich weigerten und laut riefen, verließ der Mann die Wohnungen, ohne dass er der Kinder habhaft werden konnte. Zwischen der KPB Steinfurt und der EK Dennis fand seinerzeit ein Informationsaustausch statt. Es ergaben sich damals keine zwingenden Zusammenhänge zu den Taten in Norddeutschland. Nach Bekannt werden der Vorfälle um die Jugendherberge werden die beiden Altfälle von den Ermittlern der Sonderkommissionen inhaltlich nochmals geprüft und bewertet. Es gibt auffällige Parallelitäten zwischen den Taten aus 2001 und denen an der Jugendherberge, ohne dass ein absoluter Zusammenhang hergestellt werden kann. Nichtsdestotrotz nimmt die EK "Till" auch diese Straftaten genau unter die Lupe und bezieht sie in die Ermittlungen mit ein. Auskünfte erteilt Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, Telefon 0251/4942415.

5. Rheine/Greven, EK Till bei Aktenzeichen XY Neue Ermittlungsansätze nach der Sendung Bereits am Mittwochnachmittag (5. August) waren die Mitglieder der Ermittlungskommission eingetroffen, um sich auf die abendliche Sendung vorzubereiten. Die Arbeitsraten waren genau verteilt. Acht Kolleginnen und Kollegen sollten die telefonischen Hinweise entgegen nehmen. Zwei Mitarbeiter sollten sich um das Internet kümmern. Die EK Leitung sollte die eingehenden Hinweise prüfen und bewerten. Im Hintergrund warteten Teams, die im Falle eines konkreten Hinweises sofort in Aktion treten sollten. Eine bundesweite Fahndung mit "XY - ungelöst" ist nun wirklich nicht an der Tagesordnung und auch für erfahrene Ermittler etwas Besonderes. Entsprechend professionell war die Vorbereitung auf Seiten der Polizei gelaufen. Alle Mitglieder der Kommission hatten sich noch einmal detailliert in die Rheinenser Fälle eingearbeitet und sich auch die Eckdaten der "SOKO Dennis" eingeprägt. Die Anspannung im Großraumbüro der EK Till in Greven war deutlich zu spüren. Daneben war aber auch ein gedämpfter Optimismus zu bemerken. Die geschäftige Hektik war um 20.15 Uhr schlagartig vorbei. Der Fernseher lief und der DVD-Recorder war eingeschaltet. Um 20.50 Uhr konnte man dann die sprichwörtliche Stecknadel im Raum fallen hören. Der Studiofall mit den Ereignissen in Rheine und in Norddeutschland war an der Reihe. Gespannt schauten alle Anwesenden den Kollegen Burandt aus Greven (EK Till) und Erftenbeck (SOKO Dennis) aus Verden zu, die im ZDF Studio in München die Taten erläuterten. Beim ersten Anruf, direkt nach Ende des Studiofalles, zuckten noch alle zusammen. Dann gingen die Hinweise nach und nach ein und es wurde telefoniert. Nach rund 45 Minuten ließ das Hinweisaufkommen, auch im Studio von Aktenzeichen XY in München, immer mehr nach. Sämtliche Angaben der Zeugen liefen auf die Leitung der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissarin Heike Piepel und Kriminalhauptkommissar Wolfgang Schilling, zu. Diese bewerteten die eingehenden Nachrichten intensiv auf einen möglichen Tatbezug. "Insgesamt haben wir 40 Zeugenhinweise überprüft. Es haben sich zwar neue Ermittlungsansätze ergeben. Von einer heißen Spur zu sprechen, ist im Moment aber verfrüht," äußerte sich Heike Piepel. "Wir werden in den nächsten Tagen intensiv allen Hinweisen nachgehen und sie abschließend ausermitteln," so die Kriminalhauptkommissarin. Inhaltlich bezogen sich die meisten Anruferinnen und Anrufer auf allgemeine verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit den Fällen in Rheine und in Norddeutschland; es ergaben sich aber auch konkrete Hinweise auf verdächtige Personen, die ebenfalls überprüft werden müssen.¬¬----

Landrat Steinfurt
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