terre des hommes Deutschland e.V.

Schwunghafter Kinderhandel in Westafrika
terre des hommes stellt Studie vor

    Osnabrück/Berlin (ots) - Zehntausende von Kindern werden in
Westafrika verkauft und unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit
gezwungen. Das ist das Ergebnis einer Recherche des Kinderhilfswerkes
terre des hommes. Besonders auf zwei Routen existiert demnach ein
lebhafter grenzüberschreitender Handel mit Kindern: Jungen aus Mali
werden auf Plantagen der Elfenbeinküste geschafft und dort
ausgebeutet; Mädchen aus Benin und Togo arbeiten zu Tausenden als
Hausmädchen in den Ölstaaten Nigeria und Gabun.
    
    Die Zahl der Jungen aus Mali, die als Zwangsarbeiter auf
Pflanzungen der Elfenbeinküste festgehalten werden, wird auf rund
20.000 geschätzt. »Diese Kinder werden von skrupellosen Händlern
unter falschen Versprechungen angelockt und bei Nacht und Nebel über
die Grenze geschafft«, erklärt die Gutachterin Inga Nagel, die
Autorin der Studie. »Die Jungen leisten täglich bis zu 15 Stunden
Schwerarbeit, abgeschottet von der Außenwelt. Von Bewachern werden
sie an der Flucht gehindert. Die Verpflegung ist völlig unzureichend,
die Kinder schlafen auf dem nackten Fußboden; häufig werden sie sogar
angekettet. Drohungen und Gewalt sind an der Tagesordnung. Vielfach
wird der versprochene Lohn nie ausgezahlt.«
    
    Die Polizei von Benin hat Hochrechnungen angestellt, nach denen in
den letzten sechs Jahren rund 60.000 Minderjährige das Land verlassen
haben. Die meisten von ihnen sind Mädchen, die in Gabun oder Nigeria
verkauft und zur Arbeit gezwungen werden. Viele dieser Kinder werden
per Schiff durch den Golf von Guinea transportiert - eine gefährliche
Reise auf überfüllten, klapprigen Kähnen. »Immer wieder gibt es
Berichte, nach denen kranke Kinder von den Menschenhändlern einfach
über Bord geworfen werden, so Inga Nagel. Im Zielland angekommen,
leben die Mädchen in völliger Isolation und Abhängigkeit von ihren
neuen »Besitzern«, die sie in Privathaushalten oder auf Märkten
arbeiten lassen. Nicht selten werden die Mädchen Opfer von sexueller
Gewalt.
    
    Viele der westafrikanischen Kinder, die Opfer von Kinderhändlern
werden, verlieren für immer den Kontakt zu ihren Familien. Eine
Rückkehr aus eigener Kraft ist unmöglich, denn der Weg ist zu weit,
und oft wissen die Kinder nicht einmal, wo sie sich befinden.
Außerdem fehlt das Geld für die Reise, denn viele Kinderarbeiter
erhalten niemals ihren Lohn.
    
    »Schon immer gab es Wanderarbeit in Westafrika, und schon immer
mussten Kinder arbeiten, um der Familie zu helfen«, erläutert Ruth
Hilbert, Leiterin des terre des hommes-Büros in Burkina
Faso/Westafrika. »Neu ist aber, dass daraus zunehmend ein kriminelles
Geschäft geworden ist. Aufgrund der wachsenden Armut ist es leicht
möglich, die Kinder mit falschen Versprechungen zu ködern.«
    
    terre des hommes versucht, Kinder aus dem Teufelskreis von Armut
und Ausbeutung zu befreien: Das Projekt »Mali Enjeu«, das von terre
des hommes gefördert wird, bietet in Mali Ausbildungen, Kleinkredite
und Beratung an, damit Kinder und Jugendliche sich selbst helfen
können:
Spendenkonto 700, Stichwort: »MALI«, Volksbank Osnabrück, BLZ
265 900 25
    
ots Originaltext: terre des hommes
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de


Rückfragen bitte an Stephan Stolze
terre des hommes-Pressereferat
Tel. 0541/7101-124

Die komplette Studie sowie die Statements von Inga Nagel und Ruth
Hilbert finden Sie als Download-Dateien auf unserer
Internet-Homepage: www.tdh.de

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