POL-K: 120127-6-K Enkeltrick-Betrügerinnen festgenommen

Köln (ots) - Eine 20 Jahre alte Polin hat gestern (26. Januar) einer Seniorin aus Köln-Esch die Ersparnisse mit einem Trick abgenommen. Als die junge Frau mit der Beute und ihrer vermeintlichen Komplizin (22) im Taxi an der Wohnanschrift in Köln-Kalk vorfuhr, warteten die Ermittler der EG Gertrud bereits. Die auf Enkeltrick spezialisierten Kriminalbeamten hatten die 22-Jährige nämlich bereits im Visier gehabt. Die betrogene Rentnerin (80) hat sich inzwischen bei der Polizei gemeldet. Sie steht noch unter dem Eindruck der dreisten Tat und kann erst in der kommenden Woche vernommen werden.

Dass die Betrüger zu mehreren zusammen arbeiten, ist längst bekannt. Einer ruft an, gibt sich als Verwandter oder guter Bekannter aus, täuscht eine Notlage vor und schickt dann einen Mittäter oder eine Mittäterin, um das Geld abzuholen. So auch in diesem Fall. Die Ermittler ahnten schon seit Ende 2011, dass die 22-Jährige an derartigen Taten beteiligt ist - lediglich der Nachweis fehlte. Indizien aus anderen Verfahren deuteten allerdings darauf hin. Als die Beamten gestern einen Hinweis bekamen, machten sie sich sofort auf den Weg und sollten Recht behalten. Sie warteten an der bekannten Anlaufadresse der jungen Frau, als ein Taxi vorfuhr. Bei der Kontrolle der Handtasche fanden die Polizisten mehr als 13.000 Euro - Volltreffer.

Was fehlte, war allerdings die Tat - bis zur Erkenntnis, dass die junge Frau tatsächlich als "Geldbotin" einer Bande agiert hatte, dauerte es noch einen ganzen Tag. Heute Mittag (27. Januar) rief die 80-jährige bei der Polizei an und schilderte die Tat. Sie erklärte sinngemäß: "Ich bin gestern von einem Mann angerufen worden. Ich habe ihn für einen engen Freund gehalten. Er hat mir von einem Hauskauf vorgeschwärmt und mich um Bargeld für einen Notartermin gebeten". Kurze Zeit später sei eine junge Frau zu ihr gekommen und habe den Umschlag mit ihren Ersparnisse abgeholt.

Nach einem Anruf bei der alten Dame durch die Ermittler der EG Gertrud steht fest, dass es sich bei dem sichergestellten Bargeld um die Ersparnisse der Seniorin handelt. "Die 80-Jährige ist überglücklich aber so aufgewühlt, dass wir sie heute noch nicht zu den näheren Umständen der der Tat befragen können", so Joachim Ludwig, Leiter der EG Gertrud.

Die 20-Jährige stammt aus Polen, hat in Deutschland keinen festen Wohnsitz und ist bereits als Betrügerin zum Nachteil älterer Menschen bekannt. Sie wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Ihrer Begleiterin ist nach ersten Ermittlungen eine Tatbeteiligung nicht nachzuweisen. Sie ist wieder auf freiem Fuß. (he)

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