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Polizeidirektor Rolf Engler
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POL-RE: Kreis Recklinghausen/Bottrop: Verkehrsunfallstatistik 2009 - So wenig Verkehrstote wie noch nie

Kreis Recklinghausen/Bottrop (ots) - Am Montag (08.02.) präsentierte Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere die Verkehrsunfallstatistik 2009 der Öffentlichkeit.

"Die positive Entwicklung mit teilweise historischen Tiefständen aus dem Jahr 2008 hat sich im letzten Jahr fortgesetzt und spiegelt sich in fast allen Bereichen der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit wieder. Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen gab es noch nie so wenige Verkehrstote wie 2009", brachte Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere die Jahresentwicklung auf den Punkt.

Die Entwicklung im Einzelnen

Verkehrsunfälle rückläufig Deutlich weniger Menschen verunglückt

Gegenüber 2008 (20.735) ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2009 um 2,8% auf 20.165 zurückgegangen. Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Menschen sank deutlich von 3.144 (2008) um 16,7% auf 2.620 im Jahre 2009.

22,7% weniger Tote - Historischer Tiefstand aus dem Jahr 2008 erneut unterschritten Junge Erwachsene überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt

Im Jahr 2008 konnte mit 22 im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Menschen ein historischer Tiefstand erreicht werden. Dieser ist 2009 nochmals unterschritten worden. Die Zahl der tödlich Verunglückten sank deutlich um 22,7% auf 17.

In den letzten 43 Jahren war die Zahl der Getöteten nie geringer. Die Langzeitstatistik weist für 1967, so weit reichen die Aufzeichnungen zurück, noch 235 getötete Menschen aus. Seit 2004 (33) konnte die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer fast halbiert werden.

"Die nüchternen Zahlen täuschen darüber hinweg, dass mit jedem Toten auch persönliche Schicksale verbunden sind", betonte Frau Dr. Giere.

"Viele Fahrerinnen und Fahrer fühlen sich in ihren modernen Fahrzeugen mit Airbag, Sicherheitsgurt und ABS zu sicher", ergänzte Polizeidirektor Rolf Engler, Leiter der Direktion Verkehr. Als Faustregel gilt: Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg. Während man bei 30km/h im Bereich einer Schule noch zum Stehen kommt, fängt man bei 50km/h erst an zu bremsen.

Zu schnelles Tempo ist Ursache Nr. 1 bei Unfällen mit schwerwiegenden Folgen. Deshalb stehen die Raser im besonderen Fokus der Polizei.

"Junge Erwachsene (18 - 24 Jahren) sind seit Jahren überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Deshalb wird die Zielgruppe auch 2010 im besonderen Fokus der polizeilichen Arbeit stehen", hob Frau Dr. Giere hervor.

Während die Zahl der schwer verletzten Personen im Jahr 2009 um 10,3% auf 479 zurück ging (2008: 534), stieg die Zahl der schwer verletzten 18 - 24 jährigen um 9,2% von 65 (2008) auf 71.

Das Polizeipräsidium Recklinghausen führte im letzten Jahr mehrere "Tacho-Tage" durch. Die repressiven Maßnahmen gegen Raser wurden dabei durch Informationsveranstaltungen begleitet. Anfang 2010 startete zudem die landesweite Kampagne "Komm gut an! Sieger rasen nicht!" Weitere Informationen zur Kampagne sind auf folgender Internetseite zu finden: http://www.polizei-nrw.de/im/Aufgaben/Verkehr/rasen-2010/

Deutlicher weniger Kinder verunglückt Schulwegunfälle um 35,3 % gesunken 25% aller kontrollierten Fahrräder mit Mängeln

Die positive Entwicklung bei den Unfällen unter Beteiligung von Kindern konnte auch im Jahr 2009 fortgesetzt werden. Nachdem im Jahr 2008 die Zahl der verletzten Kinder bereits um 17,9 % gesunken ist, ging sie im Jahr 2009 nochmals um 28,7 % auf 253 (2008: 355) zurück.

Auch die Zahl der verunglückten Rad fahrenden Kinder sank deutlich. 109 verletzte Kinder bedeuten einen Rückgang von 28,3 % (2008: 152). Bereits 2008 konnte ein Rückgang von 17,8 % erreicht werden. Seit 2007 (185 verletzte Kinder) gibt es 76 Kinder weniger, die im Straßenverkehr als Radfahrer verunglückt sind.

Die Zahl der Schulwegunfälle ging um 35,3 % auf 55 zurück (2008: 85). Auch bei der Zahl der Verunglückten sind deutliche Rückgänge feststellbar. 23 verletzte Kinder, die zu Fuß unterwegs waren, bedeuten einen Rückgang von 17,9% gegenüber 2008 (28), bei den verunglückten Radfahrern ging die Zahl der Verletzten sogar um 44,4% auf 30 zurück (2008: 54).

"Die Sicherheit der Radfahrer, insbesondere der Kinder, wird auch weiterhin eine wichtige Aufgabe der Polizei bleiben. Wie schon 2009 wird es auch in diesem Jahr wieder präventiv ausgerichtete Kampagnen wie auch Sonderkontrollen geben", wies die Polizeipräsidentin auf einen von mehreren Schwerpunkten der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit hin. Dass noch immer Fahrräder mit teilweise erheblichen Mängeln genutzt werden, zeigen die Ergebnisse im letzten Jahr. Von 10.353 allein an Schulen überprüften Fahrrädern mussten 2.637 (etwa 25%) beanstandet werden. "Stein des Anstoßes waren oft defekte Lampen und Bremsen. Kinder, die solche Fahrräder benutzen, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt", stellte Polizeidirektor Engler fest. Die Polizeipräsidentin appellierte an die Eltern, die Fahrräder regelmäßiger zu überprüfen und dadurch wesentlich dazu beizutragen, dass sich die eigenen Kinder sicherer im Straßenverkehr bewegen können.

Starker Rückgang bei verletzten Kindern als Mitfahrer im Auto Gurtmuffel weiter im Fokus der Polizei

Eine positive Entwicklung ist auch bei der Zahl der Kinder feststellbar, die als Mitfahrer im Pkw verletzt wurden. Hier sank die Zahl um 32 (2008: 72) auf 40, was einem Rückgang von über 40% entspricht.

Die Sicherheit von Fahrzeuginsassen war einer von mehreren Bereichen, der im besonderen Fokus der Polizei stand. Neben der im Jahre 2009 gestarteten Landeskampagne "ER hält alles - Der Profi fährt mit Gurt", bei der Schockvideos zum Einsatz kamen, setzten die Polizeibeamten auch verstärkt repressive Maßnahmen gegen Gurtmuffel ein.

Weniger Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss - Alkoholbedingte Unfälle mit verletzten Personen aber gestiegen

Zwar ist die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine Rolle gespielt hat, 2009 um 2,7% von 374 (2008) auf 364 gesunken, die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg aber um 5,3% von 133 (2008) auf 140.

Deutlich weniger verunglückte Senioren Zahl der tödlich verunglückten Senioren sank um 33,3%

Der positive Trend aus dem Jahr 2008 hat sich auch 2009 fortgesetzt. Im letzten Jahr ging die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Senioren um 16,6% auf 342 zurück (2008: 410). Die Zahl der im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Senioren sank sogar um 33,3% von 9 (2008) auf 6.

Verkehrsunfallfluchten rückläufig Aufklärungsquote blieb annähernd gleich

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ging im Jahr 2009 um 5,7% auf 4.166 zurück (2008: 4.419). Die Aufklärungsquote blieb mit 43,3% annähernd gleich (2008: 43,6%). Die Zahl der geklärten Verkehrsunfallfluchten, bei denen Personen verletzt wurden, sank zwar um 3% auf 60,5%, liegt aber in der Langzeitbetrachtung noch auf einem relativ hohen Niveau.

Zum Abschluss der Präsentation zog Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere ein Fazit: "Die positive Entwicklung ist in fast allen Bereichen feststellbar. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Polizei gute Arbeit geleistet hat und auf dem richtigen Weg ist. In einigen Städten gibt es allerdings vereinzelte Entwicklungen, die im Gegensatz zu der behördenweiten Tendenz stehen. Dies nehmen wir zum Anlass, gerade auf diese Verkehrsteilnehmer ein besonderes Augenmerk zu legen".

Anmerkung: Grundlegende Fragen zur Verkehrsunfallstatistik können an die Pressestelle unter der Tel. 02361/55-1032 gerichtet werden.

Zusatz: Der Gesamtbericht wird den Redaktionen per Mail übermittelt.

Polizeipräsidium Recklinghausen
Andreas Wilming-Weber
Telefon: 02361/55-1032
Fax: 02361/55-1059
E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de
http://www.polizei.nrw.de/recklinghausen