POL-K: 100207-4-K Unfall endet mit Widerstand

Köln (ots) - Auf was sich Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Ausübung ihres Berufs zuweilen einstellen müssen, zeigt anschaulich ein Sachverhalt von Samstagabend (6. Februar) in Köln-Pesch.

Vor den Augen eines Polizeibeamten fuhr ein 69-Jähriger gegen 20.25 Uhr auf der Platzfläche am Pfarrheim Birkenweg mit seinem Opel Astra gegen einen Absperrpfosten. Als er seinen Wagen danach zurücksetzte, riss er sich den vorderen Stoßfänger ab, der auf der Platzfläche liegen blieb. Der Polizist trat an den Wagen heran und erkundigte sich beim Fahrzeugführer, wie er auf die Platzfläche gekommen sei. Der 69-Jährige entgegnete, vom Parkplatz her auf die Fläche gefahren zu sein. Da die Platzfläche normalerweise nicht ohne weiteres mit dem Auto zugänglich ist - es muss dazu ein Randstein mit anschließender Grünfläche überfahren werden - und der Beamte Alkoholgeruch beim Fahrzeuglenker feststellte, verständigte er einen Streifenwagen zur Unfallaufnahme.

Zwei Polizeibeamtinnen nahmen den Unfall auf. Der Astrafahrer räumte ein, vor der Fahrt alkoholische Getränke zu sich genommen zu haben. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von cirka 1,6 Promille.

Bis dahin eine mehr oder weniger normale Verkehrsunfallaufnahme, hätte sich nicht die Beifahrerin (57) massiv in das Geschehen eingemischt. Bereits bei Eintreffen des Streifenwagens zeigte sie sich äußerst aggressiv. Die Erläuterung zur Unfallaufnahme durch die Beamtinnen kommentierte sie mit Unverständnis und beleidigte die Polizistinnen mit den Worten "dumm, dumm und dumm mit fetten Ärschen". Die Ordnungshüterinnen versuchten beruhigend auf die Begleiterin einzuwirken, hatten damit aber keinen Erfolg. Die 57-Jährige hakte sich bei dem 69-Jährigen ein und versuchte zu verhindern, dass der Fahrzeugführer für eine Blutprobe zur Wache gebracht wird, obwohl der bereits einsichtig eingewilligt hatte.

Bei dem Versuch, die Klammernde zu trennen, schlug sie wild um sich, was dann auch den 69-Jährigen dazu brachte, von seiner Einsicht Abstand zu nehmen und in das Geschehen einzugreifen. Er schlug mehrfach mit den Fäusten nach den Beamtinnen und traf eine davon im Gesicht. Bei dem Versuch, den Angreifer zu Boden zu bringen, drehte er der anderen Beamtin einen Finger um und zerkratzte ihr die Handfläche. Letzten Endes konnte das Pärchen mit Hilfe hinzu geeilter Zeugen überwältigt und zur Wache gebracht werden.

Am Ende erwartet jetzt den 69-Jährigen neben der Anzeige wegen eines Verkehrsunfalls mit Trunkenheit noch ein Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Seine aggressive Begleiterin blickt einem Strafverfahren wegen Widerstands, versuchter Gefangenbefreiung und Beleidigung entgegen. (ws)

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