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Gefährliche Fracht: Ungenügend gesicherte Betonteile
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Polizei,Kriminalität,NI
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Quelle: Polizeidirektion Lüneburg
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Gefährliche Fracht: Ungenügend gesicherte Betonteile

POL-LG: Länderübergreifende Kontrollen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs - Wiederum jeder zweite Lkw beanstandet - Keine Feststellungen bei Drogentests - Polizeipräsident dankt für die engagierte Arbeit

    Lüneburg (ots) - Jeden zweiten gestoppten Lkw beanstandeten die Spezialisten der Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion Lüneburg an der Autobahn 7 bei einer Schwerpunktaktion am Donnerstag, dem 22.09.05. Bei der gemeinsamen Kontrolle des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs der nord- und ostdeutschen Bundesländer überprüften mehr als 50 Beamte zusammen mit 15 Mitarbeitern weiteren Institutionen und Behörden insgesamt 136 Lastwagen und stellten hierbei 83 Verstöße fest, 17 Truckern untersagten sie die Weiterfahrt. Die erstmals bei diesen großen Schwerverkehrskontrollen durchgeführten Drogentests verliefen bei allen überprüften Kraftfahrer negativ.

    "Die Erfahrungen in anderen Bundesländern haben gezeigt, dass auch bei den LKW-Fahrern der Drogenkonsum zunimmt," so Polizeioberkommissar Stefan Gust-von Loh, der für diese Tests verantwortlich zeichnete. "Insbesondere aufputschende Mittel sind bei den Fahrern beliebt." In der heutigen Kontrolle ergaben sich Verdachtsmomente gegen fünf LKW-Fahrer, die darauf hindeuteten, dass sie Drogen genommen hatten, die Test verliefen jedoch alle negativ.

    Neben den erstmals im Rahmen einer solchen Großkontrolle durchgeführten Drogentests standen wiederum technische Mängel, die Ladungssicherung sowie die Überschreitung der zulässigen Lenkzeiten im Mittelpunkt der Kontrolle.

    "Diese Schwerpunktaktion hat erneut gezeigt, dass die technischen Mängel an den Fahrzeugen deutlich zunehmen", so der Leiter der Regionalen Kontrollgruppe, Polizeihauptkommissar Jens Oetzmann. "Ich freue mich darüber, dass wir bei den Verstößen gegen die Sozialvorschriften dieses Mal keine eklatanten Überschreitungen der Lenkzeiten feststellen mussten".

    Das Ergebnis der Kontrolle im Überblick: Kontrollierte Lkw 136 Beanstandet   61 Festgestellte Verstöße   83

    davon:
Fahrpersonalgesetz         40
Ladungssicherung         18
Überladung         5
Technische Mängel         20

    Nach Abschluß der Kontrollaktionen dankte Polizeipräsident Niehörster den Mitarbeitern der anderen Institutionen und insbesondere den Beamtinnen und Beamten der Direktion Lüneburg für ihr Engagement. Er betonte die Wichtigkeit dieses vielschichtigen Kontrollansatzes, der in der regionalen Kontrollgruppe "gelebt" wird. Die Ergebnisse dieser Kontrollen zeigen die Kompetenz dieser speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auf die man nicht zuletzt aufgrund des sehr intensiven und umfangreichen Fortbildungserfordernisses stolz  sein könne. Er begrüßte die gute Zusammenarbeit mit den vielen verschiedenen Behörden, die eine Verfolgung von Verstößen erleichtert und kündigte weitere Kontrollen an: "Die Ergebnisse des heutigen Tages haben gezeigt, dass wir mit unseren Kontrollen in diesem Bereich nicht nachlassen dürfen."

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    Hier einige Beispiele der Feststellungen (Fotos von der Kontrolle finden Sie unter der u.a. Internet-Adresse):

    Weil er die Ruhezeiten in dieser Woche nicht eingehalten hatte, mußte ein 54-Jahre alter Kraftfahrer aus Sachsen seine Fahrt auf der Rastanlage Allertal unterbrechen. Bis 20.30 Uhr verordneten ihm die Kontrollbeamten eine Ruhezeit. Weitere andere 39 Beanstandungen gegen das Fahrpersonalgesetz ergaben sich aus "kleineren" Verstößen. Lediglich ein Däne hatte seine Lenkzeit um zwei Stunden überschritten.

    Eine Geschwindigkeit von 94 km/h stellte die Polizei bei der Messung mit einem Lasergerät bei einem Lkw aus dem Landkreis Mansfeld kurz vor der Kontrollstelle an der Autobahn 7 in Richtung Hamburg fest. Die Überprüfung ergab, dass das Kontrollgerät die Geschwindigkeit ordnungsgemäß zwar anzeigte, der Geschwindigkeitsbegrenzer des Lkw, der nur eine Geschwindigkeit von 85 km/h zuläßt, jedoch außer Betrieb gesetzt worden war. Die Fahrt ging nicht direkt weiter nach Hamburg, sondern zunächst mit Polizeibegleitung in eine Fachwerkstatt, wo der "Schaden" repariert wurde. Gegen den Fahrer erstatteten die Beamten eine Strafanzeige.

    Auf den ersten Blick fiel den Beamten die mangelnde Ladungssicherung bei einem Lkw mit Anhänger einer Spedition aus Pirmasens auf. Die geladenen Spanholzplatten waren zwar mit Spanngurten gesichert, statt der 26 erforderlichen Gurte auf dem Lkw hatte der 58 Jahre alte Fahrer jedoch seine Ladung nur mit vier Gurten verzurrt. Auf dem Anhänger wären 13 Gurte erforderlich gewesen, auch hier hielten lediglich vier die Ladung zusammen. Bei der weiteren Überprüfung stellten die Spezialisten einen Rahmenbruch und weitere Mängel an dem 13 Jahre alten Anhänger fest. Der Anhänger wurde in eine Werkstatt gebracht, um die erheblichen Mängel dort zu reparieren. Die Ladung wurde umgeladen, das Holz auf dem Lkw ausreichend gesichert. Erst Stunden später ging die Fahrt weiter in den Hamburger Hafen.

    Bei einem Lkw einer Firma aus Bayern waren die Bremsen an zwei Achsen ohne Wirkung. Bereits am 31.08. hatte der TÜV diesen Mangel bei einer Untersuchung beanstandet. Trotzdem hatte die Firma den 28-Jährigen Fahrer mit diesem Sattelzug in Richtung Verden geschickt um dort zu laden. Auch diese Tour endete in einer Bremsenwerkstatt, da die Polizisten die Weiterfahrt mit diesem verkehrsunsicheren Lkw nicht mehr gestatteten.

    Bereits nach knapp zwei Stunden hatten die Beamten vier "Brummi-Fahrern" die Weiterfahrt untersagt. Bis zum Ende der Kontrolle wurden es insgesamt 17 Fahrzeuge, die stehen bleiben, umgeladen oder in eine Werkstatt begleitet werden mußten.

    Ein Großraumtransport aus den Niederlanden, der mit sechs Windflügeln für eine Windkraftanlage unterwegs war, hatte für diesen zu langen und zu schweren Transport keine gültige Genehmigung. Auch er blieb stehen, bis die Firma eine neue Genehmigung beantragt hat und vorlegen kann. Wegen der nicht erlaubten Fahrt zahlte der 45 Jahre alte Fahrer eine Sicherheitsleistung von 70 Euro.

    Auf einem weiteren Großraumtransport war ein 40-Fuß-Container geladen, der eigentlich auf einen Sattelzug gehört hätte. Durch diese Beladung war der Schwertlastwagen viel länger, als es die Genehmigung zu ließ, nämlich knapp 23 Meter. Auch für diesen Transport endete die Fahrt an der A7. Die Firma bestellte einen Kran, der den Container auf einen anderen Lkw umladen muss.

    Brems- und Reifenmängel stellten die Beamten bei mehreren Lastzügen aus Osteuropa fest. So ging für einen Griechen die Fahrt vom Kontrollort direkt in die Werkstatt, da er zwei defekte Reifen an seiner Zugmaschine und eine nicht funktionierende Luftfederung am Sattelanhängers hatte. Bei einem polnischen Sattelzug waren neben den Bremsen auch noch ein Reifen defekt. Die Reparatur erfolgte direkt am Kontrollort durch eine Fachwerkstatt.

    Auch bei einem Sattelzug aus Ungarn stellten die Spezialisten der Kontrollgruppe ein Defekt in der Bremsanlage fest, der den "Besuch" einer Fachwerkstatt nach sich zog.

    Am Sattelzug eines Türken, der auf dem Weg von Istanbul nach Hamburg war, stellten die Beamten ebenfalls eine defekte Bremsanlage fest. Bei der Polizei mußte der LKW-Fahrer eine Sicherheitsleistung von 70 Euro bezahlen. Die Reparatur in einer Fachwerkstatt, in den der Sattelzug begleitet wurde, wird einen vierstelligen Betrag kosten.

    130 Euro Sicherheitsleistung mußte ein Kraftfahrer aus Slowenien hinterlegen, da er seine geladenen Pistaziensäcke nicht ausreichend gesichert und die Achslast der Antriebsachse seines Lkw überschritten hatte. Bei strahlendem Sonnenschein lud der 38 Jahre alte Mann seine Ladung mehrere Stunden um und sicherte sie anschließend einwandfrei. Dann gestatteten ihm die Beamten die Weiterfahrt.

    Aber auch an deutschen Lkw fanden die Beamten diverse Mängel. So fiel einem der Fahrer der Polizeimotorräder, durch die die Lastwagen zur Kontrollstelle geleitet wurden, der"eiernde" Reifen eines deutschen Sattelzuges auf. Er lotste ihn deshalb auf den Rastplatz. Hier stellten die Kontrolleure fest, dass das Radlager völlig defekt war und umgehend ausgetauscht werden mußte.

    Einem anderen Motorradfahrer fiel ein Sattelzug aus Süddeutschland auf, weil eine Achse des Aufliegers während der Fahrt hin und her schwang. Die Überprüfung ergab, dass der Rahmen des Fahrzeuges zwei mal gebrochen war.

    An einem Tieflader einer Bayrischen Firma fanden die Beamten eine am Auflieger eine selbstgeschweißte Achse, die den technischen Anforderungen allerdings nicht entsprach. Die Fahrt ging zu einer Fachwerkstatt, wo sie gegen eine neue Achse ausgetauscht wird.

    Bei der Überprüfung eines Holztransporters aus Höxter, der Eichenstämme geladen hatte, wurde eine Vielzahl von technischen Mängeln offensichtlich. Neben fünf abgefahrenen bzw. eingeschnittenen Reifen, einer defekten Bremsanlage und Rahmen- und Federbrüchen am Nachläufer, tropfte auch Hydraulikoel aus dem Ladekran. Da auch diesem Transport die Weiterfahrt untersagt wurde, mußten die Baumstämme auf einen anderen Holztransport umgeladen werden.

ots Originaltext: Polizeidirektion Lüneburg
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=56836

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Lüneburg
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Torsten Oestmann
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