Sartorius AG

Sartorius zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2000
Vorstand beschließt Umstrukturierung Quartalsergebnis 2001 durch Sondereffekte belastet Ertragstrendwende im März angedeutet

         Göttingen (ots) - Das Jahr 2000 war für den Sartorius-Konzern
strategisch außerordentlich erfolgreich: In der Sparte Biotechnologie
erwarb die Sartorius AG, Göttingen, 90 Prozent der Anteile der B.
Braun Biotech International GmbH, dem weltweit führenden Anbieter  in
der Fermentation.  Mit dieser erfolgreichen Akquisition wurde das
Produktportfolio für die Segmente Biolab und Bioprocess deutlich
erweitert. In den Geschäftsfeldern wie Fermentation und
Zellkulturtechnik ist damit eine deutlich bessere Positionierung
zukünftig gewährleistet.
    
         In der Sparte Mechatronik haben sich erste marktseitige
Synergien der Akquisitionsstrategie durch Vernetzung und Schaffung
von Kompetenzzentren realisieren lassen. Die stärkere Präsenz im
Industriebereich wird durch das erweiterte Technologieportfolio
entscheidend untermauert.
    
         Das Jahr 2000 war für den Sartorius-Konzern mit einem Rekord an
Produkteinführungen und Patent-anmeldungen bzw. -registrierungen auch
produkt- und innovationsseitig sehr erfolgreich. Im Januar 2001
erhielt Sartorius für die Analysenwaage GENIUS den Innovationspreis
der deutschen Wirtschaft in der Rubrik "Mittelständische
Unternehmen". Sartorius war als erstes  Unternehmen auch mit einem
zweiten Innovationsprojekt, dem Membranadsorber, in der engeren Wahl,
ein Novum in der Historie des Innovationspreises.
    
         Die verbesserte strategische Position und die erhöhte
Innovationsgeschwindigkeit führten zu einem deutlich höheren Umsatz
und einem noch höheren Auftragseingang.
    
         Konzernumsatz
    
         Der Sartorius-Konzern hat im Jahr 2000 seinen Umsatz um 54
Prozent auf  411,8 Mio. EURO gesteigert (Vorjahr: 267,7 Mio. EURO).
Der Konzernumsatz des Jahres 2000 war somit fast doppelt so hoch wie
der des Jahres 1996.
    
         Das organische Wachstum ohne die getätigten Akquisitionen und
die erfolgten Veränderungen des Konsolidierungskreises betrug 18
Prozent im  Vergleich zum Vorjahr; bei zusätzlicher Bereinigung um
Wechselkurseffekte wäre der Umsatz immer noch netto um 11 Prozent
gestiegen. Der Konzern hat damit bei Markterfolg und Wachstum seine
Ziele deutlich übertroffen.
    
         Umsatz der Geschäftsbereiche
    
         Der Umsatz in der Sparte Mechatronik (ehemals Wägetechnik und
Gleitlagertechnik) konnte im Jahr 2000 um 44 Prozent auf  234,8 Mio.
EURO  (Vorjahr: 162,8 Mio. EURO) gesteigert werden. Das interne
Wachstum war mit 10 Prozent stärker als erwartet. Der Zuwachs durch
Veränderungen des Konsolidierungskreises um 27 Prozent betrifft im
wesentlichen Global Weighing Technologies.
    
         In der Sparte Biotechnologie (ehemals Separationstechnik) stieg
der Umsatz um 69 Prozent auf 176,9 Mio. EURO (Vorjahr: 104,8 Mio.
EURO). Die Veränderung des Konsolidierungskreises - insbesondere der
Erwerb der B. Braun Biotech International - trug hierzu 50
Prozentpunkte bei. Aber auch das wechselkursbereinigte interne
Wachstum betrug 13 Prozent. Seit 1996 hat sich das Umsatzvolumen der
Biotechnologie mehr als verdoppelt.
    
         Die Ergebnissituation des Sartorius-Konzerns hat im
Geschäftsjahr 2000 hingegen - wie bereits berichtet - nicht die
Erwartungen erfüllt.
    
         Konzernergebnis
    
         Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank
         um 15 Prozent auf 26,8 Mio. EURO (Vorjahr: 31,5 Mio. EURO).
    
         Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel um 53 Prozent auf
         8,9 Mio. EURO (Vorjahr:  18,9 Mio. EURO).
    
         Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich auf 6,8 Mio. EURO
         (Vorjahr: 18,9 Mio. EURO).
    
         Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter
         verringerte sich 2000 auf Konzernebene auf 2,3 Mio. EURO  
         (Vorjahr: 9,9 Mio. EURO).
    
    Das Konzern-EBIT - als Anteil vom Umsatz - erreichte  im
Berichtsjahr 2,2 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent).
    
         Das DVFA-Ergebnis im Jahr 2000 betrug 2,2 Mio. EURO und
entspricht somit 0,5 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 6,2 Mio. EURO; 2,3
Prozent vom Umsatz).
    
         Ergebnisse der Geschäftsbereiche
    
         Das EBIT in der Sparte Mechatronik (Wägetechnik und
Gleitlagertechnik) sank um 49 Prozent  auf 5,4 Mio. EURO (Vorjahr:
10,7 Mio. EURO). Dies hat im wesentlichen zwei Gründe: die
Integration der neu akquirierten GWT - im Geschäftsjahr 2000 noch mit
negativem Ergebnisbeitrag - sowie die durch die Integration der
Produktionsstätten Denver Instrument und Acculab nicht den
Erwartungen entsprechenden Resultate in Nordamerika.
    
         In der Sparte Biotechnologie (Separationstechnik) verringerte
sich das EBIT um 58 Prozent auf 3,4 Mio. EURO im Jahr 2000 (Vorjahr:
8,2 Mio. EURO). Dieses Ergebnis wurde durch erhebliche
Schwierigkeiten bei der Abdeckung des hohen organischen Wachstums aus
den bestehenden Produktionskapazitäten und -strukturen, durch
Vorlaufkosten im Hinblick auf die Fertigstellung des neuen "Werkes
2001" sowie durch bereits im Jahr 2000 angefallene Kosten im Hinblick
auf den für das Jahr 2001 vorgesehenen Börsengang von Vivascience
belastet. Zudem traten deutliche sparteninterne  Steuerungsprobleme
auf, sodass die Sparte im Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in
Summe ihr Ergebnisziel des Jahres 2000 um ca. 10 Mio. EURO verfehlt
hat. Die Belastungen durch das "Werk 2001" sowie den geplanten
Börsengang von Vivascience haben jedoch weitestgehend temporären
Charakter.
    
         Im Rahmen organisatorischer Neuzuordnungen wurden sowohl die
gebildete Task-Force als auch die Projektorganisation "Werk 2001" dem
Vorstandsvorsitzenden direkt unterstellt.
    
         Ein 10-Punkte-Programm zur Verbesserung der operativen
Leistungen der Biotechnologie wurde eingeleitet. Es handelt sich
hierbei um:
    
         - Komplexitätsreduzierung/Bereinigung des Produktportfolios
    
         - Senkung der Ausschussquote
    
         - Qualitätskostenreduzierung über die gesamte Prozesskette
    
         - Erhöhung der Vertriebseffizienz selektiver
            Landesgesellschaften; Senkung der Vertriebskosten in der AG
            und in den Tochtergesellschaften
    
         - Steigerung der Produktivität in der Fertigung; optimale
            Auslastung der Produktionsstätten weltweit / Optimierung der
            Produktionsplanung
    
         - Senkung der durchschnittlichen Herstellkosten  
    
         - Prozessoptimierung / Prozessdatenaufbereitung einschließlich
            durchgängiger Produktivitätssteigerung in  
            Gemeinkostenbereichen (z.B. Customer Service,  
            Auftragsabwicklung, Produktionsplanung)
    
         - Automatisierung einzelner Produktionsschritte (im neuen "Werk
            2001")
    
         - Durchgängige ertragsorientierte Steuerung
    
         - Überarbeitung der Provisionssysteme
            o Vertrieb
            o qualitätsbezogenes Bonussystem  für Mitarbeiter
    
         Cash-Earnings

         Die Cash-Earnings nach DVFA ist im Konzern im Vergleich zum
Vorjahr (17,6 Mio. EURO) um 2,8 Prozent auf 18,1 Mio. EURO gestiegen.
    
         Investitionen Konzern

         Die Investitionen in das Anlagevermögen erhöhten sich im
Berichtszeitraum 2000 auf 34,0 Mio. EURO (Vorjahr: 17,3 Mio. EURO),
was nahezu einer Verdoppelung entspricht. Davon wurden 24,7 Mio. EURO
am Standort Göttingen in das Neubauprojekt "Werk 2001" investiert.
    
         F&E Aufwand Konzern

         Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Jahr 2000 erhöhte
sich um 43 Prozent auf 27,3 Mio. EURO (Vorjahr: 19,1 Mio. EURO). In
Prozent vom Umsatz betrug er 6,6 Prozent (Vorjahr: 7,1 Prozent).
    
         Mitarbeiter/-innen Konzern

         Im Jahresdurchschnitt waren im Berichtsjahr weltweit 3.553
Mitarbeiter/-innen (Vorjahr: 2.508),  zum Stichtag 31.12.2000
insgesamt 3.635 Mitarbeiter (Vorjahr: 2.925) beschäftigt, davon 1.713
(Vorjahr: 1.531) in der Sartorius AG.
    
         Dividende

         Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am
21.06.2001 vorschlagen, auch in diesem Jahr eine Dividende von 0,24
EURO je Stammaktie und 0,26 EURO je Vorzugsaktie auszuschütten. Die
Ausschüttungssumme betrug - berechnet auf Basis der Anzahl Dividenden
- berechtigter Aktien per 15.03.2001 - 4.396 Mio. EURO. (Die
Ausschüttungssumme unterliegt aufgrund des derzeit laufenden
Aktienrückkauf-Programms weiteren Veränderungen). Der
Dividendenvorschlag für das Jahr 2000 reflektiert die längerfristigen
Ertragsperspektiven ebenso wie eine auf Kontinuität und Stetigkeit
ausgerichtete Dividendenpolitik.
    
1.      Quartal 2001
2.      
         Der Umsatz des Sartorius-Konzerns stieg im 1. Quartal 2001
gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 3,0 Prozent auf
100,0 Mio. EURO. Der Auftragseingang lag im Konzern im 1. Quartal
2001 mit 117,2 Mio. EURO um 13,2 Prozent deutlich über dem Vorjahr.  
    
         Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA)
verringerte sich im 1. Quartal 2001 auf 3,4 Mio. EURO (Vorjahr: 9,6
Mio. EURO). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen  (EBIT) ging auf -2,7
Mio. EURO zurück (Vorjahr: 3,9 Mio. EURO). Das Ergebnis vor Steuern
sank auf -3,9 Mio. EURO (Vorjahr: 3,8 Mio. EURO). Die vorstehenden
Resultate wurden maßgeblich durch die Bewertung der eigenen Aktien in
Höhe von -2,3 Mio. EURO und die angefallenen Kosten im Hinblick auf
den geplanten Börsengang von Vivascience in Höhe von - 0,5 Mio. EURO
belastet. Bereinigt um diese nicht-operativen Einflüsse beträgt das
EBIT per März 0,1 Mio. EURO.
    
         Belief sich das EBIT von Januar bis Februar 2001 noch auf -1,7
Mio. EURO - insbesondere aufgrund der bekannten Probleme in der
Sparte Biotechnologie - so war der März hinsichtlich Ertrag und
Umsatz bereits sehr erfolgreich: das um oben genannte Sondereffekte
bereinigte EBIT stieg auf 1,8 Mio. EURO. Diese erkennbare Trendwende
wird insbesondere durch das zu greifen beginnende 10-Punkte-Programm
untermauert.
    
         "Die bestehenden Probleme sind noch nicht vollständig
ausgeräumt, aber die Daten indizieren, dass wir zügig in die richtige
Richtung arbeiten" hebt Dr. Utz Claassen, Vorsitzender des Vorstandes
der Sartorius AG, hervor.
    
         Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

         Für das laufende Jahr 2001 wird eine deutliche Ergebniserholung
angestrebt, wobei noch Unwägbarkeiten u.a. im Zusammenhang mit dem
Umzug der Sparte Biotechnologie in das neue "Werk 2001" vorhanden
sind. Neben dem "Werk 2001" und der Optimierung der gesamten
Prozesskette der Sparte Biotechnologie ist der geplante Börsengang
der Biotechnologie-Tochter Vivascience eine der höchsten Prioritäten
des laufenden Jahres. Weitere wichtige Ziele sind die verstärkte
Ausschöpfung von Synergien im Konzernverbund.
    
         Unsere Position in Nordamerika gilt es weiter zu verbessern.
Die Integration der industriellen Wägetechnik (insbesondere GWT)
sowie die Senkung der Vertriebs- und Herstellkosten beider Sparten
sind weitere Schwerpunkte für das laufende Jahr. Für das Jahr 2001
erwarten wir in der Sparte Mechatronik ein Umsatzwachstum in Richtung
einer Größenordnung von 10 Prozent. Für die Sparte Biotechnologie
rechnen wir aufgrund der verbesserten Marktpositionierung mit einer
Umsatzsteigerung von 15 Prozent.
    
         Umstrukturierung
    
         Inzwischen hat der Vorstand zur Erhöhung der
Steuerungsfähigkeit eine weitere Reorganisation beschlossen: In
Ergänzung zu der mit  Wirkung vom 01.01.2001 beschlossenen
Spartenneuausrichtung in Mechatronik, Biotechnologie und
Umwelttechnik werden unterhalb der Spartenleitungsebene dezentrale
Einheiten mit  konzernweiter Verantwortung geschaffen, die wesentlich
zur Erhöhung der operativen Leistungsfähigkeit des Konzerns beitragen
sollen.

         Hierbei stehen im Vordergrund: die marktorientierte Abgrenzung
(Labor, Industrie, Service, Gleitlagertechnik in der Sparte
Mechatronik; Biolab,  Bioprocess, BBI, Food & Beverage in der Sparte
Biotechnologie), mit einer Vollfunktionsverantwortung (Vertrieb, F&E,
Produktion) sowie einer durchgängigen weltweiten
Ertragsverantwortung.
    
         Ausblick Mittelfristperspektive
    
         Der vom Aufsichtsrat genehmigte 5-Jahresplan sieht weiterhin
ein ehrgeiziges Wachstum vor. Dabei soll bis zum Jahr 2005 ein Umsatz
in Höhe von 613 Mio. EURO erreicht werden. Darüber hinaus sieht der
5-Jahresplan aufbauend auf den Wachstumserwartungen kontinuierliche
Ergebnisverbesserungen vor. Bis zum Jahr 2005 soll ein EBIT in Höhe
von 69 Mio. EURO erreicht werden. Die mittelfristigen Ertragsziele
erscheinen dem Vorstand vor dem Hintergrund der hervorragenden
Wachstumsentwicklung, der guten Auftragslage sowie der deutlich
verbesserten strategischen Positionierung realistisch.
    
         "Die weitere Akquisitionsstrategie der Mechatronik bleibt in
voller Bearbeitung; der erfolgte Aktienrückkauf erhöht hier die
Gestaltungspotenziale. Für die Biotechnologie sollten weitere
Akquisitionen erst dann erfolgen, wenn die Dinge in Ordnung gebracht
sind und die Wiederherstellung der angestrebten Ertragskraft erreicht
ist", ergänzt der Vorstand anlässlich der Bilanzpressekonferenz.
    
         Das Sartorius College, das Biotechnologie-Venture
Capital-Engagement sowie das Regenwaldprojekt runden die
Zielsetzungen für das laufende Jahr ab. "Dabei bin ich sehr stolz auf
unser Modell der Unternehmensführung, welches auf den langfristigen
Gleichklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialverantwortung setzt",
fügt Dr. Utz Claassen hinzu.
    
    
ots Originaltext: Sartorius AG
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Sabine Niebch, Sartorius AG,
37070 Göttingen,
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Fax: -3572; Mobil: 0172 5629630
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