terre des hommes Deutschland e.V.

Gewalt unter Jugendlichen: Ursachen liegen in der Welt der Erwachsenen
Experten-Konferenz "exit" in Osnabrück beendet

      Osnabrück (ots) -

Gemeinsame Pressemitteilung von terre des hommes Deutschland e.V. und der Stadt Osnabrück

    Mit dem Appell, Jugendliche nicht nur als Problemgruppe
wahrzunehmen, sondern als Akteure, die an Gestaltung ihrer Zukunft
aktiv beteiligt werden müssen, endete am Donnerstag die Konferenz
"exit - Wege aus der Gewalt für Kinder und Jugendliche" in
Osnabrück.. In der öffentlichen Diskussion würden Jugendliche häufig
nur als Gefahr und als Quelle der Gewalt wahrgenommen. Petra Boxler,
Vorsitzende von terre des hommes Deutschland, sagte dazu: "Wir
Erwachsenen nehmen die Jugend häufig nur wahr, wenn es um Gewalt
geht. Damit wird die betroffene Gruppe zum Problem erklärt. Dies
verstellt den Blick auf die vorausgehenden Ursachen der Gewalt, die
in der Erwachsenenwelt wurzeln. Hier werden oft Ursache und Wirkung
verwechselt." In der Gewalt drücke sich die Hilflosigkeit der
Jugendlichen gegenüber einer Umwelt aus, die ihnen mit Ablehnung und
Unverständnis entgegentrete. Kinder und Jugendliche hätten häufig in
ihren Familien Gewalt erfahren müssen, so Boxler weiter. "Kinder
brauchen einen Ansprechpartner, der sie und ihre Probleme ernst
nimmt." Die vorhandenen Angebote seien unzureichend oder nicht
kindgerecht. Kritisiert wurden auf der Konferenz Versuche,
Jugendgewalt durch die Verschärfung des Strafrechts zu bekämpfen. Die
Justiz könne von der Sozialarbeit lernen, dass die
Wiedereingliederung von jugendlichen Straftätern wichtiger sei, als
die Bestrafung.
    
    Im Mittelpunkt der von terre des hommes und der Stadt Osnabrück
veranstalteten Konferenz "exit", an der mehr als 50 Experten aus
Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa teilnahmen, standen der
Erfahrungsaustausch und die Frage nach den Ursachen der Gewalt unter
Kindern und Jugendlichen. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden auch
Fragen des Opfer-Täter-Ausgleichs, Formen der familiären Gewalt und
Möglichkeiten der Präventionsarbeit behandelt. Insbesondere in
Ländern der Dritten Welt und Osteuropas, so Experten, seien die
Konflikte ein Ergebnis der ungerechten Reichtumsverteilung. In vielen
Ländern schütze der Staat die elementaren Grundrechte nicht.
Stattdessen würde er als Quelle der Gewalt empfunden. Jugendbanden
seien ein Reflex auf diese Gewalt, weil sie Schutz vor Übergriffen
böten.
    
    In der Präventionsarbeit seien Modelle zu entwickeln, so ein
weiteres Ergebnis der Konferenz, in der Kinder und Jugendliche als
handelnde Subjekte vorkommen, die an der Entwicklung von
Problemlösungen mitwirken können. Neben verbesserten Bildungs- und
Ausbildungsmöglichkeiten wurden jugend- und kindgerechte Angebote im
Bereich Schule und Freizeit gefordert.
    
    Veranstaltet wurde die Konferenz von terre des hommes und der
Stadt Osnabrück. Im Rahmen der Kooperation zur Förderung der
Friedenskultur wird in zwei Jahren eine weitere Konferenz
stattfinden.
    
    verantwortlich: terre des hommes-Pressereferat
    
    
ots Originaltext: terre des hommes
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