POL-HB: Nr. 435- Einsätze im Stadtgebiet Bremen mit Bezug auf EM-Spiel-
Bremen (ots) - -
Ort: Stadtgebiet Bremen Zeit: Abend und Nacht zum 26.06.2008-
Wie immer, wenn zu einem außergewöhnlichen Anlass eine Vielzahl von Menschen im öffentlichen Raum zusammenkommt, gibt es im Randbereich auch Vorkommnisse, die polizeiliches Einschreiten erforderlich werden lassen. Gleichwohl muss positiv festgestellt werden, dass das Fußballevent mit der erhofften Friedfertigkeit zwischen türkischen Fans und deutschen Fans abgelaufen ist.
Noch vor Spielbeginn um 20.35 Uhr kam ein 17-jähriger Deutscher in eine Auseinandersetzung mit mehreren Südländern, die ihn in der Sögestraße umringten und attackierten. Die Gruppe hatte es auf den "Deutschlandzylinder" abgesehen, den sie schließlich raubten. Erst später stellte der Jugendliche fest, dass er im Rückenbereich auch zwei (allerdings eher oberflächliche) Stichverletzungen abbekommen hatte.
Während der Spielübertragung selbst gab es auf dem Domshof eine körperliche Auseinandersetzung zwischen türkischen Fans. Die Ursache blieb der Polizei verborgen, nach Schlag mir einer Flasche und dem Gerangel zwischen bis zu 30 Personen, nahm die Polizei elf Personen in Gewahrsam und die Übertragung konnte dann ungehindert ablaufen.
Noch während des Spieles begaben sich dann auch viele Fans von den Übertragungsbildschirmen der Kneipen auf die Straßen. Die Polizei richtete ihr Augenmerk auch auf eine Gaststätte am Breitenweg, wo Tage zuvor rechte Fußballfans nach Provokationen hingeflüchtet waren. Hier blieb die Situation ruhig, allerdings waren es nun arabische, kurdische und türkische Gruppen, die sich im Bereich Bahnhofsvorplatz und angrenzenden Straßen gegenseitig verfolgten. Durch das polizeiliche Einschreiten mit Personalienfeststellungen wurde eine Eskalation verhindert. Hilfreich war dabei der Einsatz der Diensthunde, zwei Übermütige mussten erfahren, wie schmerzhaft ein Hundebiss ist.
Nach der Übertragung fanden sich dann auch viele Fans am Bahnhof ein, um an den Haltestellen die Rückreise anzutreten. So auch ein 24-Jähriger, der mit seiner Freundin heimfahren wollte. Die Freundin wurde von drei südländischen Männern angepöbelt. Der 24-Jährige wollte ihr beistehen, daraus ergab sich eine Rangelei. Dabei haben zumindest zwei mit einem Messer auf den 24-Jährigen eingestochen, der Verletzungen im Bauch und oberen Rückenbereich davon trug. Er musste stationär ins Krankenhaus, Lebensgefahr besteht aber nicht.
Auf der Sielwallkreuzung versammelte sich eine Vielzahl von Personen, die Kreuzung war vorsorglich gesperrt worden. Aus der Menge heraus wurde ein Knallkörper auf einen Polizeibeamten geworfen, der glücklicherweise nur leicht verletzt wurde.
In Bremen-Nord wurde nach der Übertragung offenbar aus Übermut der Versuch unternommen, einen Linienbus aufzuschaukeln. Diese Aktion wurde allerdings schnell durch einschreitende Polizeibeamte unter Einsatz von Pfefferspray verhindert.
Irritierend war ein in den Medien aufgekommenes Gerücht über einen Schusswaffeneinsatz im Zusammenhang mit der Übertragung. Dem ist nicht so. Es gab allerdings um 22.50 Uhr in der Kirchhuchtinger Straße einen merkwürdigen Überfallversuch an der Wohnungstür: Zwei Männer zwischen 16 bis 20 Jahren klingelten dort. Der 66-jährige Wohnungsinhaber öffnete und die beiden als Fußballfans verkleideten Männer stürmten mit den Worten "Überfall" herein. Doch der Wohnungsinhaber stellte sich in den Weg und es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf sich ein Schuss aus der Schreckschusswaffe löste. Sofort flüchteten die beiden Täter.
ots Originaltext: Pressestelle Polizei Bremen
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