Albert Schweitzer Jugendorchester

Sommerkonzert des Albert Schweitzer Jugendorchesters am Samstag, den 28. Juni 2014 um 20h im großen Saal der Laeiszhalle Hamburg

Hamburg (ots) -

Programm 
Zoltán Kodály Tänze aus Galánta 
Béla Bartók Konzert für Klavier und Orchester Nr.3 
Robert Schumann Konzert - Allegro mit Introduktion  d-moll  op. 134 
Robert Schumann Sinfonie Nr.4  d-moll  op. 120 
Solist: León Bernsdorf 
Dirigent: Manfred Richter 

Das Programm des Konzerts besteht in der zweiten Hälfte aus zwei sehr unterschiedlichen Kompositionen von Schumann, in der ersten Hälfte aus zwei Werken ungarischer Komponisten aus dem 20. Jahrhundert. Die 1881 und 1882 geborenen Ungarn Bartók und Kodály sind wohl neben Komponisten der jüngeren Zeit wie Ligeti die wohl wichtigsten Vertreter der ungarischen Musik - man könnte sogar sagen, dass die nationale ungarische Musik ohne sie heute so nicht existieren würde. Die zu hörenden Werke gehören zu ihren bekanntesten und wichtigsten.

Die "Tänze aus Galánta" basieren auf Kindheitserinnerungen Kodalys. Er lebte als Kind 1885 -1892 in der nordwestungarischen Stadt (heute Slowakei). Die "Zigeunerkapellen" des Ortes (die nicht die ursprüngliche Musik der Roma spielten) waren so berühmt, dass ihre Musik sogar gesammelt und veröffentlicht wurde. Aus diesen Quellen und dem gebliebenen, wohl sehr nachhaltigen Eindruck auf den höchstens Zehnjährigen heraus schreibt Kodály 1933 eines seiner eingängigsten und bekanntesten Werke.

Bartók komponiert zwischen 1943 und 1945 im New Yorker Exil schwerkrank einige seiner wichtigsten Werke, u.a. das berühmte "Konzert für Orchester". Sein letztes, bis auf die Instrumentierung weniger Takte fast vollständig vollendete Werk ist das seiner Frau gewidmete 3. Klavierkonzert - ein stilistisch und seiner Haltung nach typisches Spätwerk. Die angesichts seiner äußerst schwierigen gesundheitlichen und ökonomischen Situation auffallend heiteren kurzen Ecksätze rahmen ein inhaltlich gewichtiges "Adagio religioso", das unüberhörbar die Ahnung des bevorstehenden Todes reflektiert.

Schumanns IV. Sinfonie ist eigentlich seine zweite. Im Jahre 1841, also 31jährig wendet er sich - wohl auch nach der Erfahrung der nach über 20 Jahren wiederentdeckten großen C-Dur Sinfonie Schuberts - der Gattung Sinfonie zu. Drei große sinfonische Werke entstehen innerhalb eines knappen halben Jahres, die Erstfassung der heute zu hörenden d-moll Sinfonie als letztes Werk. Das Werk geht 1841 nicht in Druck, Schumann überarbeitet es 1851 und veröffentlicht es nun als seine IV. Sinfonie op. 120. Nach dem sehr mäßigen Erfolg der Uraufführung 1841 tritt es nun seinen Siegeszug im Konzertbetrieb an und wird schnell zu einem der beliebtesten Werke des 19. Jahrhunderts. Besonders und neu ist an ihm die äußerst enge formale und motivische Verklammerung der Sätze, Schumann spielt sogar mit dem Gedanken, es deshalb "Symphonistische Phantasie" zu nennen.

Vorangestellt ist die dritte und letzte Komposition Schumanns für Klavier und Orchester, das "Konzert-Allegro mit Introduktion" aus dem Jahre 1853. Es ist das letzte große Werk vor Schumanns Suizidversuch im Februar 1854. Brahms erkennt die außerordentliche Qualität der für ein konzertantes Werk fast introvertiert wirkenden Komposition und ist maßgeblich an der Drucklegung beteiligt, die Schumann selbst nicht mehr leisten kann.

Solist des Abends ist der erst 21jährige León Bernsdorf, mit dem das ASJ in den vergangenen Jahren bereits die beiden Konzerte von Brahms aufgeführt hat. Seine faszinierende Musikalität und technische Perfektion haben zu der Entscheidung geführt, ihn ein drittes Mal zu bitten, mit uns zu spielen.

Der Solist

León Bernsdorf (*1992 in Hamburg) erhielt im Alter von 5 Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Bereits ein Jahr später wurde er durch die Hamburger Jugendmusikstiftung in die Hochbegabtenförderung aufgenommen und neun Jahre von der renommierten Klavierpädagogin Carol Tainton unterrichtet. Ab 2007 wurde er als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg von Prof. Volker Banfield ausgebildet. Seit dem Abitur im Jahr 2010 studiert León Bernsdorf an der Boston University bei Prof. Boaz Sharon. Weitere pianistische Erfahrung sammelte er bei diversen Meisterkursen im In- und Ausland, u.a. bei Prof. Kämmerling.

Mit 6 Jahren nahm León Bernsdorf erstmals erfolgreich am Wettbewerb "Jugend musiziert" teil. In den folgenden Jahren erzielte er regelmäßig herausragende Erfolge in verschiedenen Kategorien bei "Jugend musiziert" und anderen Wettbewerben, darunter 1. Preise beim Grotian Steinweg-Wettbewerb 2003, beim Steinway-Wettbewerb 2006 und 2008, beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" 2005 und beim Bechstein-Wettbewerb in Hamburg 2007. 2008 erspielte er sich einen 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert" und wurde für seine hervorragende Leistung mit einem Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben ausgezeichnet.

Im November 2010 erhielt er einen 2. Preis beim Internationalen Liszt-Wettbewerb in Moskau. Überzeugen konnte er die Jury mit seiner Interpretation des 2. Klavierkonzerts von Sergei Rachmaninoff. Dank dieses Erfolges gab León Bernsdorf 2011/2012 eine Reihe von Konzerten in ganz Europa darunter bei den Internationalen Musikfestivals in Bergamo und Verona.

Auch als Kammermusiker ist León Bernsdorf sehr erfolgreich. Mit seinem damaligen Trio erzielte er 2007 einen 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert" und wurde mit dem Klassikpreis der Stadt Münster und dem Brahmspreis der Brahmsgesellschaft Hamburg geehrt. León Bernsdorf ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Im Mai 2014 erhielt Leon seinen Bachelor-Abschluss "cum laude" in Piano Performance.

KARTENVERKAUF

Karten für das Konzert gibt es bei der Konzertkasse Gerdes, Rothenbaumchaussee 77, Tel.: 45 33 26, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse. Eintrittspreise EUR 18,- SchülerInnen und StudentInnen EUR 9,-; Ermäßigung auch schon im Vorverkauf.

Pressekontakt:

Anne Guntau tel. 040/511 91 08 email: anne@guntau.de

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