POL-AC: Großes Polizeiaufgebot in Stolberg

Stolberg (ots) - Am heutigen Tage kam es von 14.15 Uhr bis 15.20 Uhr zu einer spontanen demonstrativen Aktion der NPD Stolberg, an der ca. 160 Personen teil nahmen. Als Anlass für die Demonstration benannte der Versammlungsleiter einen Vorfall vom gestrigen Abend, bei dem ein 19-Jähriger im Rahmen einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen niedergestochen wurde. Das Tatopfer, welches nach bisherigem polizeilichem Kenntnisstand eine Affinität zur rechten Szene hatte, verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Das Tatmotiv liegt nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen im persönlichen Umfeld zwischen Täter und Opfer und hat keine politischen Hintergründe.

Gleichwohl riefen rechtsextreme Gruppierungen im Internet zu Spontandemonstrationen im Bereich der Kreispolizeibehörde Aachen auf, insbesondere im Stadtgebiet Stolberg. Diesem Aufruf kamen ca. 160 Personen aus dem gesamten Land nach. Die Polizei Aachen zeigte sich gerüstet und zog landesweit Polizeibeamte /-innen zu sammen. Die Demonstration wurde mit starken polizeilichen Kräften begleitet, um Störungen und Straftaten aus der Demonstration heraus konsequent unterbinden zu können. "Wichtigstes polizeiliches Ziel ist die Gewährleistung der Sicherheit der Stolberger Bürgerinnen und Bürger", so Polizeipräsident Klaus Oelze, der aus diesem Grunde lediglich einen 500 Meter langen Demonstrationsweg zu ließ. Der Polizeipräsident, der sich persönlich über den Fortgang der Geschehnisse in Stolberg unterrichtete, stand auch in Kontakt mit Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Mit Beginn des Aufzuges kam es zu Ausschreitungen und Widerstandshandlungen gegenüber den Polizeikräften, in deren Verlauf sechs Polizeibeamten verletzt wurden. Der Täter konnte fest genommen werden. Um 15.20 Uhr löste sich die Demonstration auf, ohne dass es zu weiteren Ausschreitungen kam. Der Großteil der Demonstrationsteilnehmer fuhr gegen 16.00 Uhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.

Klaus Oelze hält an seiner Linie fest: "Nach wie vor habe ich die feste Absicht, jedes rechtlich zulässige Mittel zu ergreifen, um zu verhindern, dass unsere Region für Personen dieser Couleur attraktiv wird."

-- Karl J. Völker --

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